Schluss mit Müdigkeit in Video-Telkos

5 Gründe, warum Video-Telkos uns so müde machen und 6 Tipps für mehr Frische

Gleicht dein Homeoffice Alltag auch einem regelrechten Video-Telko Marathon? Das schlaucht und macht uns müde. Aber woran liegt das und was kannst du aktiv dagegen tun?

Wer kennt es nicht? Stundenlanges Bildschirmstarren bei kleinen Videofenstern, zu vielen Teilnehmern, schlechter Tonqualität und eine Video-Telko jagt die nächste! Spätestens seit der Corona-Pandemie sind Videokonferenzen aus vielen Homeoffices nicht mehr wegzudenken.

So praktisch sie auch sind, so anstrengend können Videokonferenzen für Mitarbeiter*innen sein. Vor allem der nicht enden wollende Video-Telko Marathon, dem sich viele Arbeitnehmer*innen täglich stellen müssen, schlaucht extrem. Gefühlt sitzt man den ganzen Bürotag nur noch virtuell vor dem Bildschirm ohne Bewegung oder reale Kontakte. Das macht müde!

Diese Müdigkeit und Lustlosigkeit hast du sicher auch schon gespürt, oder? Das Symptom ist sogar wissenschaftlich bewiesen und nennt sich ZOOM FATIGUE. Aber warum sind wir ständig so müde und was können wir gegen diese Müdigkeit in Video-Telkos tun?

5 Gründe, warum uns Videokonferenzen so müde machen:

1. Grund: Kaum Körpersprache

In einer Video-Telko ist wahre Kommunikation gar nicht richtig möglich. Warum? Weil zur Kommunikation viel mehr als nur das gesprochene Wort zählt – und genau das fehlt. In Videotelkos ist die Person meist nur ab ihrer Oberköpermitte zu sehen, sodass Mimik-/Gestik-Interaktionen nicht wirklich sichtbar ist. Dabei machen gerade diese Aspekte ein Gespräch oft erst interessant. Bewusst oder unbewusst – aber für den Zuhörer ist das Wort allein meist eher langweilig. Das führt schneller zur Ermüdung als in normalen Meetings.

2. Grund: Multitasking – alles nebenher erledigen

Wer kennt das nicht: Man denkt, man kann sich mal eben ein bisschen zurücklehnen, weil jemand anders etwas vorträgt und schwubs erwischt man sich dabei, wie man ganz nebenbei die E-Mails checkt, beantwortet oder ein bisschen Online-Shopping erledigt. Genau dieses Multitasking nebenher ist ermüdend. In dem Moment konzentriert man sich auf zu viele Dinge gleichzeitig und wird keinem wirklich gerecht.

3. Grund: Technische Probleme

Bei diesem Punkt reiht sich eine Odyssee von Störquellen aneinander. Einige davon kennst du sicher! Verpixelte Bilder, schlechte Internetverbindungen, mäßige Tonqualität, Tonausfall, Bild eingefroren, etc. – all das führt zu zähen Unterbrechungen. Meist muss der Redner wieder von vorne anfangen, was die Video-Telko in die Länge zieht und alle Beteiligten nervt und ermüdet.

4. Grund: Keine Ruhe in den vier Wänden

Haustiere, die ins Bild springen, Partner, die mal eben eine Frage haben und ins Büro reinrufen oder die Kinder, die im Hintergrund Faxen machen – all das sind Störfaktoren, die unsere Konzentration in Videokonferenzen beeinflussen und uns daher müde machen. Selbst ein unruhiger Hintergrund (Regale voller Bücher, Bilder, Vorhänge, etc.) oder die Unordnung im Zimmer des Gesprächspartners kann beim Betrachter ablenkend wirken und somit seinen Fokus auf das eigentliche Gespräch schwächen.

5. Grund: Zu wenig Bewegung und Abwechslung

Das erklärt sich von selbst: Überleg einmal, wie viele Stunden du bei einem Tag voller Video-Telkos sitzt. Da kommt man schnell auf 8 von 8 Stunden. Das ist ganz schön erschreckend. Wenn man vorher zumindest noch den Weg von einem Konferenzraum zum nächsten hatte, so fällt dieser heute komplett weg. Auch der Besuch von Kolleg*innen in einem anderen Büro oder der Weg zur Kantine bzw. in die Stadt zum Mittagessen fällt aus. Da wundert es einen nicht, dass die Konzentration bei so wenig Bewegung sinkt.

6 Tipps für mehr Frische statt Müdigkeit in Video-Telkos:

1. Tipp: Mehr Pausen machen!

Mehr Pausen machen – klingt einfach, ist aber schwer umzusetzen. Denn genau hier liegt der Pain Point im Homeoffice. Du fragst dich bestimmt, was du in der Pause machen sollst, wenn du doch allein zuhause sitzt? Da könnte man eigentlich auch weiterarbeiten, denken sich viele. Und schon ist man im Teufelskreis: Weniger Pausen, mehr Arbeit, schneller müde!
Mach also eine Pause zwischen deinen Telkos. Am besten mit Bewegung, denn die geringe körperliche Aktivität wird stark unterschätzt. Je nachdem wieviel Zeit zwischen den Videotelkos liegt, könntet du z.B. einen kurzen Spaziergang machen oder dir ein Getränk holen. Das gibt dir etwas Abstand und du kannst dich besser auf die nächste Videotelko einstellen.

2. Tipp: Bewegung hilft beim Denken

Da wir schon beim Thema „bewegen“ sind: Wenn du die Möglichkeit hast, deine Videokonferenz auch mobil und außerhalb deines Büros stattfinden zu lassen, dann nimm dein Smartphone und das Headset mit und geh an der frischen Luft spazieren, während du in deiner Telko steckst. Das geht am besten, wenn du dabei deine Bildfunktion ausstellst (sonst stört dein Hintergrund andere!). Es reicht aber auch schon eine kleine 5-minütige Stretching-Einheit zwischen den Videotelkos, um die müden Muskeln munter zu machen.

Fakt ist: Bewegung erhöht die Denkleistung und das wirkt deiner Müdigkeit direkt entgegen. Und noch besser: Bewegung erhöht die Kreativität und reduziert gleichzeitig den Stress.

3. Tipp: Selbstansicht ausschalten

Du bist eh schon kritisch mit dir selbst? Wer ist das nicht! Und dann noch diese ständige Bildfunktion, in der man sich selbst sieht, während man spricht. Ein permanentes Selfie – halleluja! Das ist für viele Personen (gerade Frauen) eine zusätzliche Belastung. Da gibt es einen einfachen Trick: Schalt die Selbstansicht aus. Aber Vorsicht: Denn nur du kannst dich nicht mehr sehen, die anderen sehen dich weiterhin sehr wohl!

Was der Unsicherheit entgegenwirkt, ob man denn bei ausgeschaltetem Bild immer noch gut genug aussieht, ist folgendes: Arrangiere vorher dein Bild mit passendem Licht, Hintergrund und Kamera-Winkel. Prüfe die Selbstansicht einmal zu Anfang der Konferenz und schalte sie dann aus. So kannst du dich besser auf die Bilder deiner Gesprächspartner konzentrieren und bist nicht mit deinem eigenen beschäftigt.

4. Tipp: Augen-Yoga entspannt

Deine Augen bringen Höchstleistung während deines Video-Telko Alltags. Sie starren stundenlang auf den Bildschirm und das in immer gleichbleibender Position. Wie wäre es da, sie gezielt zu entspannen? Hierzu gibt es spezielle Yoga-Übungen für das Gesicht und die Augenpartie. Dabei kann es allerdings schon reichen, einfach mal ein paar Sekunden aus dem Fenster zu schauen, um die Augen wieder etwas an die weite Sicht zu gewöhnen.

5. Tipp: Aktiv bleiben – Kritzeln erlaubt!

Du musst deine Video-Telkos nicht unbeteiligt über dich ergehen lassen. Du kannst sie als Teilnehmer*in auch aktiv gestalten. Bereite dir ein paar Fragen vor bzw. formuliere eigene Ziele, wie etwa den Wunsch, etwas Bestimmtes ansprechen zu wollen. So bleibst du konzentrierter, als wenn du dich passiv zurücklehnst. Nutze die Telkos also für dich selbst.
Was die Konzentration ebenfalls hoch hält ist, wenn du dir Notizen machst. Sollte eine Diskussion ausschweifen und nichts Wichtiges mehr zu notieren sein, fang an zu kritzeln! Ja, es ist tatsächlich beweisen, dass Kritzeleien uns hinterher an das gesprochene Wort erinnern, obwohl wir es zu dem Zeitpunkt recht langweilig fanden. Du wirst dich hinterher erinnern können.

6. Tipp: Push dich kurz vorher auf!

Etwas Koffein hat noch nie geschadet. Die Betonung liegt auf „etwas“. Denn wenige Tassen Kaffee am Tag sind gesund und machen dich pünktlich zur Videokonferenz munter. Du kannst dir natürlich auch einen schwarzen oder grünen Tee machen, denn auch der wirkt aktivierend.