Unglücklich im Job – Job wechseln oder geht es auch anders?

Erster Job, schönes Gehalt, spannendes Aufgabenfeld – eigentlich hat sich alles so gut angehört. Doch nach einigen Wochen stellt man fest, die Aufgaben passen leider nicht wirklich zu einem. Der erste Frust kommt auf. Schnell stellt sich die Frage „Job wechseln?“ oder geht es auch anders?

Die ersten Jahre nach der Schule sind geprägt von Abenteuer und Abwechslung: Die meisten finden in dieser Zeit den Partner fürs Leben, ziehen zusammen, beenden ein Studium. Die Lebensphase ist gefüllt mit wilden Partys, aufregenden Bekanntschaften und vielen tollen Erfahrungen. Eine gewonnene Freiheit, die nie zuvor dagewesen war.

Und dann… der erste Job. Ein schönes Gehalt, ein spannendes Aufgabenfeld – eigentlich hat sich alles so gut angehört. Doch nach einigen Wochen stellt man fest: Das Leben reduziert sich gefühlt auf Wochenenden und Urlaube. Der erste Frust kommt auf. Gesellen sich dann Stress, fehlende Wertschätzung und Familiendruck dazu, wird daraus ein giftiger Cocktail.

Habe ich die falsche Jobwahl getroffen?

Die alltägliche Unzufriedenheit, kleine Konflikte und die (normale) Abwesenheit von dauerhaftem Glück werden oft als Indiz für eine berufliche Umorientierung genannt. Dabei braucht es manchmal einfach nur ein neues Umfeld, ein anderes Team, eine Veränderung des Orts oder ein höheres Gehalt. Oft kann bereits ein Gespräch mit dem Arbeitgeber helfen. Möglicherweise lassen sich Aufgabenbereiche verändern oder erweitern. Sinnvoll ist es, wenn man allerdings bereits konstruktive Lösungen miteinbringen kann.

Wichtig ist daher, dass man sich im Vorfeld mit seinen persönlichen Vorstellungen auseinandersetzt: Warum entspricht die Stelle nicht dem, was ich mir gewünscht habe? Woran liegt es, dass ich nicht zufrieden bin? Was müsste ich ändern? Kann ich die Situation positiv beeinflussen oder lassen sich einzelne Aspekte ändern?

Tipp: Eine Liste mit Wünschen und Zielen kann helfen Orientierung zu schaffen. Denn bevor man ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder eine neue Stelle sucht, muss man selbst ganz genau wissen, was man tatsächlich will.

Mit einer falschen Jobwahl ist man nicht alleine

Sollte sich herausstellen, dass auch kleinere Veränderungen keine Zufriedenheit schaffen, ist das Wichtigste, dass man sich durch seinen Fehltritt nicht entmutigen lässt. Denn auch und gerade aus schwierigen Situationen heraus, kann man Vieles lernen. Oft lässt sich erst dann konkret formulieren, was man nicht mehr möchte und man kommt so seinem Traumjob wieder ein Stückchen näher.

Früher prägte die Tradition weitgehend den Werdegang der Jugendlichen. Heute kann man sich weniger an Vorbildern orientieren und auf vorgepfadeten Wegen gehen. Man muss seine Werte und Ziele selber entwickeln. Zudem ist die Berufswahlvorbereitung in den achtziger Jahren stehen geblieben. Berufswahlunterricht war an den Schulen früher eine Selbstverständlichkeit. Heute gibt es zwar mehr Positionen und Berufe, dafür aber keine Aufklärung. Wie kann man so also erwarten, dass alle auf Anhieb die richtige Wahl treffen?

Fazit: Die Arbeitswelt wird immer flexibler, man lernt heute keinen Beruf mehr für den Rest des Lebens. Berufliche Wechsel gehören also dazu und können, wenn sie gut durchdacht sind, sich positiv auf den Lebenslauf und auf das persönliche Glück auswirken.

Was tun, wenn man im Job bleiben muss

Nach reiflicher Überlegung ist man zu dem Entschluss gekommen, dass es keine kluge Entscheidung wäre, in der aktuellen Situation heraus den Job zu wechseln. Gründe dafür könnten zum Beispiel ein geplanter Familienzuwachs sein, eine regionale Verwurzelung, die einen Umzug schier unmöglich macht oder die Tatsache, dass man unschlüssig ist, was berufliche Alternativen seien könnten. Sich das einzugestehen, ist nicht unbedingt angenehm, denn der Frust im Job bleibt. Meist hilft es in dieser Situation trotzdem etwas zu verändern. Hier ein paar Alternativen:

    • Eine Weiterbildung anstreben
    • Einen Zweitjob suchen
    • Ein Ehrenamt ausüben
    • Sich einem Hobby intensiv widmen