Chef ist weg und ein neues Feuer bricht aus

Willkommen zu Ausgabe Nummer 11 meines Auslandstagebuchs. Heute berichte ich euch über die Ereignisse der letzten Woche.

Wie ich euch ja schon in der letzten Ausgabe berichtet habe, bin ich im Moment allein auf der Farm.
Die Woche fing für mich wie gewöhnlich am Sonntag mit der Versorgung der Tiere an, da an diesem Tag auch die Schafe auf den Äckern zu füttern waren, nahm das den Großteil meines Tages in Anspruch. Den Rest des Tages verbrachte ich damit Sodagrain herzustellen. Am Ende des Tages dachte ich mir, dass das ein guter Start in eine gute Woche sei. Sschon am folgenden Tag sollte ich aber herausfinden, dass ich da völlig falsch lag.

Montag verbrachte ich meinen Tag nach dem Füttern damit, die Zäune zu reparieren, die sowohl die Kälber, als auch die Rinder in ihren jeweiligen Weiden ziemlich demoliert hatten.

So stand ich am Nachmittag im Feedlot und plagte mich mit den Zäunen herum als ich plötzlich ein lautes Krachen hörte. Ich fuhr erschrocken herum und sah kurz hinter dem Hügel eine Rauchsäule aufsteigen!

Ich rannte so schnell ich konnte hoch zu meinem Pickup, auf dem zum Glück der Löschtank montiert war, und fuhr in aller Eile zu dem Feuer. Wie sich mir offenbarte war das Feuer ca. 20 Meter von meiner Unterkunft entfernt in einem leerstehenden Haus ausgebrochen und breitete sich recht schnell auf den umliegenden Garten und das Land dahinter aus.

Ich tat mein bestes die Ruhe zu bewahren, was jedoch nur wenig von Erfolg gekrönt war und begann damit das Feuer so zu bekämpfen wie es mir mein Chef eindringlich bei unserer ersten Brandbekämpfung erklärt hat: Als erstes wirfst du die Pumpe an, am besten noch bevor du am Feuer bist. (hatte ich natürlich vergessen)

Dann setzt du dich in den Pickup nimmst die Spritzdüse in die Hand und löschst das Feuer von außen nach innen,damit es sich nicht weiter ausbreiten kann. (Soweit, so gut)
Und das wichtigste ist, fahr nie vor das Feuer! (das kam mir genau dann in den Sinn als ich im Begriff war vor das Feuer zu fahren).

Als ich gerade an meiner ersten Umrundung des Feuers war klingelte mein Handy, ein Blick auf das Display zeigte mir, dass es mein Chef war. Ich nahm ab.  „Alles ok bei dir?“, kam es vom anderen Ende der Leitung,“hab gehört es brennt bei uns, wie schlimm ist es?“
Nachdem ich ihm kurz die Außmaße erläutert hatte sagte er: “Mach dir keine Sorgen, ein anderer Farmer hat das Feuer gesehen und mich angerufen, alle anderen wissen schon bescheid. Die sollten gleich da sein, davon abgesehen weißt du ja wie das funtkioniert.“

Mein Chef sollte recht behalten, keine 5 Minuten nach seinem Anruf sah ich schon den Buschfeuertruck anrollen und einige Minuten später auch die anderen Farmer mit ihren Pickups.
Mit ihrer Hilfe war das Feuer innerhalb einer Stunde gelöscht.

Wie sich bei näherer Untersuchung später rausstellte war das Feuer von einem Kurzschluss am Haus ausgelöst worden, jedoch hatte das Haus selbst, abgesehen von der Veranda, kaum Schaden genommen. Generell ist bei dem Brand nichts Wichtiges beschädigt worden.
Den Rest des nun schon weit vorangeschrittenen Tages verbrachte ich damit, die Strom- und Wasserversorgung der Farm wiederherzustellen, denn beides war durch das Feuer nicht mehr funtionsfähig. In der Nacht stand ich mehrere Mal auf, um sicher zu gehen, dass das Feuer auch wirklich aus war, so wie es die anderen Farmer mir geraten hatten, aber zum Glück fand ich nichts.

Am nächsten Tag bekam ich dann jedoch die Auswirkungen des Feuers an einer anderen Stelle zu spüren. Wir hatten durch das Löschen des Feuers fast alles Wasser aus dem Versorgungstank verbraucht. Das als solches stellt kein Problem dar, aber da es an diesem Tag über 40 Grad heiß werden sollte, war der Wasserverbrauch der Tiere genauso hoch. Ich benötige allerdings Wasser aus dem Tank um die Rationen der Tiere zu mischen und Sodagrain zu machen, also blieb mir nichts anderes übrig, als zusätzlich Wasser von der nahe gelegenen Pumpstation zu Nutzen.

Der Rest der Woche war dann allerdings wieder relativ ruhig bis auf ein paar Wasserlecks und ich verbrachte die meiste Zeit in der Werkstatt, wo ich einige Reparaturen an den Pickups und dem Radlader durchführte.