It’s showtime, girls!

Die Show konnte ohne weitere Zwischenfälle um 18:30 Uhr beginnen. Es ging los mit der März-Klasse. Wir starteten sofort mit unserem „besten Pferd im Stall“. Unser Baby-Kalb (die Kälber der März-Klasse werden hier tatsächlich Babys genannt) ist Winterbay Goldwyn LORA. Dieses milchtypische und für ihr Alter enorm stark entwickelte Kalb ist die Vollschwester von Winterbay Goldwyn LOTTO, Grand Champion der Royal. Die Royal ist die zweitgrößte Schau der Welt (nach der World Dairy Expo in Madison) und findet jedes Jahr im November in Toronto statt. LORA wurde erst vor 2 Wochen von Steve und Mike (Velbros Farms Ltd.) gekauft. Im Ring lieferte sie sich ein Kopf an Kopf- Rennen mit einer sehr guten Fever-Tochter und konnte sich am Ende gegen 19 andere Kälber durchsetzen! Ein wahnsinns Erfolg für die beiden Besitzer!

Die anderen Kälber und Kühe wurden eher mittelmäßig bis schlecht platziert. Am Ende hatten wir 2 dritte Plätze, 2 vierte Plätze, 4 letzte Plätze und die anderen im Mittelfeld. Das liegt nicht unbedingt an den Tieren selbst, wir hatten zwei EX Kühe und auch die anderen Tiere waren in Top-Form. In dieser Region sind die besten Züchter Kanadas vertreten, viele gute Kühe, Siegerinnen auf Schauen sowie eine enorm gute Zuchtentwicklung und dementsprechend viele Bullenmütter. Das sind nur einige wenige Punkte, die in Bezug auf Zuchtqualität in Brantford und Ontario zu nennen sind.

Ein Highlight für mich: Ich durfte bei der Show 4 Tiere vorführen. Dazu zählten neben einer Bolton- Tochter (Dezember- Klasse) und einer Roy-Tochter (September- Klasse) auch mein Liebling GOGO (VG 83, Senior 2- year-old) und DONNA (EX 90, Junior 3-year-old). Leider waren diese aufgrund ihrer starken Konkurrenz erfolglos. Grand Champion wurde die elfjährige DOTTIE, die auch bei der Royal schon einmal denn Titel Grand Champion trug.

Am Freitagmittag kam es dann zum Endspurt: Der 4-H Wettbewerb stand auf dem Plan. Im Gegensatz zu den Wettbewerben in Deutschland starteten sie mit den ältesten Vorführern. Das ist auch für die meisten Jungzüchter hier neu und zum Teil noch gewöhnungsbedürftig. Es soll aber dazu dienen, den jüngeren Kindern zu zeigen, wie sie ihr Kalb vorführen sollen. Die Vorführweise unterscheidet sich kaum zu der in der Heimat. Ich habe nur 2 Unterschiede feststellen können: Zum Einen wird beim Einziehen in den Ring so lange vorwärts geführt, bis der Letzte mit seinem Rind im Ring ist. Desweiteren unterscheidet sich die Positionierung beim Aufstellen zum Preisrichter etwas. Die Hinterbeine stehen einen Schritt auseinander, wie zuhause, die Vorderbeine hingegen stehen parallel und nicht um eine Klauenlänge versetzt. Außerdem werden hier die Gruppen anders eingeteilt.

Hier wird nicht nach dem Alter des Vorführers geschaut, sondern nach der Anzahl der Teilnahmen jedes Einzelnen. Gruppe 1 ist für die Kinder, die zum ersten Mal teilnehmen, Gruppe 2 für das 2. und 3. Jahr, Gruppe 3 für die Jahre 4-6 und Gruppe 4 für über 6 Jahre. Teilnehmen kann jeder im Alter von 10 bis 22 Jahren, für die 5- 10- jährigen Kinder gibt es einen eigenen Wettbewerb, „Pre-4-H“ genannt. Hierbei erzielte die Enkelin meines Chefs den 4. Platz! Auch ein weiterer Sieg ging an meine Gastfamilie: Louies´ Nichte sicherte sich zum ersten Mal den Titel ´Reserve- Grand- Champion´.

Das Fazit dieser Tage: Ich habe sehr viele gute Kühe gesehen, habe mich als Tier-Betreuerin wie in meiner Heimat gefühlt und habe schon zwei Termine für die nächste und übernächste Woche: Am Sonntag und Montag soll ich bei den Vorbereitungen für eine Jersey-Show helfen und einige Tiere vorführen und in zwei Wochen werde ich einem anderen Züchter bei der Tierbetreuung und dem Vorführen helfen. Beide Züchter haben meinen Chef gefragt, ob er mich für ein paar Stunden/Tage entbehren könne!