13 Tipps gegen Stress auf der Arbeit

Ein bisschen Stress im Job braucht man doch immer oder nicht? Stress aktiviert Körper und Geist. Aber Achtung: Zu viel Stress macht krank. Erfahre hier, wie du Stress im Agrar Job vermeidest.

„Neun von zehn Deutschen leiden unter Stress bei der Arbeit und gerade junge Arbeitnehmer kommen häufig an ihre Belastungsgrenze“ (Quelle: StepStone). Ob wir Stress als negativ oder positiv empfinden kommt darauf an, wie wir die Stresssituation wahrnehmen. Lässt sich die Aufgabe erreichen, dann fühlt sich die Aktivierung positiv an. Ist man überfordert, fühlt sich die Stresssituation negativ und belastend an. Stress kann also nützlich sein, darf aber nicht zu Überforderung oder gar einem Dauerzustand führen.

Aber was solltest du tun, wenn du bemerkst, dass du dauerhaft gestresst bist und darunter leidest? Diese Tipps helfen dir, Stress zu bewältigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Was löst Stress auf der Arbeit aus?

Stress am Arbeitsplatz hat verschiedene Ursachen. Zu den wichtigsten Stressauslösern gehören:

  • Hohe Arbeitsverdichtung
  • Innerer (Erfolgs-) Druck
  • Termindruck und ständige Erreichbarkeit
  • Schlechtes Arbeitsklima, fehlende Anerkennung
  • Höhere Belastung als die persönliche Widerstandsfähigkeit („Burn-Out“)
  • Zu viel Routine und geistige Unterforderung („Bore-Out“)
  • Große Erwartungen an den Job, die in Ernüchterung münden
  • Neuer Arbeitsplatz
  • Eine Führungskraft, die sehr hohe Anforderungen stellt
  • Agieren gegen die eigenen Wertvorstellungen

Wie kannst du Stress auf der Arbeit vermeiden?

Schon kleine Veränderungen können viel bewirken und dich vor negativem Stress bewahren. Hier sind Tipps, die helfen, Stress im Agrar Job zu bewältigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

1. Arbeitstag strukturieren

Um einen kühlen Kopf im Agrar Job zu behalten, solltest du dich direkt morgens strukturieren. Dabei helfen dir To-Do Listen. Sortiere alle Aufgaben nach Priorität. Denn nicht alles, was morgens reinkommt muss sofort erledigt werden. Wenn am Abend etwas nicht erledigt wurde, steht es auf der Liste für morgen an. Das hilft dir, die Übersicht zu behalten und entspannt dich dabei „Nichts-zu-vergessen“.

2. Eigenen Arbeitsrhythmus finden

Kennst du deinen eigenen Arbeitsrhythmus, der dir guttut? Finde es heraus, denn nicht jeder Mensch ist zur gleichen Tageszeit gleich effektiv. Du kannst nicht immer Vollgas geben. Bist du eher früh morgens produktiv oder erst am Nachmittag? Brauchst du z.B. nach vielen Terminen eine ruhige Pause in der frischen Luft ohne Kollegen? Oder erholst du dich besser in geselliger Runde? Find deinen eigenen Rhythmus, um Stress zu vermeiden.

3. Regelmäßig Pausen machen

Einfacher gesagt als getan: Öfter mal Pause machen. Das hilft einen neuen Blick auf die Arbeit zu bekommen und die Gedanken zu entspannen. Auch der Wechsel zwischen konzentrierten, anstrengenden und eher routinierten, weniger anstrengenden Aufgaben hilft, den Stresspegel zu senken.

4. Nicht immer erreichbar sein

Von dir wird erwartet, dass du immer erreichbar bist? Das ist nicht gesund. Besprich mit deinem Vorgesetzten, wann Arbeitszeit ist und wann sie endet. Ständige Erreichbarkeit in deiner Freizeit sollte nur in Ausnahmefällen ok sein.

5. Persönliche Stressauslöser kennen und vermeiden

Oben sind bereits einige Stressauslöser aufgelistet. Du hast dich darin wiedergefunden? Frag dich, was genau dich in einer bestimmten Position angreift: Fühlst du dich gedrängt? Gemaßregelt? Angegriffen? Unfähig? Nicht gehört? Jeder reagiert anders auf stressauslösende Situationen. Wenn du deine eigenen Stressauslöser kennst, kannst du sie reflektieren und lernen, die Situation weniger stressig wahrzunehmen. Wer z.B. sehr penibel ist, leidet mehr unter hohem Zeitdruck als jemand, dem Perfektion nicht so wichtig ist. Andere fühlen sich schnell gemaßregelt, wenn nicht jeder ihrer Vorschläge direkt auf Zuspruch stößt.

6. Nicht jede Aufgabe sofort annehmen

Rufst du gerne sofort „HIER!“, wenn es neue Aufgaben zu verteilen gibt? Also neigst du gerne dazu, dir mehr aufzuhalsen, als dir guttäte? Dann entscheide nächstes Mal bewusst, was du annimmst und was nicht. Nimm dir Zeit und überleg vorher, ob es nicht eine weniger stressige Lösung gibt.

7. Helfersyndrom abstellen

Du bist einer derjenigen, die sich gerne für andere einsetzen und prinzipiell immer zu allem „JA“ sagt? Das ist sehr lobenswert, kann aber für dich selbst schnell stressig sein. Versuch nicht immer allen anderen alles recht zu machen. Überleg das nächste Mal, ob du wirklich wieder helfen möchtest oder ob es nicht auch eine andere Lösung gibt, die Dinge aufzuteilen oder abzugeben.

8. Sprich über deine Situation

Der Stress auf der Arbeit macht dir schon lange zu schaffen? Dann spricht darüber – mit Kolleg*innen und/oder auch mit deinem Vorgesetzten. Denn am Ende hat auch er/sie nichts davon, wenn du nicht mehr leistungsfähig bist und ggf. für längere Zeit ausfällst.

9. Highlights im Privatleben

Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Work-Life-Balance wird immer wichtiger. Daher ist es wichtig, dass du dir persönliche Highlights setzt, auf die du dich in stressigen Zeiten freuen kannst. Ob das ein Kurztrip ist oder ein schöner Wellnesstag, das spielt keine Rolle. Gönn dir Auszeiten im stressigen Alltag.

10. Mehr Bewegung & mentale Ruhe

„Jetzt nur noch nach Hause auf die Couch“ – das denken sich viele nach einem harten Arbeitstag. Das ist auch eine Art der Erholung, aber nicht die beste Alternative. Denn Stress erhöht den Aktivitätsdrang des Körpers. Das kann sich unangenehm anfühlen, lässt sich aber ausgleichen, wenn du dich körperlich aktivierst. Ausdauersportarten wie Joggen oder Fahrradfahren reduzieren erwiesenermaßen das Stresslevel. Es kann aber auch ein täglicher Spaziergang sein. Auch ruhige Beschäftigungen wie Yoga, Achtsamkeitsübungen oder Meditation helfen dir dabei runterzukommen. Find heraus, was dir guttut.

11. Musik hören

Klingt simpel und ist es auch. Hör auf der Arbeit (z.B. mit Kopfhörern) und im Feierabend deine Lieblingsmusik. Am besten hörst du die Musik, die du z.B. mit einem schönen Urlaub verknüpfst. Dann kommen die Erinnerungen hoch. Das senkt das Stresslevel.

12. Downshifting – weniger ist mehr

Downshifting nennt sich der Gegentrend zu „höher, schneller, weiter“ auf der Karriereleiter. Stattdessen geht es um den „Abschied vom Aufstieg“. Das bedeutet weniger Stress, weniger Arbeit, mehr Zeit für sich selbst. Beim Downshifting gibt es zwei Optionen: Du kannst auf der gleichen Position weniger arbeiten, z. B. 35-Stunden statt 40-Stunden-Woche. Oder du nimmst eine entspanntere Job Position an, die mit weniger verantwortungsvoller Arbeit verbunden ist. Bei beiden Entscheidungen solltest du deinem Vorgesetzen gute Argumente liefern können.

13. Job wechseln

Die letzte Option, Stress auf deiner Arbeit zu vermeiden, wäre es, den Agrar Job zu wechseln. Denn wenn dich der Job nicht glücklich macht, dann ist das tatsächlich unterbewusster Dauerstress. Die Entscheidung kostet Mut und sollte gut überlegt sein. Vor allem solltest du deine Stressauslöser auf der derzeitigen Arbeit kennen und genau abwägen, ob sie dir nicht im neuen Agrar Job wiederbegegnen.

Tipp: Je nachdem wie ausgelaugt du dich fühlst, solltest du vorher eine längere Auszeit nehmen. Mal komplett abschalten und deine neue Berufswahl gut durchdenken.