Die erste Gehaltsverhandlung – 10 Tipps für Berufseinsteiger

Erfolgreich verhandeln kann man üben! Eine große Unsicherheit im Vorstellungsgespräch ist nach wie vor die Frage nach dem Gehalt. Ob Berufseinsteiger oder langjähriger Mitarbeiter – die Frage nach der Entlohnung kommt regelmäßig auf den Tisch und muss diskutiert werden. Das ändert sich auch mit den Berufsjahren nicht. Verhandlungsgeschick und Realitätssinn spielen an dieser Stelle eine wichtige Rolle – denn Kompetenzen, Können und Selbstbewusstsein spiegeln sich in der finanziellen Forderung wider.

Grundsätzlich gilt für Berufseinsteiger: Je höher die Qualifikation, desto besser sind die Verhandlungschancen. Dennoch darf ein gewisses Verhandlungsgeschick auf keinen Fall fehlen. Denn eine geschickte Verhandlungsführung zeigt dem Gegenüber Eigenschaften im Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern. Dies ist vor allem für Kandidaten die sich im Vertrieb bewerben eine wesentliche Anforderung im Stellenprofil.

Eine gute Vorbereitung kann Abhilfe schaffen:

1. Die Gehaltsfrage stellt das Unternehmen. Bei den meisten Unternehmen findet für die Vertragsverhandlung ein separater Termin statt, sodass im ersten Gespräch maximal die Gehaltsvorstellung abgefragt wird – jedoch meist unkommentiert bleibt.

2. Vor dem Gespräch klare Vorstellungen definieren, sodass man selbstbewusster auftreten kann. Finanzielle Ober- und Untergrenzen definieren. Verhandlungen über Zusatzleistungen nachbessern, d.h. geldwerte Vorteile miteinbeziehen (vermögenswirksame Leistungen, Firmenwagen, Handy, Laptop, betriebliche Altersvorsorge etc.).

3. Immer nur von Jahreseinkommen reden und zwar inkl. der Zusatzleistungen, um Missverständnissen vorzubeugen. Nicht jedes Unternehmen zahlt ein 13. Gehalt, Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld!

4. Eine gründliche Recherche vorab über u.a. das Unternehmen, das Gehaltsniveau für die besagte Position am Markt, Lebenshaltungskosten in der Region etc.

5. Klar darstellen, dass man kein Bittsteller ist, sondern wertvolle Gegenleistungen erbringt. Tipp: Stellt eine Liste mit Punkten zusammen, die für euch sprechen. Die stärksten Argumente sollten erst zum Schluss angeführt werden.

6. Argumentiert nur mit Qualifikationen: Stärken, Fähigkeiten und Erfahrungen. Mieterhöhung, Eltern versorgen, Kinder oder Vergleiche mit Kollegen haben in der Argumentationskette nichts zu suchen!

7. Auf Gegenargumente vorbereitet sein, sodass diese zielsicher entkräftet werden können.

8. Redet mit fester Stimme. Keine Rechtfertigung!

9. Lasst euer Gegenüber ausreden und fallt ihm nicht ins Wort. Lasst euch nicht irritieren, wenn euer Verhandlungspartner eher wenig redet. Viele lassen sich davon verleiten dann mehr zu reden.

10. Solltet ihr nicht zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen, vereinbart ein neues Gespräch innerhalb des folgenden Jahres oder lasst euch einen Plan zur Gehaltsentwicklung schriftlich vorlegen.

Nur wer seinen Marktwert kennt, verkauft sich nicht unter Wert

Nicht zu hoch pokern! Ein vollkommen unrealistischer Vorschlag wird euch negativ ausgelegt: Es lässt einen selbst unglaubwürdig wirken und untermauert ein schlechtes Selbstvermarktungspotential. Zudem müsst ihr einkalkulieren, dass ihr als Berufseinsteiger zunächst ein Investment für das Unternehmen darstellt. Die Möglichkeit, einen Einstieg und so die Chance auf Lernen und Weiterbildung zu erhalten, sollte dem Gehalt überstellt sein. Sich aus Unsicherheit unter Wert zu verkaufen, fällt ebenso negativ auf die eigene Person zurück. Denn offensichtlich seid ihr dann nicht fähig, eure Leistungen realistisch einzuschätzen. Ein niedriger Gehaltswunsch stellt zudem keinen Wettbewerbsvorteil dar.

Fazit: Denkt bei der Gehaltsvorstellung daran, dass ihr den Berufseinstieg sucht. Das Unternehmen und die Entwicklungsperspektive dort sollten daher den größten Stellenwert in eurer ersten Gehaltsverhandlung darstellen.