Die füttern hier Soda Grain…

Hallo, heute berichte ich euch etwas über die Fütterung auf meinem Gastbetrieb oder eher eine Fütterungskomponente: Soda Grain, Übersetzung: Soda – Natron , Grain – Getreide.
Ich habe vor meinem Besuch hier noch nie vorher davon gehört, und deswegen habe ich mich ein wenig erkundigt.

Sodagrain kommt ursprünglich aus Irland und diente dazu minderwertiges und verderbliches Futtergetreide haltbar und besser verdaulich für Wiederkäuer zu machen.

Zur Herstellung

Herstellung von SodagrainUm Sodagrain herzustellen benötigt man zum einen Getreide, am besten Gerste oder Weizen.
Als zweites Natriumhydroxid, besser bekannt als Ätznatron oder in Verbindung mit Wasser Natronlauge ( ist übrigens wirklich sehr ätzend wie ich feststellen musste). Als letzte Komponente Wasser.

Man muss alle drei Komponenten in einem passenden Verhältnis mischen (Wasser möglichst zuletzt hinzugeben) um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Das Laden des Getreides erfolgt auf unserem Betrieb hier mit einem Radlader und als Mischer dient ein Keenan Paddelfuttermischwagen.
Dieser Futtermischwagen ist zudem noch mit einem Wasseranschluss ausgerüstet, der es erlaubt, dass das zugefügte Wasser gleichmäßig aud die gesamte Mischung verteilt wird.

Nun zu dem interessantesten Teil: Wie wird aus unserem Futtergetreide Sodagrain?

Bei der chemischen Reaktion, die einsetzt sobald man der Mischung Wasser hinzufügt, zersetzt das stark ätzende Natriumhydroxid die äußere Schale des Getreidekorns und macht es so leichter verdaulich, dabei entsteht auch Stärke, die der Mischung eine zunächst klebrige halbfeste Konsistenz gibt, später jedoch aushärtet und das Sodagrain so seine lose bröckelige Konsistenz gibt. Bei dieser Reaktion fällt zudem noch ein sehr nützliches Nebenprodukt an, Natriumbicabonat, besser bekannt als Natron. Natron ist stark alkalisch und beugt so zudem noch eine Pansenazidose bei unseren Kühen vor, die normalerweise bei einer zu getreidereichen Ration besonders bei Masttieren auftritt.

Sodagrain als Grundfutterkomponente ist zudem so interessant hier in den trockeneren Regionen Westaustraliens, da hier die Herstellung von Silage als Grundfutter viel teurer ist als Futtergetreide, und stellt somit in Verbindung mit Stroh als Rohfaserquelle und passendem Mineralfutter eine echte Alternative zu der uns bekannten Silagefütterung dar.

Ich melde mich demnächst wieder mit einem neuen Bericht.
Bis dahin machts gut und liebe grüße vom anderen Ende der Welt.

Maximilian