Landwirt/-in

Kein Beruf ist so abwechslungsreich wie dieser!

Die Arbeit als Landwirt oder Landwirtin ist äußerst vielseitig und kaum mit einem anderen Berufsbild zu vergleichen. Hier erfährst du, was die täglichen Aufgaben eines Landwirtes/einer Landwirtin sind, wie die Berufsausbildung abläuft und welche vielseitigen Perspektiven dir dieser Job bietet.

Landwirt Berufsbild
Der Beruf Landwirt ist sehr abwechslungsreich und kaum mit einem anderen Job vergleichbar.

Was genau macht ein Landwirt? Und warum ist dieser Beruf so besonders?

Als Landwirt beschäftigst du dich in deinem Berufsalltag mit dem Anbau, der Produktion und der Vermarktung von Nutzpflanzen sowie der Haltung und Vermarktung von Nutztieren. Dabei wendest du verschiedene Produktionstechniken für beispielsweise die Tierhaltung und den Ackerbau an. Du bist zudem zuständig für den Ablauf des täglichen Geschäfts – nicht nur auf dem Feld oder im Stall, sondern auch im Büro.

Wenn du in der Landwirtschaft als Landwirt oder Landwirtin arbeiten möchtest, dann bist du wahrscheinlich entweder auf dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb tätig, bei einem anderen landwirtschaftlichen Betrieben angestellt oder du arbeitest für ein Lohnunternehmen. Das Besondere ist, dass viele Betriebe bis heute familiengeführt sind.  Das wirkt sich nicht nur auf dein Arbeitsumfeld aus, sondern auch auf deinen Tätigkeitsbereich. Denn auf Familienbetrieben unterstützt du vielfach als einziger Mitarbeiter den Betriebsleiter und trägst viel Verantwortung. Du bist auf dem Feld, im Stall und auch im Büro beschäftigt.

In der Landwirtschaft gibt es verschiedene Schwerpunkte eines Hofes. Oftmals sind diese Betriebszweige allerdings kombiniert, weil sie nicht ohne einander funktionieren:

  • Ackerbau
  • Futterbau
  • Milchviehhaltung
  • Mutterkuhhaltung
  • Rinderaufzucht
  • Rindermast
  • Bullenmast
  • Schweinehaltung
  • Ferkelerzeugung
  • Geflügelhaltung
  • Schafhaltung
  • Neue Energien, z. B. Biogas

Ein anderer Schwerpunkt von landwirtschaftlichen Betrieben sind Dienstleistungen im Bereich Tourismus, z. B. Urlaub auf dem Bauernhof, Heuhotels oder Bauernhofcafés. Zu vielen Betrieben gehört außerdem Wald, der meist ebenfalls bewirtschaftet wird. Einige Landwirte bauen auch Sonderkulturen, wie Gemüse, Obst oder Beeren an. Auf Betrieben mit angeschlossenem Hofladen verkaufst du die Produkte direkt an den Kunden. Unterscheiden kann man die Ausbildungsbetriebe auch nach Ihrer Wirtschaftsweise: konventionell oder biologisch.

Landwirt Pflanzenbau
Als Landwirt erzeugst und verkaufst du pflanzliche Produkte und versorgst die Menschen mit hochwertigen Nahrungsmitteln.

In Kürze: Was mache ich im Pflanzenbau?

Du erzeugst und verkaufst pflanzliche Produkte und versorgst die Menschen mit hochwertigen Nahrungsmitteln. Im Pflanzenbau setzt du moderne Maschinen und Geräte ein. Das beginnt mit der Bodenbearbeitung, geht über die Saat sowie Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen bis zur Ernte der Pflanzen. Du versorgst die Pflanze mit Nährstoffen und erkennst Pflanzenkrankheiten rechtzeitig. Auf konventionell wirtschaftenden Betrieben setzt du dazu zugelassene Pflanzenschutzmittel ein. Auf biologisch wirtschaftenden Betrieben wendest du andere Methoden zur Kontrolle von Unkräutern und Krankheiten an (mechanische Unkrautbekämpfung, alternative Fruchtfolgen). Zum Aufgabenfeld gehört außerdem die Ernte von Getreide und Futterpflanzen. Auf dem Betrieb verkaufst oder verarbeitest du die Ernteprodukte weiter, z. B. Futtergetreide, als Silage für die Tiere oder als Substrat für die Biogasanlage.

Landwirt Rinderhaltung
In der Tierhaltung kümmerst du dich u.a. um Schweine, Rinder oder Geflügel. Dabei steht die tägliche Fütterung und Gesundheitsüberwachung im Vordergrund.

In Kürze: Was mache ich in der Tierhaltung?

In der Tierhaltung kümmerst du dich bespielsweise um Schweine, Rinder oder Geflügel. Die Tiere müssen täglich gefüttert werden. Bei Schweinen setzt du überwiegend Getreide und Kraftfutter ein. Die Rinder bekommen als Grundfutter Gras- und Maissilage, das auf den Feldern angebaut und geerntet wird. Anschließend legst du es den Rindern mit verschiedenster Fütterungstechnik vor. Täglich kontrollierst du den Gesundheitszustand der Tiere. Bei Krankheiten oder Verletzungen behandelst du sie oder rufst den Tierarzt an. In deiner Ausbildung lernst du auch das Fruchtbarkeitsmanagement. Dazu gehört die Bestimmung des optimalen Zeitpunktes für die Besamung, das Besamen selber und die Trächtigkeitsuntersuchung.

Du musst die tragenden Tiere immer im Auge behalten und überwachst die Geburten. Du kümmerst dich um die Aufzucht des Nachwuchses, dazu gehört die passende Fütterung und das Impfen. Außerdem beobachtest du, ob sich Kälber oder Ferkel normal entwickeln. Regelmäßig müssen die Tiere und deren Erzeugnisse vermarktet werden. Einige Betriebe verkaufen wenige Wochen nach der Geburt die Kälber und Ferkel an andere Betriebe, die sie dann großziehen. Sind sie fertig gemästet, werden sie wiederum von den Tierhaltern an Schlachthöfe verkauft. Die Milch von den Kühen wird direkt vom Hof abgeholt und an Molkereien geliefert. Dort wird sie weiterverarbeitet. Auf Milchviehbetrieben gehört das Melken zu den Hauptaufgaben. Meistens wird zweimal, manchmal auch drei Mal pro Tag gemolken. Wenn die Ställe leer sind, müssen sie gereinigt und desinfiziert werden. Besonders wichtig ist das in Schweineställen, damit keine Krankheiten ausbrechen.

Ausbildung zum Landwirt

Du siehst also, das Berufsbild Landwirt/in ist besonders breit gefächert. Daher muss dies auch die Ausbildung sein – sie macht dich fit für Feld und Stall. Du erhältst außerdem Kenntnisse in Betriebsplanung sowie Buch- und Unternehmensführung. Je nach deinem Interesse bzw. Angebot kannst du dir einen Ausbildungsbetrieb aussuchen, der einen oder mehrere der oben genannten Schwerpunkte betreibt.

Voraussetzungen: Habe ich das Zeug zum Landwirt?

Du bist dir noch nicht ganz sicher, ob du eine Ausbildung zum Landwirt absolvieren möchtest? Wenn dein Interesse an Natur, Tieren und Pflanzen gepaart ist mit handwerklichem Geschick und Interesse an moderner Technik und Maschinen, hast du grundlegende Voraussetzungen, um in der Landwirtschaft tätig zu sein. Die Arbeiten auf den Betrieben sind sehr abwechslungsreich, deshalb solltest du auch Organisationstalent, Selbständigkeit, Problemlösefähigkeit und Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Flexibilität sollte selbstverständlich sein, denn ungewöhnliche Arbeitszeiten, auch am Wochenende, früh morgens oder bis in den späten Abend, sind die Regel. Für das Führen und Bedienen von Landmaschinen ist ein bereits vorhandener Führerschein vorteilhaft. Die formalen Voraussetzungen sind schnell erklärt. Es ist kein bestimmter Schulabschluss erforderlich. Die meisten Betriebe verlangen aber einen Haupt- oder Realschulabschluss. Wenn du das Abitur hast, kann nach dem Abschluss deiner Ausbildung der Zugang zu Fortbildungen und zum Studium, und damit der berufliche Aufstieg, erleichtert werden. Alle diese Punkte treffen auf dich zu? Du möchtest Gewissheit haben, ob dieser Beruf wirklich zu dir passt? Dann kann ein Praktikum Klarheit bringen!

Landwirt Ausbildung
Auf Familienbetrieben unterstützt du oftmals als einziger Mitarbeiter den Betriebsleiter und trägst viel Verantwortung.

Inhalte und Ablauf: Was erwartet mich bei der Ausbildung als Landwirt?

Die Entscheidung ist also gefallen: du willst Landwirt werden. Nun möchtest du natürlich Details zum Ablauf wissen. Die Ausbildung zum Landwirt dauert in der Regel drei Jahre und erfolgt dual, das heißt die praktische Arbeit im Betrieb wird durch den Unterricht in der Berufsschule ergänzt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzt werden. Während der Ausbildungszeit lernst du alles über die Pflanzenproduktion, wie Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte. Außerdem erfährst du wie Nutztiere gehalten und versorgt werden. Der Landwirt muss auch die Vermarktung seiner Produkte übernehmen, deshalb ist auch das Wissen darüber und über Betriebsführung Bestandteil der Ausbildung. Die Technik erleichtert heutzutage die Abläufe auf den Betrieben sehr stark. In deiner Ausbildung lernst du diese richtig einzusetzen und anzuwenden.

Um diesen gesamten Bereich abdecken zu können, ist es sinnvoll die Ausbildung in verschiedenen Betrieben zu absolvieren. Dabei muss es sich um anerkannte Ausbildungsbetriebe handeln. Dort steht dir ein Ausbilder zur Seite, der mit dir einen Ausbildungsplan erstellt. Die jeweiligen Inhalte orientieren sich an den saisonalen Begebenheiten. Diese Themen spiegeln sich auch in den Fächern wieder, die dir während der landwirtschaftlichen Ausbildung in der Berufsschule begegnen. Dort erhältst du theoretisches Hintergrundwissen, die dir die praktische Arbeit vor Ort erleichtert. Damit du die vielen neuen Informationen gut verarbeiten und behalten kannst ist es erforderlich ein Ausbildungsheft zu führen, heute meist in digitaler Form. Also eine Art Tagebuch über deine Ausbildung.

Bei aller Leidenschaft für die Arbeit, natürlich möchtest du auch Geld verdienen. Die Vergütung variiert von Bundesland zu Bundesland und ist zusätzlich davon abhängig in welchem Ausbildungsjahr du dich befindest. In der Regel liegt der Verdienst während der Ausbildung zwischen 500€ und 800€. Den Abschluss deiner Ausbildung bildet die Prüfung. Diese gliedert sich in einen praktischen und theoretischen Teil.

Tätigkeiten und Perspektiven: Was kommt nach der landwirtschaftlichen Ausbildung?

Neben der Arbeit auf dem Hof, gibt es für Landwirte auch Stellen im vor- und nachgelagerten Bereichen des Agribusiness. Dazu gehören unter anderem der Landhandel, Lohnunternehmen, Hersteller von Futtermitteln und Produktionstechnik sowie landwirtschaftliche Versicherungen und Beratungen. Du siehst, es gibt genug, was du nach der Ausbildung zum Landwirt machen kannst.

Egal in welchem Bereich du später arbeiten wirst, Fortbildung ist für Landwirte immer ein Muss. Zum einen um immer auf dem aktuellen Stand zu sein, zum anderen um berufliche Aufstiegsmöglichkeiten zu haben. Wenn du es anstrebst einen eigenen Hof zu übernehmen, solltest du eine Meisterprüfung ablegen. In den Kursen zur Vorbereitung auf diesen Abschluss, lernst du alles über Betriebs- und Mitarbeiterführung und erwirbst betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Ein alternativer Weg zu diesem Ziel ist der Abschluss des Agrarbetriebswirtes an einer Fachschule. Aber auch Landwirte ohne eigenen Betrieb sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. In diesem Fall ist es empfehlenswert sich auf einen Bereich zu spezialisieren, wie z.B. als Herdenmanager oder als Agrarbürofachkraft. Zu diesem Zweck absolvierst du eine Fortbildung zum Fachagrarwirt in dem jeweiligen Bereich.

Perspektiven erweitern: Kann ich „Landwirtschaft“ auch studieren?

Wenn du über die Fachhochschulreife verfügst, kannst du direkt oder nach deiner landwirtschaftlichen Ausbildung ein Studium in Agrarwirtschaft oder Agrarwissenschaften absolvieren. Dabei kannst du zwischen unterschiedlichen Schwerpunkten, wie z.B. Nutztierwissenschaften, Pflanzenproduktion oder Ressourcenmanagement wählen. In der Regel ist die Aufnahme eines Studiums auch nach dem Abschluss einer Fachschule möglich. Die Meisterprüfung kann das Abitur ebenfalls ersetzen. Das Studium ist an Fachhochschulen und an Universitäten möglich. Der Abschluss erfolgt mit der Bachelor- oder Masterarbeit. Der Lehrplan der Studiengänge ist an Fachhochschulen eher anwendungsorientiert, während die Ausbildung an Universitäten eher wissenschaftlicher ausgerichtet ist.

Mehr als nur Landwirt – Die Vielfalt der grünen Berufe

Nicht nur Landwirte arbeiten auf Höfen. In speziellen Betrieben, die sich beispielsweise auf Sonderkulturen wie Obst-und Weinbau spezialisiert haben, werden auch spezielle Fachkräfte benötigt. So gehören z.B. Gärtner der verschiedenen Fachrichtungen und Winzer ebenfalls zu den Ausbildungsberufen in der Landwirtschaft. Auch Berufe im Dienstleistungsbereich oder in nachgelagerten Bereichen, wie Laboranten, gehören dazu. Hier erhältst du einen Überblick über das breite Feld der Grünen Berufe.

Bei dieser Vielfalt ist doch bestimmt auch für dich etwas dabei! Du willst die Herausforderung annehmen und in der Landwirtschaft tätig werden? Wir wünschen dir viel Erfolg bei diesen abwechslungsreichen und spannenden Aufgaben!

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