Freizeit in Neuseeland: Meine ersten Abenteuer

Neuseeland als Ziel meiner zweiten Reise auszuwählen, war nicht nur arbeitstechnisch ein Volltreffer, sondern auch aufgrund der atemberaubenden und vielfältigen Landschaft ein wahrer Glücksgriff. Meine freien Tage (immer 6 Tage Arbeit, 2 Tage frei) habe ich deshalb bestmöglich ausgenutzt um die Gegend rund um den Betrieb zu erkunden. So habe ich mich zum Beispiel nach meiner ersten Woche ins Auto gesetzt (was bei dem Linksverkehr noch etwas gewöhnungsbedürftig war) und bin einfach mal los gefahren.

Da auf der Karte unweit vom Betrieb ein Berg eingezeichnet war, schlug ich diese Richtung ein. Aufgrund von sehr schlechtem Wetter habe ich erst bemerkt, dass ich diesen schon erreicht hatte, als ich links und rechts von kleinen Gebirgen eingeschlossen war. Irgendwann entdeckte ich ein Hinweisschild zu einem See (Lake Clearwater), auf dessen Suche ich mich dann sogleich machte.

Staunend fuhr ich über einen sehr langen Schotterweg, von dem aus weit und breit nur Hügel und Wolken zu sehen waren. Da dies der erste See und die ersten Berge waren, die ich in diesem fremden Land gesehen habe, war ich sofort begeistert, von der Natur vom ersten Augenblick an fasziniert und habe, beim See angekommen, diesen ungewohnten Moment unendlich lange genossen.

Danach musste ich zum ersten Mal tanken. Auf der Suche nach einer Tankstelle kam ich zu einem kleinen Ort in der Nähe des Berges. Dort stoppte ich in einem Restaurant um mich zu stärken und nach dem Weg zur nächsten Säule zu fragen. Mit einem Blick auf die Uhr fragte mich die Kellnerin nach meinem Speisewunsch und schickte mich anschließend zu der einzigen Tankstelle dieses Ortes, da um 17 Uhr der Laden geschlossen werden würde. Nach dem Auffüllen kam ich genau passend zurück zu der Gaststätte; mein Essen war schon fertig. Auch dies verwunderte mich sehr, schließlich war ich eine Fremde und hatte noch nicht gezahlt…

Auf dem Rückweg zu meinem Betrieb fiel mein Blick auf ein richtungsweisendes Schild zu einem Wasserfall (Sharplin Falls). Spontan fuhr ich diesem nach, und in mittlerweile strömenden Regen rannte ich auf einem kleinen Pfad etwa 30 Minuten lang zwischen tropischen Gewächsen zu dem Wasserfall. Dieser war, wie ich schmunzelnd feststellen musste, nur etwa einen Meter hoch. Aber immerhin, ein kleines Abenteuer hatte ich dadurch doch erleben können. Pitschnass und eine Stunde später war ich wieder zuhause, und blickte stolz, fasziniert und glücklich auf meinen ersten Erkundungstag zurück, der mich noch so viel neugieriger auf alles machte, was dieses Land versprach. Dies war also der Start in viele abwechslungsreiche Tage.

Im nächsten Berichts berichte ich mehr vom Leben und meinen Ausflügen hier in Neuseeland …