Vorstellungsgespräche richtig vorbereiten – Tipps für Arbeitgeber

An Führungskräfte werden viele Anforderungen gestellt. Neben fachlichen Qualifikationen müssen Sie in vielen Unternehmen weitere Aufgabenbereiche abdecken, u.a. das Einstellen von neuen Mitarbeitern. Und das muss gut vorbereitet sein. Denn in Zeiten von Social Media, diversen Arbeitgeberbewertungsportalen oder dem einfachen Erzählmarketing sollten Sie sich stets bewusst sein, dass Employer Branding nicht nur auf dem Papier stattfindet. Noch dazu ist die Wahrscheinlichkeit durch ein schlecht vorbereitetes Vorstellungsgespräch den richtigen Kandidaten zu ergattern, relativ gering. Denn wahre Talente brechen solche Gespräche meist ab. Diese Tipps helfen Ihnen zu einer guten Vorbereitung für das nächste Vorstellungsgespräch.

Vorstellungsgespräche richtig vorbereiten

1. Bewerbungsunterlagen: Die Bewerbung nochmal aufmerksam lesen und wichtige Fragen direkt aufschreiben, denn wer von seinen Bewerbern verlangt übers Unternehmen informiert zu sein, der darf im Gegenzug auch über den Kandidaten die wichtigsten Fakten wissen.

2. Eigene Unterlagen: Infomaterial sowie Zahlen, Daten, Fakten übers Unternehmen, Produkte o.ä. die im Gespräch benötigt werden, zusammentragen.

3. Wer muss eingebunden werden? Personen, die am Gespräch teilnehmen sollten, müssen informiert werden.

4. Wer empfängt den Kandidaten? Entscheidend ist, dass sich der Bewerber direkt willkommen fühlt im Unternehmen, denn schon dies lässt Rückschlüsse auf z.B. das Betriebsklima zu. Auch eine eventuelle Verspätung der beteiligten Personen, verzeiht ein potentieller Kandidat eher, wenn er sich schon bei der Begrüßung aufgehoben fühlt.

5. Zuständigkeiten und Kompetenzen klar regeln: Wer protokolliert, wer führt das Gespräch, wer trifft die Entscheidung am Ende? Unklare Zuständigkeiten und Kompetenzen können ansonsten zu Konflikten führen.

Tipp: Wenn mehrere Personen am Gespräch teilnehmen, wirkt es meist dynamischer, wenn jeder mal zu Wort kommt. So kann der Kandidat einen Eindruck von jedem Einzelnen gewinnen.

Ablauf des Vorstellungsgesprächs

Ein Gespräch besteht in der Regel aus fünf Bausteinen:

Ablauf Vorstellungsgespräch
Klassischer Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

1. Smalltalk

Können Sie den Bewerber direkt mit Namen ansprechen? Je besser Sie vorbereitet sind, umso weniger klingt das Gespräch nach einem Pflichttermin.

Tipp: Begegnen Sie Ihrem Gegenüber auf Augenhöhe, helfen Sie dem Kandidaten wenn nötig die Nervosität zu nehmen und fallen Sie dem Bewerber nicht ins Wort.

2. Unternehmensvorstellung

Um den Bewerber in der Vorstellungsrunde „ankommen“ zu lassen, sollten Sie mit der Unternehmensvorstellung anfangen. So kann sich direkt schon ein bisschen Nervosität auf Kandidatenseite legen und das Gespräch wird für den Kandidaten angenehmer.

3. Selbstpräsentation

Achten Sie darauf, dass die Hauptgesprächsaktivität beim Bewerber liegt. Dies verlangt eine sichere Fragetechnik. Nützliche Gesprächsöffner können hier vor allem offen gestellte Fragen sein:

  • Erzählen Sie etwas über sich.
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Warum möchten Sie diesen Job haben?

Tipp: Sollte Ihr Gegenüber ins Plaudern geraten, holen Sie ihn freundlich, aber bestimmt zurück. Gleiches gilt natürlich auch für Ihre Antworten.

4. Fragen

Nachdem das Unternehmen und der Kandidat sich gegenseitig vorgestellt haben, können offene Fragen von beiden Seiten geklärt werden.

Tipp: Machen Sie sich Notizen, so können Sie im Nachgang auch mehrere Bewerber besser miteinander vergleichen.

5. Abschluss

Wie verbleiben Sie mit dem Bewerber? Wer soll sich bei wem und vor allem wann melden? Gibt es noch ein zweites Gespräch?

Seien Sie ein guter Gastgeber!

Während des gesamten Gesprächsverlaufes sollten Sie auf Ihre Körpersprache achten: Ständiges Klicken mit dem Kugelschreiber, gelangweilte Mimik, Getuschel mit dem Sitznachbarn, Tippen auf dem Handy, Blick auf die Uhr oder aus dem Fenster und derer gleichen schaffen eine unangenehme Atmosphäre und werden schnell als unhöflich und Desinteresse interpretiert.
Auch die Sitzordnung kann den Gesprächsverlauf beeinflussen und Atmosphäre schaffen: Sitzen über Eck oder an einem runden Tisch, lassen das Gespräch weniger wie ein Verhör wirken. Ein Getränk oder Gebäck rundet die Gastfreundschaft ab. Denn eins dürfen Sie während all dem nicht vergessen: Formal sind Sie Gastgeber!