Gefährliche Maisernte und Neubau eines Kälberstalls

Jetzt ist es schon November. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Auf dem Feld sind schon fast alle Arbeiten gelaufen. Wenn das Wetter so schön bleibt, wie es zur Zeit ist (trocken, sonnig und bis zu 13°C ), werden im Laufe dieser Woche die verbliebenen Felder mit Sojabohnen abgeerntet und die letzten Reihen Silomais (Sorte Hyland 0159) gehäckselt.

Auch den letzten Schnitt Hay (80% Alfalfa/Luzerne, 10% Wiesenlieschgras und 10% Borsten-/Besengras) haben wir schon gemacht. Da das Hochsilo (24ft x 90ft = 7,315m x 27,43m, Lagerkapazität 800 ton/720 t) von den ersten drei Schnitten gefüllt war, wurde die Silage in Rundballen gepresst. Nach dieser Woche steht dann nur noch der für die Feuchtkorn- Maisschrot- Silage vorgesehene Mais (Hochsilo: 20ft x 52ft = 6,1m x 15,8m, Lagerkapazität 275 ton/ 250t).

Mit der Silomais- Ernte haben wir schon vor einigen Wochen begonnen. Ein 6- reihiger Häcksler hat zuerst alle Felder losgehäckselt. Danach wurde dann mit dem 3- reihigen Häcksler des Betriebes weitergefahren. Die von einem Trecker gezogene Erntemaschine bläst den zerkleinerten Mais auf einen dahinter angehängten Wagen. Bei den andauernden Berg- und Talfahrten kann diese Kombination manchmal sehr gefährlich werden. Vor allem auf nassen Böden reißt dann der Wagen oder der Ernter gerne mal aus. Das hat, wie in den vergangenen Jahren schon, auch in diesem Jahr zu einigen Beulen, geplatzten Reifen und einem umgekippten Wagen geführt.

Vor allem das letztere hat mich schockiert, alle anderen blieben aber eher gelassen (Kommentar mit leichter Ironie: „Ohne einen kleinen Unfall würde uns etwas fehlen“). Das passiert anscheinend jedes Jahr im Endspurt der Ernte mit den mittlerweile 30 Jahre alten Wagen. Ziemlich unbekümmert werden dann die Gabeln und Schaufeln geholt, der Mais vom gekippten Hänger geschaufelt und in einen anderen Wagen geladen. Der Großteil der Maissilage wird ebenfalls in einem Hochsilo (20ft x 60 ft = 6m x 18,3m, Lagerkapazität: 400ton/ 360t) gelagert. Seit einigen Tagen ist dieses gefüllt und die Fütterung der Milchkühe mit der frischen Silage wurde begonnen. Die Rinder bekommen neben Hay-Rundballen auch Maissilage aus einem Siloschlauch (200 ton/ 180t).

Vor 6 Wochen haben wir mit dem Bau eines Kälberstalles begonnen. Gebaut wurde nach dem Prinzip: So einfach und günstig, wie es geht. Wären die Bauarbeiter permanent vor Ort gewesen und alle Bauteile rechtzeitig angekommen sind, hätte dieses Gebäude in 2 Wochen fertiggestellt werden können. Einige Probleme und Unstimmigkeiten sowie nicht zuletzt das wechselhafte Wetter haben die Arbeiten jedoch ständig verzögert. Mit dem Erdbohrer wurden zu Beginn die Löcher für die Stützen gebohrt. Nach dem Einsetzen dieser sowie dem Anbringen von Querverstrebungen wurde das Dach aufgelegt. Dieses wurde zuvor von dem alten Stall eines anderen Landwirtes heruntergenommen und in 2 Teilen zum Betrieb transportiert. Danach konnten die Betonarbeiten beginnen. Die Betonschicht beträgt 7-10 cm, der Futtertisch wurde nachträglich etwas höher aufbetoniert. Einige Tage später wurden die Außenwände angebracht. Das ging recht schnell, da nur 2 Wände (Rückwand und 1/2 Seite) geschlossen wurden.

Geschützt und unter Dach ist also nur der Strohbereich, gefüttert wird unter freiem Himmel. Die Abtrenn- und Fressgitter sind ebenfalls aus einem alten Stall entfernt worden. Gord und Mike haben vor etwa 2 Wochen mit den Schweißerarbeiten begonnen um diese Gitter dem neuen Stall anzupassen und kälbergerecht umzubauen. Gestern konnten die ersten eingebaut werden, zwei der fünf Ställe wurden eingestreut und danach habe ich dann die ersten 12 Kälber in ihr neues Zuhause gebracht.