Mit einem Ehrenamt in deiner Agrar Bewerbung punkten

Mit einem Ehrenamt kannst du in deiner Bewerbung richtig punkten. Denn für die Agrarbranche spielt es eine wichtige Rolle. Aber Vorsicht: Das gelingt nur, wenn du es richtig angehst!

Eine ehrenamtliche Tätigkeit steht für besonderes soziales Engagement in der Gesellschaft. Bei vielen Agrar Arbeitgeber*innen und Personaler*innen kommt dies sehr gut an. Also solltest du dein Ehrenamt in jedem Fall im Lebenslauf erwähnen – oder etwa nicht? Ja und nein, denn nicht jede ehrenamtliche Tätigkeit hat Vorteile für die Bewerbung. Wer sein Ehrenamt im Lebenslauf platzieren möchte, der sollte dies bewusst entscheiden. Denn nicht jedes Ehrenamt passt auch zum potenziell neuen Agrar Job. Hier erfährst du, wie du dein Ehrenamt perfekt für deine Bewerbung nutzt.

Wie wichtig ist das Ehrenamt in der Landwirtschaft?

Eine Umfrage des dlv-Markforschungspanels agri EXPERTS ergab, dass sich Landwirte stark für das soziale Miteinander einsetzen. So gaben 98 % der befragten Landwirte an, dass sie sich ehrenamtlich engagieren. Dabei kamen sie sogar auf durchschnittlich 15 Stunden im Monat. Das ist schon sehr beachtlich! Das Ehrenamt spielt also eine bedeutsame Rolle in der Landwirtschaft.

Laut der agri EXPERTS Umfrage engagieren sich die Befragten in folgenden Bereichen:

  • 63 Prozent sind Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr
  • 33 Prozent engagieren sich in Landfrauenverbänden
  • Ein Drittel setzt sich im politischen Bereich ein
  • 28 Prozent der Landwirte sind in der Kirche aktiv

Da wundert es nicht, dass das Ehrenamt im Lebenslauf eines Agrarlers sehr gut ankommt.

Welche Vorteile hat es ein Ehrenamt im Lebenslauf anzugeben?

Wenn du ein Ehrenamt ausübst, kann dies durchaus von Vorteil sein, da es ganz unterschiedliche Auswirkungen auf deine Bewerbung haben kann, die gut ankommen. Dies sind einige Vorteile:

  • Berufserfahrung: Du erhältst viele neue Kompetenzen und Kenntnisse, die dir später im Beruf helfen können. Es kann einen ähnlichen Stellenwert wie ein Praktikum annehmen.
  • Soft Skills: Ein Ehrenamt im Lebenslauf ist ein guter Beweis für soziale Kompetenzen wie Kommunikation, Organisationsgeschick, Verantwortungsbewusstsein oder Teamfähigkeit.
  • Karrieresprungbrett: Mithilfe eines Ehrenamtes sammelst du Vitamin B, also wichtige Kontakte, die dein Netzwerk erweitern und dir im Agrarjob helfen können.
  • Alleinstellungsmerkmal: Mit einem Ehrenamt im Lebenslauf kannst du dich von Bewerbern deutlich abheben, vor allem, wenn dein Ehrenamt sich positiv auf deinen zukünftigen Agrarjob auswirkt.

Nicht alle Ehrenämter kommen gut an!

Qualität statt Quantität! Es hilft dir nichts, wenn du eine Vielzahl an Ehrenämtern aufzählst, diese aber nicht mit deinem potenziellen Agrar Job in Verbindung stehen. Es könnte eher so wirken, dass du keine Zeit mehr neben dem Ehrenamt für deinen Agrar Job hast. Überlege dir also gut, ob und welches Ehrenamt bzw. welche Ehrenämter du in deiner Bewerbung präsentierst. Stell dir hierzu vorher folgende Fragen:

  • Passt das Ehrenamt zu mir als Person?
  • Was möchte ich mit dem Ehrenamt über meine Persönlichkeit sagen?
  • Wie wirkt das Engagement auf meinen neuen Arbeitgeber?
  • Harmoniert das Ehrenamt mit dem ausgeschriebenen Agrar Job?

Wähle weise! Dein Ehrenamt braucht in jedem Fall einen inhaltlichen Bezug zu dem Agrar Job, auf den du dich bewirbst.

Wo sollte man ehrenamtliche Tätigkeit in der Bewerbung platzieren?

Es gibt verschieden Stellen, wo du dein Ehrenamt in deiner Bewerbung platzieren könntest. Empfohlen wird es im Lebenslauf zu positionieren. Hier kannst du es entweder in den Rubriken „Hobbys und Interessen“ unterbringen oder in einer eigenen Kategorie wie z.B. „Ehrenamtliche Tätigkeiten“.

Auch für das Ehrenamt gilt dieselbe Darstellungsform, wie für all deine anderen Stationen im Lebenslauf. Du könntest es wie folgt darstellen:

„seit 06/2021: Ehrenamtliche Tätigkeiten bei der Interessengemeinschaft für XY, in [Ort].
Tätigkeiten: Organisation von Veranstaltung, Erstellung von Rundschreiben, Vorträge.“

Wie kann man das Ehrenamt im Vorstellungsgespräch präsentieren?

Um dein Ehrenamt perfekt zu präsentieren, solltest du für das Bewerbungsgespräch bereits ein paar kluge Antworten parat haben. Denn bedenke, dass du dein Ehrenamt in der Freizeit ausführst und die Zeit ggf. mit deiner zukünftigen Arbeitszeit in Konkurrenz stehen könnte. Daher möchten Arbeitgeber*innen wissen, warum sich dein Ehrenamt auch indirekt für sie lohnt.

Argumentiere also mit den positiven Effekten, die die Ausübung deines Ehrenamtes auf deinen Agrar Job haben kann. Dazu sind oben bereits einige Vorteile aufgeführt (z.B. Praxiserfahrung, Soft Skills, Netzwerk, etc.).

Du solltest aber auch erläutern können, warum dir das gewählte Ehrenamt so wichtig ist. Wenn du z.B. für eine landwirtschaftlichen Verband arbeitest, könntest du deine Überzeugung wie folgt darstellen:

„Ich engagiere mich gerne für den Verband XY, weil ich der Überzeugung bin, dass ich damit einen Mehrwert für unsere heimische Landwirtschaft bringe. Mit meiner Tätigkeit setze ich mich insbesondere für bessere Rahmenbedingungen ein, sodass Landwirt*innen nachhaltiger wirtschaften können.“

Fazit:

Laut der oben erwähnten Umfrage engagiert sich die Mehrheit der Landwirt*innen heutzutage ehrenamtlich. Da wundert es nicht, dass man mit einem Ehrenamt beim zukünftigen Agrar Arbeitgeber durchaus punkten kann. Doch nur, wenn das passende Ehrenamt ausgewählt wird und dies einen positiven Effekt auf den potenziellen Agrar Job hat, kann dies wirklich gelingen.