Traineeprogramm im Agribusiness – Zu wem es passt und worauf Berufseinsteiger achten sollten

Traineeprogramme sind „in“! Warum? Weil beide Seiten gleichermaßen profitieren. Aber aufgepasst – Traineeprogramme unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Wir geben euch Tipps, ob ein „Trainee“ zu euch passt und worauf ihr als Absolventen bei der Wahl eures Programmes achten solltet.

Zum Einstieg ins Berufsleben werden für Hochschulabsolventen Traineeprogramme immer interessanter. Wie ist die Agrarbranche dabei aufgestellt?

Diese Form des Berufseinstieges ist mittlerweile nicht nur bei den Absolventen beliebt, sondern auch zunehmend bei den Arbeitgebern. Daher haben sich Traineeprogramme in der Agrarbranche bereits seit einiger Zeit etabliert. Dabei gleicht meist kein Traineeprogramm dem anderen. Oft ist der Charakter von der Größe des Unternehmens abhängig. Denn um dem Absolventen ein Programm mit verschiedenen Stationen anbieten zu können, muss der Arbeitgeber mehrere Abteilungen haben. Außerdem schwankt die Anzahl der Traineestellen pro Unternehmen.

Was versprechen sich Arbeitgeber von einem Traineeprogramm?

Es ist eine zeitliche und finanzielle Investition in die Ausbildung eines Mitarbeiters. Das Unternehmen möchte den Nachwuchs ausführlich einarbeiten und für die Zukunft sichern. So ist die Chance für Trainees gut, später übernommen zu werden. Gleichwohl haben beide Seiten die Möglichkeit, sich kennenzulernen, bevor eine feste Übernahme infrage kommt. Ziel der Firmen ist es, herauszufinden, in welchem Einsatzbereich die Nachwuchskraft am besten arbeiten kann. Dies gelingt nur, wenn der Trainee verschiedene Stationen im Unternehmen durchlaufen kann.

Zu welchem Typ Absolvent passt der Direkteinstieg bei einem Unternehmen? Für wen ist eher ein Start als Trainee interessant?

Weiß der Absolvent schon, wohin die berufliche Reise geht und wo seine Stärken liegen, dann kann er sich gezielt auf eine bestimmte Position per Direkteinstieg bewerben. Ist er aber unsicher, was ihm beruflich Spaß macht oder wo er sich besonders gut einbringen kann, dann ist ein Traineeprogramm geeignet. Der Absolvent kann sich auf diese Weise darüber klar werden, ob zum Beispiel eine Position im Verkauf, im Marketing oder in der Entwicklung zu ihm passt.

Worin liegen von Unternehmen zu Unternehmen die größten Unterschiede? Was sollte ein seriöses Programm beinhalten?

Während der eine Arbeitgeber mithilfe eines solchen Programmes eine gezielte Einarbeitung des Mitarbeiters in einen bestimmten Bereich fördert, bietet der andere das „All-inclusive“-Programm an. Der Mitarbeiter durchläuft mehrere Stationen. Beide Varianten haben ihre Vorteile: Die erste verschafft dem Absolventen einen tiefen Einblick in die zukünftigen Aufgaben. Beim „All-inclusive“-Programm lernt der Mitarbeiter viele verschiedene Arbeitsbereiche kennen. Beide Varianten sollten eines aber gemeinsam haben: eine individuelle Betreuung. Einige Firmen stellen den jungen Berufseinsteigern mindestens einen Mentor an die Seite, der deren Ausbildung begleitet. Auch variiert die Länge der Programme – je länger, desto intensiver ist der Einblick in die  Arbeitsbereiche des Unternehmens. Im Durchschnitt dauert ein Traineeprogramm eineinhalb bis zwei Jahre.

Beim Stichwort „Trainee“ sind manche Berufseinsteiger skeptisch, was die Vergütung angeht. Worauf sollten sie bei der Entlohnung achten?

Mancher Absolvent befürchtet, trotz Uniabschluss nur als besserer Praktikant bezahlt zu werden. Daher sollten sie darauf achten, dass nicht nur das Programm, sondern auch die Vergütung ihren Anforderungen und Leistungen entspricht. Gleichzeitig sollte dem Absolventen klar sein, dass es sich um eine berufliche Qualifikation handelt. Daher liegt das Gehalt oftmals unterhalb der Gehälter für Positionen mit Direkteinstieg. Im Schnitt können Absolventen in der Agrarbranche mit einem Jahresgehalt um 30 000 EUR rechnen. In Zeiten des Fachkräftemangels spielen Trainees eine wichtige Rolle für die Zukunft einiger Unternehmen. Daher greifen manche Arbeitgeber tiefer in die Tasche.