Ein Besuch auf dem National Ploughing Championship Festival

Das Highlight dieser Woche war das National Ploughing Championship in Athy, County Kildare. Die ganze Familie fieberte diesem Ereignis schon seit Wochen entgegen. Die Kinder bekamen für diesen Tag extra schulfrei und freuten sich sehr auf diesen Tagesausflug.

Während unserer zweistündigen Hinfahrt erfuhr ich, dass es sich bei diesem Festival wohl um die größte Outdoor-Agrarmesse in Europa handelt. Neben dem Leistungspflügen, das 1931 aus einer Debatte zwischen zwei Farmern verschiedener Counties entstand, welches County besser im Pflügen ist, zieht in der heutigen Zeit besonders die großflächige Freilandausstellung jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Der hiesigen Presse zu Folge kamen dieses Jahr bereits am ersten Tag der Veranstaltung 71.000 Menschen nach Athy, darunter auch meine Gastfamilie und ich.

Der erste Eindruck vor Ort erinnerte mich ein bisschen an die DLG-Feldtage oder die Agritechnica auf freiem Feld. Von weiten konnte man schon die vielen Ausstellerzelte und die großen Maschinen sehen, aber auch die großflächigen Ackerfelder auf denen das Leistungspflügen später stattfinden wird.

Nachdem wir dann endlich auf dem Messegelände waren, stärkten wir uns erstmal mit einem traditionellen irischen take-away Frühstück: der breakfast-roll. Für den deutschen Magen um 11 Uhr etwas ungewohnt beinhaltet dieses Mega-Brötchen zwei Würstchen, Schinken und ein Rührei mit ordentlich Ketchup und Senf. Während wir uns also mit dieser Kalorienbombe für den Tag stärkten, studierten wir parallel das Messeprogramm und den Ausstellerplan. Schnell stand fest, dass wir erstmal in der „Tierecke“ alles erkunden und später vielleicht die Maschinen und den Pflugwettbewerb anschauen wollen.

Wobei das Programm noch einiges mehr zu bieten hat: Von Haus und Garten, Heimtiere und Pferde, Autos und Trucks, Lebensmittel und Kochevents, sowie Lifestyle und Fashion Shows war für jedermann etwas dabei. Verständlich also, dass neben dem Fachpublikum auch viele Familien die Gelegenheit nutzten einen Tagesausflug nach Athy zu starten. Darüber hinaus gab es ein buntes Kinderprogramm, Ponyspiele, das Pflügen mit Pferden, Schäferwettbewerbe mit Hütehunden, Livemusik und Tanz und natürlich jede Menge kulinarische Köstlichkeiten. Eben alles was ein großes Festival so braucht.

Nachdem wir gegen Mittag eine kurze Pause eingelegt hatten, beschlossen wir uns danach zu trennen, so dass jeder noch mal Gelegenheit hatte, die Bereiche anzuschauen, die ihn besonders interessieren. Nachdem ich in der Tierecke dann alles gesehen hatte, zog es mich zu den Maschinen und ich war erstaunt, wie viele deutsche Marken ich da sah. Von den großen namhaften Treckerherstellern, über die deutschen Mähdrescher bis hin zu allerlei Anbaugeräten fand ich vertraute Farben und Logos wieder. Es ist schon irgendwie beeindruckend, wenn man im Ausland eine solche Präsenz deutscher Landtechnikfirmen sieht. Da wird einem erstmal bewusst, welchen immensen Stellenwert die heimische Landtechnikindustrie in der globalen Agrarwelt hat. Und dass Maschinen bei mir Heimatgefühle auslösen können, war mir vorher auch noch nicht bewusst.

So schlenderte ich noch ein wenig über das Messegelände, bevor ich mich dann zum Ploughing Match – dem Leistungspflügen aufmachte. Am Acker angekommen musste ich dann feststellen, dass der Wettbewerb für den ersten Tag bereits beendet ist. Ich habe mich dann ein bisschen umgeschaut und ein par Fotos von den umgepflügten Bahnen gemacht. Am Rande der Bahnen standen die Trecker mit großen Schildern der jeweiligen Counties.

Nicht weit entfernt unterhielten sich die Farmer über ihre Pflüge und Traktoren, während die Jury mit Block und Stift die umgepflügten Bahnen bewertete. Nachdem es hier also nicht mehr allzu viel zu sehen gab und das Pflügen mit den Pferden, sowie die Hütehunde-Wettbewerbe auch schon beendet waren, konnte ich noch ein Ponyspiel sehen und machte mich danach wieder auf zum Messegelände.

Tom war zu dieser Zeit gerade beim roten Marktführer für automatische Melkverfahren und informierte sich über den Neuesten Stand der Technik. Natürlich konnte man auch einen Melkroboter arbeiten sehen, nur leider nicht an einer echten Kuh, sondern nur an einer Euterattrappe. Kurze Zeit später verließen wir dann das Messegelände voller neuer Eindrücke. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass dieses Ploughing Match Festival so viel zu bieten hat. Die Iren stehen uns also in Sachen Agrarmessen in nichts nach.