Verlustbestimmung an den Mähdreschern

In den ersten Erntetagen der verschiedenen Kulturen haben wir ein Tool zur Verlustbestimmung der Mähdrescher eingesetzt und dies auch wieder im Raps genutzt.

Dazu wird über eine Abwurfeinrichtung, die mit Hilfe von Magneten am Mähdrescherunterboden befestigt wird, eine Verlustschale unter den Drescher in die Stoppeln gelegt. Dieser fährt dann mittig über die Schale, welche dann die vom Drescher hinterlassenen Ernterückstände auffängt. Darin sind dann alle Komponenten die wieder auf das Feld befördert werden.

Wir häckseln das gesamte Stroh von allen Kulturen. Spreu, Stroh und Linsen-, Weizen- oder Rapskörner die nicht ausgedroschen wurden landen in der Auffangschale. Die Probe sollte an einer Stelle genommen werden, die den Rest des Schlages möglichst gut repräsentiert. Der Schaleninhalt muss dann mit Hilfe eines Gebläses separiert werden. Es bleiben nur die Körner übrig, da diese schwerer sind als die anderen aufgefangenen Bestandteile der Pflanzen. Die Probe muss anschließend verwogen werden.

Die Fläche der Schale und das Gewicht werden dann auf einen Acre, oder einen Hektar, hochgerechnet. So können die Verluste des Mähdreschers für den aktuellen Schlag bestimmt werden. Sind diese zu hoch können die Mähdreschereinstellungen nach Bedarf angepasst werden. Dies minimiert Verluste beim Dreschen.

Verwiegen der Probe
Verwiegen der Probe

Es werden außerdem regelmäßig Proben aus dem Korntank gezogen, um die Feuchtigkeit im Erntegut zu bestimmen. Der Betrieb hat dazu ein eigenes stationäres Messsystem. Die Probe muss vorher exakt abgewogen werden. Dies zeigt eines der Fotos.

Vor allem bei den Partien die eingelagert werden spielt der richtige Feuchtegehalt eine große Rolle, um diese lagerfähig zu halten. Auch die Ware die sofort vermarktet und verarbeitet wird benötigt natürlich einen möglichst optimalen Feuchtegehalt, der vom Abnehmer vertraglich vorgeschrieben ist. Sind die Körner zu feucht, muss die entsprechende Fläche später geerntet werden oder die Partie wird mit einem Trockner im Silo auf den gewünschten Feuchtegehalt getrocknet.

Langsam werden die Tage kürzer, der Herbst rückt näher. Hier und da verfärben sich schon die ersten Blätter an den Bäumen. Ich bin gespannt was das Wetter in der nächsten Zeit bringt, vor allem wenn es mal richtig Winter wird. Heute hatten wir wieder etwas Regen, weshalb die Drescher erst einmal wieder still stehen. Den Raps haben wir jetzt komplett gedroschen, es stehen noch einige Hektar Weizen und jede Menge Linsen. Ein Kollege hat schon begonnen die ersten Weizenflächen zu striegeln. Dies dient der besseren Strohverteilung und ist eine leichte oberflächliche Bodenbearbeitung.

Diese Woche hat ein anderer Farmer auf einer Nachbarparzelle Weizen gedroschen. Das Erntegut wurde nicht abgefahren, sondern wie auf dem Foto (leider etwas unscharf) zu sehen in einem Schlauchsilo am Feldrand zwischengelagert. Diese Schläuche sieht man hier öfters. Eine Alternative zu den Hochsilos die auf vielen Farmen stehen.