Der Rinder- und Schaftransport

Hallo, Ich begrüße euch zur 6. Ausgabe meines Auslandstagebuchs. Heute berichte ich euch von den Ereignissen von letztem Dienstag.

Am letzten Dienstag durfte ich für einen Tag dem normalen Erntegeschehen entfliehen und habe einen Tag lang Rinder transportiert. Bevor jedoch meine Fahrt losgehen konnte, mussten mein Chef und ich am frühen Morgen die Rinder erst vorsortieren und verladen.

Kaum waren die 25 Rinder auf dem Auflieger, ging es auch schon los in Richtung GinGin Schlachthof.
Über für australische Verhältnisse schmale Asphaltstraßen fuhren wir mit 100 km/h durch den Busch und durch hügelige Landschaft.

Erster Abschnitt meiner Reise: Coomberdale-GinGin 120 Kilometer

ViehtransporterAngekommen auf dem Schlachthof die erste Panne des Tages, wir stehen nicht auf der Anlieferungsliste für den heutigen Tag! Nach kurzer Ratlosikeit und einem Telefonat mit dem Büro des Schlachthofs war der Fehler aber schnell gefunden, denn wir lieferten nicht für den heutigen Tag an sondern den morgigen und dessen Plan war noch nicht ausgehängt.
Mir wurde dann kurzerhand eine freie Wartebucht für die Rinder zugeteilt und ich konnte meine Ladung los werden.

Nach dem Entladen war ich auch bereit für den zweiten Teil meiner Reise.
Eine weitere Ladung Rinder von der gestrigen Auktion am Muchea Livestockcenter abholen, wo mein Chef bei der Schafauktion schon auf mich wartet.

Zweiter Abschnitt meiner Reise: GinGin-Muchea 23 Kilometer

Schafe treibenAls ich schon gegen Mittag auf dem Livestockcenter eintreffe ist die Auktion von heute schon gelaufen und mein Chef erwartet mich schon grinsend mit einem Eiskaffee in der Hand an der verabredeten Ladestelle.

Er erklärt mir, dass bevor wir die Rinder von der gestrigen Auktion verladen können erst die 800 Schafe zusammentreiben müssen, die er heute gekauft hat. So verbringen wir die nächsten 2 Stunden mit der Suche nach freien Wartebuchten für die Schafe und dem Treiben der Tiere durch die langen Gänge des Livestockcenters.

Immer wieder kreuzen andere Schafherden unseren Weg, da wir nicht die einzigen sind, die ihre Schafe zusammentreiben und für den Transport fertig machen. Den Transport unserer Schafe übernimmt ein Spediteur, der sich auf Viehtransporte spezialisiert hat. Die sogenannten Livestockcarter fahren spezielle Auflieger mit bis zu 4 Stockwerken für Schafe und können so mit Leichtigkeit 1000 Schafe auf einmal mit einem Roadtrain transportieren.

Es ist schon fast halb 3 als wir endlich die Rinder für unser Feedlot auf den Auflieger treiben und ich meine Heimreise antreten kann. Mein Heimweg führt mich über den Great Northern Highway direkt über Moora zurück zu unserer Farm.

Letzter Abschnitt meiner Reise: Muchea-Coomberdale 155 Kilometer

LKWAngekommen auf der Farm um halb 5 lade ich leicht erschöpft die Rinder von dem Auflieger ab und sehne mich nach einem frühen Feierabend, als mein Chef mit dem Pick-up vorfährt und vorschlägt die Tiere gleich noch zu Impfen und ihnen Ohrmarken einzuziehen. Das wars dann wohl mit dem frühen Feierabend.
Nach weiteren anderthalb Stunden war dann aber auch das erledigt und ein ereignisreicher Tag neigte sich seinem Ende zu.

Bis zum nächsten Mal

Maximilian