Grasernte Teil 2: Silieren

Da die Entfernung vom Paddock zum Silo auf der Hauptfarm teilweise sehr kurz war, bestand die größte Herausforderung darin, am Silo das Erntegut schnell verdichtet zu bekommen. Ziel ist es durch einen raschen Luftabschluss die Milchsäuregärung zu fordern um das Risiko von Nacherwärmung und Schimmelbildung zu mindern. Ebenso sollte am Silo der Schmutzeintrag so gering wie möglich gehalten werden um das Auftreten unerwünschter Gärschädlinge wie Butter- oder Essigsäurebakterien zu vermeiden. Daher haben wir den Siloboden bereits zuvor mit dem Hochdruckreiniger gesäubert.

Im Minutentakt brachten die Traktorzüge das Erntegut zum Silo und ließen weder den Häcksler auf dem Feld noch den Frontlader auf dem Silo stillstehen. Glücklicherweise hat das Wetter den ganzen Sonntag über mitgespielt und so wurden wir von Regen verschont. Da am Abend wieder die Kühe gemolken werden mussten und parallel zur Einsilierung die täglichen Routinearbeiten auf der Farm weiterliefen entschieden wir das Silo am nächsten Tag abzudecken. Aufgrund der Tatsache, dass sich im Silo noch Futter vom letzten Winter befand, überlappten wir die alte und neue Silofolie und beschwerten diese anschließend mit Autoreifen und Sandsäcken. Siliermittel wurden nicht eingesetzt.

Als das Silo dann komplett abgedeckt war, fiel uns allen ein Stein von Herzen. Die Anspannung der letzten Wochen ließ nach und wir blickten auf drei ereignisreiche Tage zurück. Tom war froh, dass er den ersten Schnitt nun einsiliert hat und zeigte sich sichtlich zufrieden. Er schätzt, dass die Silage einen Trockenmassegehalt von 22 % hat und hat zur genaueren Analytik Proben entnehmen lassen. Die Paddocks werden nun nach dem Schnitt mit Gülle gedüngt und können in ca. vier Wochen wieder beweidet werden. In ca. sechs Wochen wird dann der zweite Schnitt (von anderen Paddocks) erfolgen, welcher in Rundballen gepresst wird. Leider werde ich dann schon wieder in Deutschland sein und dies nicht miterleben können …