Stellenanzeigen optimal gestalten und mehr Mitarbeiter*innen gewinnen

Zu monoton, zu viele Floskeln und nichtssagend – das Horrorszenario einer Stellenanzeige. „Schluss damit!“ wünschen sich viele Agrar Bewerber*innen. Mit diesen 7 Schritten erstellen Sie eine Stellenanzeige, die wirklich überzeugt.

Eine Stellenanzeige ist die Visitenkarte Ihres Agrarunternehmens. Das haben Sie sicher gewusst oder nicht? Stellenanzeigen werden in ihrer Außenwirkung völlig unterschätzt. Sie werden mit Floskeln gespickt und sind leider oft wenig aussagekräftig. Oftmals, weil die Zeit, die Kenntnis oder die Lust fehlt, die wirklich wichtigen Kernaussagen adäquat zu verpacken.

Wer als Agrarunternehmen heute passende Kandidat*innen anlocken möchte, der muss nicht nur die Agrar Stelle optimal beschreiben, sondern sich auch als Arbeitgeber vermarkten können. Denn die Konkurrenz ist groß. Sie müssen sich heutzutage bei Agrar Kandidat*innen bewerben und nicht andersrum. Es liegt also viel Bedeutung in Ihrer Stellenanzeige. Sie müssen überzeugen und das so authentisch wie möglich, ohne dabei zu übertreiben.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt eine Stellenanzeige aufbauen, veröffentlichen und sich als Agrar Arbeitgeber vermarkten, um die richtigen Agrarkandidat*innen zu gewinnen.

In 7 Schritten zur Stellenanzeige, die Agrar Kandidat*innen anlockt:

1. Schritt: Agrarunternehmensprofil – Wer sind Sie?

Dies ist Ihr Kurzportrait, in dem Sie Ihr Agrarunternehmen vorstellen. Diese Fragen sollten Sie dabei beantworten können:

  • Zu welchem Bereich in der Agrarbranche gehört Ihr Unternehmen (Futtermittel, Landtechnik, Agrar Dienstleistungen, Agrar Beratung, etc.)?
  • Wo ist Ihr Agrarunternehmen angesiedelt (Standorte, Niederlassungen)?
  • Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
  • Welches Ziel bzw. welche Vision verfolgt Ihr Agrarunternehmen?
  • Welches Produkt oder welche Dienstleistung bieten Sie?
  • Wie groß ist Ihr Agrarunternehmen, agieren Sie international?
  • Haben Sie flache Hierarchien oder viele Ebenen? Wie ist Ihre Unternehmenskultur?
  • Gibt es Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten?
  • Wodurch heben Sie sich von der Agrarkonkurrenz ab (Auszeichnungen, Marktführer, besonders beliebt etc.)?

Tipp: Hangeln Sie sich nicht nur an trockenen Fakten entlang, sondern wecken Sie Neugierde und Emotionen. Nutzen Sie auch die Verlinkung auf einer Standortkarte (Google Maps), die auf Agrar Jobportalen angeboten wird. Nutzer finden Sie dadurch viel schneller.

Schritt 2: Stellentitel wählen – Wen suchen Sie?

An dieser Stelle entscheidet sich schon, ob ein*e Kandidat*in weiterliest oder nicht. Englische Stellentitel sind hoch im Kurs. Den „Manager“ findet man fast überall. Doch ist dies die passende Agrar Jobbezeichnung? Manchmal widersprechen sich Titel und Tätigkeitsbeschreibung. Achten Sie daher genau darauf, dass der Titel passt. Stellen Sie auch den Verantwortungsgrad heraus (z.B. Junior, Senior, Teamleiter, Head of, etc.).

Wichtig: Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sind alle Arbeitgeber angewiesen auf Geschlechterneutralität im Stellentitel zu achten. Verwenden Sie im Stellentitel die Abkürzung „(m/w/d)“. Dies steht für „männlich/weiblich/divers“. Damit dokumentieren Sie, dass die Bewerberauswahl grundsätzlich geschlechtsneutral erfolgt.

Tipp für Online-Stellenanzeigen: Wählen Sie eine klar definierte Berufsbezeichnung und somit gängige Suchmaschinen-Begriffe. Nur so gewährleisten Sie, dass Ihre Anzeige über den Stellentitel online gefunden werden kann.

Schritt 3: Agrar Stelle beschreiben – Welche Aufgaben fallen an?

In diesem Teil beschreiben Sie die wichtigsten Tätigkeiten des*r Kandidaten*in. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn Sie müssen sich vorher genau Gedanken machen, wen Sie suchen. Ansonsten werden Sie Bewerbungen erhalten, die nicht passen, da Sie eine größere Zielgruppe ansprechen. Diese Fragen sollten Sie beantworten:

  • Welche Aufgaben gehören zum Verantwortungsbereich?
  • Gibt es Führungs- bzw. Personalverantwortung?
  • An welchem Standort befindet sich die Agrar Stelle?
  • Zu wann wird die Position vergeben (ab sofort, zu einem Bestimmten Datum)?
  • Ist die Stelle befristet oder unbefristet?
  • Handelt es sich um Teilzeit oder Vollzeit?

Versuchen Sie Aufgaben- und Prozessbeschreibungen möglichst konkret zu beschreiben. Nur so können Sie Missverständnisse zu Arbeitsbeginn vermeiden. Generell sollten Sie einen realistischen Eindruck von der Stelle hinterlassen.

Tipp: Es empfiehlt sich die Aufgaben in 6-7 Stichpunkten aufzuführen. Sie haben auch die Möglichkeit auf Videos zu verlinken, die den Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen darstellen oder auf Erfahrungsberichte von Mitarbeiter*innen auf der Homepage zu verweisen.

Schritt 4: Das Anforderungsprofil – Was erwarten Sie von Ihren Bewerber*innen?

Was muss ein*e Kandidat*in mitbringen? Hier liest man oft eine Mixtur aus „Wünsch dir was“. Also ein Kandidatenprofil, welches niemand wirklich erfüllen kann. Die Kunst liegt darin, die Anforderungen richtig anzusetzen. Welche Skills und wie viel berufliche Erfahrung müssen und welche sollten vorhanden sein? Unterscheiden Sie also zwischen Grundvoraussetzungen, die notwendig sind und solchen, die gewünscht, aber nicht unbedingt erforderlich sind. Seien Sie nicht zu restriktiv, beschränken Sie sich bei den „Must Haves“ auf ca. 3-4 Punkte. Ansonsten entmutigen Sie potenzielle Kandidat*innen, die zwar keinen geradlinigen Lebenslauf haben, sich aber von Ihren hohen Anforderungen abschrecken lassen.

Alle Anforderungen können Sie ebenfalls als Stichpunkte aufzählen. Die Anforderungen sollten absteigend nach Priorität angeordnet sein. Überlegen Sie zusammen mit dem jeweiligen Team, welche Fähigkeiten und Kompetenzen wirklich gefragt sind, um den entsprechenden Job erfolgreich zu meistern. Wenn Sie möchten, könnten Sie auch den*die vorherige*n Stelleninhaber*in (falls vorhanden) miteinbeziehen, um eine Einschätzung zu erhalten.

Tipp: Berufsanfänger*innen und Quereinsteiger*innen sind oft unsicher, ob sie sich bewerben sollen. Daher empfiehlt es sich, diese Zielgruppe in der Stellenanzeige direkt zu ermutigen, sich zu bewerben, wenn diese für Sie als Arbeitgeber in Frage kommen.

Schritt 5: Zusatzleistungen nennen – Was bieten Sie den Bewerber*innen?

Warum sollte ein*e Bewerber*in bei Ihnen arbeiten wollen? Darum geht es in der Unternehmensbeschreibung. Was macht Ihr Agrarunternehmen als Arbeitgeber einmalig? Was bieten Sie für Zusatzleistungen (Benefits)? Neben einer leistungsgerechten Vergütung sind ebenso flexible Arbeitszeiten, Selbstverwirklichung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Mitarbeiter*innen von großer Bedeutung. Ihr*e zukünftige*r Mitarbeiter*in möchte sich nicht nur gut in die neuen Aufgaben eingewöhnen, sondern sich auch im Unternehmen wertgeschätzt und wohl fühlen.

Wenn Sie sich jetzt selbst fragen „Oh, was biete ich denn an?“ und Ihnen nichts einfällt, dann denken Sie an Folgendes: Was für Sie vielleicht selbstverständlich erscheint, mag es für andere nicht unbedingt sein. Zum Beispiel das Anbieten eines Kaffeeautomaten, kostenlosem Obst oder Firmenevents. Listen Sie alle Benefits auf, die Sie als Arbeitgeber hervorhebt. Vielleicht ist einer dieser Punkte, genau der eine Grund, warum ein*e Mitarbeiter*in sich für Sie entscheidet.

Haben Sie bisher keine speziellen Zusatzleistungen bereitgehalten? Dann sollten Sie genau das in Zukunft tun. Falscher Egoismus ist an dieser Stelle fehl am Platz. Am Ende lohnt es sich immer in die Mitarbeiter*innen zu investieren. Denn Zusatzleistungen bringen einen echten Mehrwert, ohne dass sie Sie direkt viel kosten. Hiermit könnten Sie punkten:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle (z.B. Vertrauensarbeitszeit, flexible Arbeitszeit)
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z.B. Kita-Plätze)
  • Teamevents und teambildende Maßnahmen
  • Sport und Fitness-Angebote
  • Gesundheitsangebote (z.B. Masseur)
  • Betriebsrente
  • Bonuszahlungen (z.B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld)
  • Umsatzbeteiligungen
  • Weiterbildungsangebote
  • Kostenlose Getränke und Obst
  • Transportvergünstigungen (z.B. Bus- und Bahntickets)
  • Dienstwagen
  • IT-Anwendungen wie Firmenhandy und Firmenlaptop

Schritt 6: Bewerbungsverfahren erklären – Wie soll man sich bei Ihnen bewerben?

Ganz wichtig: Am Ende der Stellenanzeige sollten Sie unbedingt erklären, wie man sich bei Ihnen bewerben kann. Welche Form der Bewerbung bevorzugen Sie? Das kann zum Beispiel schriftlich per Post oder E-Mail sein, aber auch über das firmeninterne Bewerberportal oder die eigene Agrarunternehmenswebsite. Hierbei bitte die entsprechenden Links angeben.

In jedem Fall sollten Sie auch eine*n Ansprechpartner*in für Fragen zur Stelle mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse nennen. Falls die Bewerbung an eine andere E-Mail-Adresse gerichtet werden soll als die des Ansprechpartners, so geben Sie diese bitte an. Ebenso nennen Sie die Bewerbungsfrist. Erklären Sie auch, wie es nach Bewerbungseingang weitergeht, sodass die Bewerber*innen wissen, was erwarten werden kann.

Tipp: Machen Sie es den Bewerber*innen so einfach wie möglich, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Haben Sie schon darüber nachgedacht einen Chat für Bewerber*innen oder die Kontaktaufnahme über WhatsApp anzubieten? Dabei erfreut sich die Bewerbung über kurze Videos, meist ergänzend zur schriftlichen Bewerbung, immer größerer Beliebtheit bei Kandidat*innen.

Schritt 7: Agrar Stelle veröffentlichen und verbreiten – Wo und wie geht’s?

Wo sollte man die Stellenanzeige schalten? Das kommt darauf an, um welche Zielgruppe es sich handelt. Denn wer eine Agrar Jobanzeige schalten möchte, hat die Auswahl zwischen einer Print-Stellenanzeige in einem Agrar Magazin oder einer Online-Stellenanzeige in Jobportalen für den Agrarbereich. Überlegen Sie sich, wo Ihre Zielgruppe tendenziell häufiger nach Agrarjobs sucht bzw. ob auch eine Kombination aus Print und Online in Frage käme.

Heutzutage wird ebenso viel über Social Media kommuniziert. Warum nutzen Sie also nicht auch diesen Kanal? Wenn Sie eine Firmenwebsite haben, veröffentlichen Sie die Agrar Stellenanzeige dort und weisen mithilfe eines Posts bei Facebook oder Instagram auf diese hin.

Ein weiterer Weg ist die Verbreitung über Mitarbeiter*innen („Mitarbeiter werben Mitarbeiter“). Informieren Sie diese über die Ausschreibung, stellen Sie ihnen die Datei zur Verfügung und appellieren Sie, die Agrar Ausschreibung an Interessierte weiterzugeben. Oft ist dies ein unterschätzter Kommunikationskanal.

Wir wünschen viel Erfolg beim Verfassen Ihrer Stellenanzeige!

Wenn Sie direkt eine offene Agrar Position zu besetzen haben, schauen Sie gerne in unsere Anzeigenaufgabe.

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