Konzern, Start-up, Kammer oder Mittelstand – Wohin soll die Reise gehen?

Die Planung einer Urlaubsreise macht den meisten Freude. Man sucht ein attraktives Ziel aus, organisiert Transport und Unterkunft, informiert sich über Sehenswürdigkeiten und sehnt den Tag herbei, an dem es losgeht. Geht es um die Planung der Karriere, sieht es bei den allermeisten gefühlstechnisch ganz anders aus. Unsicherheit und Ängste battlen sich mit Neugier auf den Start ins Berufsleben und der Freude darauf,  in Ausbildung und Studium Erlerntes endlich in der Praxis einsetzen zu können.

Wohin soll die Reise also gehen?

Für den Karrierestart gibt es vier Destinationen zur Auswahl. Jede anders, jede auf ihre eigene Art spannend und jede untrennbar mit Chancen, Risiken und Herausforderungen verknüpft. Im Angebot:

  • Konzern/Großunternehmen
  • Start-up
  • Mittelstand
  • Kammern
  • Verbände

Natürlich kann man auch noch nach dem Karrierestart die Richtung ändern (Jobwechsel) und ein anderes Ziel ansteuern, aber der Weg dorthin ist dann länger und aufwändiger. Etwa wenn Sie nach Australien reisen, den Zwischenstopp in Singapur erreicht haben und dann doch nach Schottland möchten.

Karrierestart Agrarbranche Agrarjob

Konzerne und Großunternehmen

Die Global Player und Konzerne der Agrarbranche wissen genau, wofür sie mit ihren etablierten Marken und großen Namen stehen und womit sie bei aufstrebenden Talenten punkten können. Sie agieren hoch professionell, bieten für Einsteiger eine breite Palette an Optionen, z.B. den Direktstart in eine Fachposition oder einen der begehrten Plätze in ihren hervorragend organisierten Traineeprogrammen. Oft sind sie – nicht nur in ihrer Branche – Impulsgeber bei Trendthemen, wie der digitalen Transformation und haben die Mittel, stark in Forschung und Entwicklung zu investieren und den Fortschritt vorantreiben zu können.

Wer sich für das Karriereziel Konzern entscheidet, darf sich über vergleichsweise hohe Einstiegsgehälter freuen, kommt häufig in den Genuss der Begleitung durch ein professionelles Talentmanagement und hat die Chance, sich in seinem Fachgebiet on-the-job zu einem Experten und/oder zu einer erfolgreichen Führungskraft entwickeln zu können.

Auf der Haben-Seite sollten Karriere- und Wettbewerbsorientierung ebenso stehen, wie die Bereitschaft sich in einem Themenfeld zu spezialisieren, denn die Spezialisierungsgrade in Konzernen sind hoch. Zudem dürfen einen lange Entscheidungswege und starre Hierarchien nicht schrecken.

Start-ups

Ganz anders die Start-ups. Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege prägen das Bild. Sie bieten Persönlichkeiten, die querdenken, Enthusiasten, kreativen Köpfen und engagierten Machertypen eine bunte Spielwiese. Einen Raum, in dem sich alles manchmal rasant und dynamisch nach vorne, mitunter aber auch in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Nämlich dann, wenn sich Produkt/Dienstleistung und damit die Idee nicht im Markt etablieren und kein zahlungskräftiger Investor zur Stelle ist, der die positive Entwicklung mit Kapital und Knowhow pusht. Start-ups stehen für Kreativität, Innovation, Lässigkeit und Modernität – immer aber auch für ein nicht unerhebliches Risiko, das im Ergebnis nicht nur Gründer, sondern auch Mitarbeiter tragen.

Wer einen sicheren Hafen sucht, nicht risikobereit ist und konstante Veränderungen nicht schätzt, ist hier falsch. Start-ups brauchen Menschen, die für ihre Ideen brennen und sich mit Engagement in die Arbeit stürzen, ohne zu sehr auf den monetären Aspekt oder die erwähnten Risiken zu achten.

Man findet die Start-ups der Agrarbranche übrigens nicht nur in den Metropolen der Republik, sondern häufig auch im Umfeld von Universitäten und Fachhochschulen oder direkt in den Agrarregionen.

Mittelstand

Wie die Start-ups findet man auch den klassischen Mittelstand, der die Agrarbranche in Deutschland auszeichnet, eher nicht in den Ballungszentren, sondern im ländlichen Raum. Unter den erfolgreichen mittelständischen Unternehmen in Deutschland finden sich zahlreiche Hidden Champions und viele andere spannende Markenunternehmen.

Eingebettet in oft hierarchisch geprägte Strukturen, eröffnen sich Aufgabenfelder, die deutlich generalistischer gestaltet sind als in Konzernen. Man ist von Beginn an dichter dran an den Entscheidungen und hat die Chance, sich früh einbringen und Verantwortung übernehmen zu können. Der Mittelstand hat die Gefahren des „War of Talents“ mittlerweile erkannt und bietet Absolventen und Einsteigern – ebenso wie die Konzerne – Traineeprogramme an. Auch das Thema Internationalität ist nichts mehr, was nur die „Großen“ bieten. Dank innovativer Produkte und überzeugender Dienstleistungen sind viele Mittelständler in globalen Märkten nicht nur präsent, sondern prägend.

Der Mittelstand bietet große Chancen für Berufseinsteiger, die gerne professionell arbeiten möchten, sich aber in kleineren Strukturen, als denen der Konzerne wohler fühlen und sich breitgefächerte Aufgabenbereiche und Herausforderungen wünschen.

Kammern und Verbände

Kammern und Verbände sind das abschließende Ziel im Karriere-Reisekatalog. Diese Institutionen durchlaufen derzeit, wie der gesamte öffentliche Bereich, einen tiefgreifenden strukturellen Umbruch. Im Zuge des Wandels verändern sie sich und entwickeln sich weg vom starren, behördlichen Denken hin zu mehr Kundenorientierung. Zwar deutlich langsamer als die freie Wirtschaft, aber nicht weniger intensiv.

Bei Kammern und Verbänden erfolgt der Einstieg häufig über zunächst befristete Verträge. Im Angebot sind Referentenstellen, beratende Tätigkeiten und Projektaufgaben. Wer den Fuß in der Tür und die Entfristung in der Tasche hat, kann sich dann über einen sicheren Arbeitsplatz freuen und die Vorzüge des öffentlichen und halb-öffentlichen Dienstes im Hinblick auf z.B. flexible Arbeitszeiten genießen. Aufgabenseitig bestehen die Optionen, sich spezialisieren oder einem generalistisch geprägten Aufgabenportfolio widmen zu können.

Karriere- und wettbewerbsorientierte Persönlichkeiten, die sich schnell und dynamisch auf der Karriereleiter entwickeln möchten, sollten sich aber für eine andere Destination entscheiden. Denn trotz aller Veränderungen und Umbrüche stehen bei der Karriereplanung in Kammern und Verbänden kandidatenseitig nach wie vor Eigenschaften wie Beharrlichkeit und Geduld im Vordergrund.

Besonderheiten der Destinationen auf einen Blick
Konzerne/ Großunternehmen Start-up Mittelstand Kammern und Verbände
Was spricht dafür?
  • Internationalität
  • Professionalität
  • Renommee
  • Marke
  • Impulsgeber
  • innovative Produkte und Dienstleistungen
  • flache Hierarchien
  • Kreativität
  • gewisse Lässigkeit
  • viele Hidden Champions
  • Sicherheit
  • generalistische Arbeitsbereiche
  • früh Verantwortung übernehmen
  • Internationalität
  • Sicherheit
  • Struktur und Steuerung
  • spezialisierte und generalistische Aufgabenfelder
Was muss man bedenken? Hierarchie, lange Entscheidungswege, hohe Spezialisierungsgrade vergleichsweise niedrige Einstiegsgehälter, unstrukturiert, wenig Sicherheit Hierarchie, Gehaltsstruktur Hierarchie, behördliche Struktur
Was braucht man?
  • Karriere- und Wettbewerbsorientierung
  • Bereitschaft, sich zu spezialisieren
  • Sprachkompetenz
  • interkulturelle Kompetenz
  • Führungskompetenz und/oder
  • hohe fachliche Expertise
  • Risikobereitschaft
  • Engagement
  • Flexibilität
  • Identifikation
  • Idealismus
  • Kreativität
  • Querdenken
  • breites Fähigkeiten- und Kompetenzprofil
  • eher Generalisten als Spezialisten
  • Engagement
  • Eigenverantwortung
  • Flexibilität
  • Beharrlichkeit
  • Geduld
  • Fachkompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Diplomatie/
  • Verhandlungsgeschick
Wo findet man sie? Ballungszentren und Agrarregionen Metropolen, Agrarregionen und im Umfeld von Universitäten und Hochschulen Überwiegend in den Agrarregionen Berlin und Bonn, Landeshauptstädte, Agrarregionen
Besonderheiten der Destinationen auf einen Blick
Konzerne/ Großunternehmen
Was spricht dafür?
  • Internationalität
  • Professionalität
  • Renommee
  • Marke
  • Impulsgeber
Was muss man bedenken? Hierarchie, lange Entscheidungswege, hohe Spezialisierungsgrade
Was braucht man?
  • Karriere- und Wettbewerbsorientierung
  • Bereitschaft, sich zu spezialisieren
  • Sprachkompetenz
  • interkulturelle Kompetenz
  • Führungskompetenz und/oder
  • hohe fachliche Expertise
Wo findet man sie? Ballungszentren und Agrarregionen
Start-up
Was spricht dafür?
  • innovative Produkte und Dienstleistungen
  • flache Hierarchien
  • Kreativität
  • gewisse Lässigkeit
Was muss man bedenken? vergleichsweise niedrige Einstiegsgehälter, unstrukturiert, wenig Sicherheit
Was braucht man?
  • Risikobereitschaft
  • Engagement
  • Flexibilität
  • Identifikation
  • Idealismus
  • Kreativität
  • Querdenken
Wo findet man sie? Metropolen, Agrarregionen und im Umfeld von Universitäten und Hochschulen
Mittelstand
Was spricht dafür?
  • viele Hidden Champions
  • Sicherheit
  • generalistische Arbeitsbereiche
  • früh Verantwortung übernehmen
  • Internationalität
Was muss man bedenken? Hierarchie, Gehaltsstruktur
Was braucht man?
  • breites Fähigkeiten- und Kompetenzprofil
  • eher Generalisten als Spezialisten
  • Engagement
  • Eigenverantwortung
  • Flexibilität
Wo findet man sie? Überwiegend in den Agrarregionen
Kammern und Verbände
Was spricht dafür?
  • Sicherheit
  • Struktur und Steuerung
  • spezialisierte und generalistische Aufgabenfelder
Was muss man bedenken? Hierarchie, behördliche Struktur
Was braucht man?
  • Beharrlichkeit
  • Geduld
  • Fachkompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Diplomatie/
  • Verhandlungsgeschick
Wo findet man sie? Berlin und Bonn, Landeshauptstädte, Agrarregionen

Werde AgriTalent

Profil anlegen und von Arbeitgebern aus der Agrarbranche gefunden werden!