„Jetzt Agrar“: Der Quereinstieg in die Landwirtschaft

Ein Quereinstieg in die Landwirtschaft ist für viele Menschen eine spannende, aber auch herausfordernde Entscheidung. Welche Hürden gibt es dabei? Und wie gelingt der Start als Quereinsteiger in die Landwirtschaft wirklich?

Das wichtigste in Kürze

Ein Quereinstieg in die Landwirtschaft bietet viele neue Chancen, verlangt jedoch zugleich einiges an Durchhaltevermögen. Die Gründe für einen solchen Schritt sind vielfältig: Häufig spielen persönliche Veränderungen, fehlende Perspektiven im bisherigen Beruf oder auch ein Umzug aufs Land eine entscheidende Rolle. Damit der Wechsel gelingt, sind ein starkes Netzwerk, klare Motivation und ein selbstbewusstes Auftreten besonders wichtig. In der Bewerbung wie auch im Vorstellungsgespräch sollte der Quereinstieg überzeugend begründet werden, um potenzielle Arbeitgeber von der Entscheidung zu überzeugen. Mit den richtigen Strategien und einer klaren Ausrichtung kann der Quereinstieg in die Landwirtschaft auch ohne klassische Ausbildung erfolgreich gelingen.

Wer gilt als Quereinsteiger in der Landwirtschaft?

Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Als Quereinsteiger in die Landwirtschaft gilt, wer in diesen Bereich einsteigt, ohne die typische landwirtschaftliche Ausbildung oder ein entsprechendes Studium absolviert zu haben. Häufig wird auch der Begriff „Seiteneinsteiger“ verwendet.

Welche Gründe sprechen für einen Quereinstieg in die Landwirtschaft?

Die Beweggründe sind vielfältig: Manche möchten sich beruflich neu orientieren, andere müssen nach einer Kündigung oder fehlenden Perspektiven im bisherigen Beruf umdenken. Gerade auf dem Land bietet die Landwirtschaft attraktive Möglichkeiten. Mittelständische Betriebe suchen regelmäßig motivierte Fachkräfte und auch für Quereinsteiger in der Landwirtschaft ergeben sich Chancen.

5 Tipps für deinen Quereinstieg:

Ein Quereinstieg ist je nach Stellenausschreibung gar nicht so einfach. Mangelndes Fachwissen oder fehlende Branchenkenntnis kann beispielsweise ein Grund dafür sein, als Quereinsteiger abgelehnt zu werden. Auch wird man mit anderen Mitstreitenden, die aus der Agrarbranche kommen, verglichen. Wie kann man also als Quereinsteiger den neuen Arbeitgeber überzeugen, eine gute Partie für den Agrarjob zu sein, obwohl der Berufsweg fehlt?

1.Wie wichtig ist eine ehrliche Selbstanalyse vor dem Quereinstieg?

Bevor du dich für einen Quereinstieg in die Landwirtschaft entscheidest, solltest du dir genau überlegen, warum du diesen Schritt gehen willst. Eine ehrliche Selbstanalyse hilft dir dabei, die eigenen Beweggründe klar zu erkennen. Leidenschaft für die Arbeit mit Pflanzen, Tieren oder Landmaschinen ist eine wichtige Grundlage, um langfristig glücklich zu werden.

Stelle dir unter anderem diese Fragen:

  • Was stört mich an meiner aktuellen Tätigkeit oder Branche?
  • Welche Aufgaben haben mich bisher begeistert?
  • Was erwarte ich mir von einem Jobwechsel in die Agrarbranche?
  • Mit welchen Tätigkeiten wäre ich langfristig zufrieden?
  • Warum passt gerade die Agrarbranche zu meinen Interessen und Fähigkeiten?

2. Warum ist ein starkes Netzwerk für Quereinsteiger so entscheidend?

Ein funktionierendes Netzwerk kann für Quereinsteiger der Schlüssel zum Erfolg sein. Während andere Bewerbende auf Fachausbildung und Branchenerfahrung verweisen können, punkten Quereinsteiger oft durch persönliche Kontakte. 

Möglichkeiten zum Netzwerken sind zum Beispiel:

  • Besuche von Agrarfachmessen, Jobmessen und Fachtagungen.
  • Teilnahme an Agrarkongressen oder Feldtagen.
  • Nutzung von Social Media (LinkedIn, Xing, AgriTalent).
  • Kontakte zu Agrararbeitgeber*innen oder spezialisierten Personalberater*innen

Je aktiver du dich zeigst, desto größer wird dein Netzwerk und desto eher erfährst du von passenden Einstiegsmöglichkeiten.

3. Wie überzeugst du als Quereinsteiger mit deiner Bewerbung?

Eine Bewerbung als Quereinsteiger braucht eine andere Herangehensweise als bei Bewerbenden mit klassischem Fachhintergrund. Da du nicht dieselbe Ausbildung oder Branchenerfahrung vorweisen kannst, musst du deine Stärken und deine Motivation noch deutlicher herausstellen.

Besonders hilfreich ist es, wenn du:

  • ein Motivationsschreiben erstellst, in dem du deine Beweggründe schilderst,
  • deine bisherigen Kompetenzen klar in Bezug zur Landwirtschaft setzt,
  • praktische Erfahrungen (Praktika, Nebenjobs, Projekte) betonst,
  • deine Lernbereitschaft belegst (z. B. Weiterbildungen, Zertifikate),
  • Referenzen oder Fürsprecher*innen aus der Branche einbindest.

So zeigst du, dass du trotz fehlender klassischer Ausbildung ein wertvoller Gewinn für den Betrieb sein kannst.

4. Auf welche Fragen musst du dich im Vorstellungsgespräch vorbereiten?

Prinzipiell werden dir als Quereinsteiger dieselben Fragen gestellt, wie allen anderen Bewerbenden. Allerdings können sich Nuancen unterscheiden. Denn auch hier liegt der Schwerpunkt auf deiner Motivation und Kompetenz. Du solltest deine Umorientierung gut begründen können. Darum zählt hier die Vorbereitung für dein Vorstellungsgespräch. Diese Fragen könnten dich erwarten:

  • Welchen Beruf hast du vorher ausgeübt?
  • Warum soll es jetzt in die Agrarbranche gehen?
  • Wie gut hast du dich über die Landwirtchaft informiert?
  • Hast du schon praktische Erfahrungen im Agrarbereich gemacht?
  • Welche Vorteile bietest du dem Agrarunternehmen im Vergleich zu einem Arbeitnehmer, der aus der Agrarbranche stammt?
  • Was sind deine Stärken und Schwächen?

5. Bleib immer selbstbewusst

Oftmals ist es gar nicht so leicht, als Quereinsteiger in der Landwirtschaft Fuß zu fassen. Da kann es schon mal Absagen geben. Wichtig ist, dabei nicht den Kopf in den Sand zu stecken und sich entmutigen zu lassen. Auch hilft es nicht, sich als Quereinsteiger von Anfang an „klein zu machen“, weil man wechselt und dies nicht vorher wusste. Nur weil du aus einer anderen Branche kommst oder einen Umweg gemacht hast, heißt das nicht, dass du fachlich weniger kompetent bist. Wichtig ist, dass du nun weißt, was du willst und dies auch vermitteln kannst. Also präsentiere dich selbstbewusst und steh zu dir, deinen Stärken, Erfahrungen und fachlichen Fähigkeiten.

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