BVD-Beprobung der Färsen

Letzte Woche stand das Einziehen der neuen BVD-Ohrmarken auf dem Arbeitsplan. Bovine-Virus-Diarrhoe ist eine hoch ansteckende und verlustreiche Virusinfektion. In Deutschland wie in Irland schätzt man, dass 70-80 % der Rinderbestände von dem Pestvirus betroffen sind. Häufig wird eine Infektion im Betrieb erst spät erkannt, wodurch erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen. Wichtig also, dass man seinen Bestand beprobt um Trägertiere rechtzeitig ausfindig zu machen. Mit dem Ziel infizierte Tier zu erkennen und aus den Beständen zu eliminieren und somit die Infektionsgefahr zu senken, soll der Virus nachhaltig eingedämmt werden.

Anstelle der kostenintensiven Blutproben haben die Landwirte nun die Möglichkeit mittels einer neuen BVD-Stanzohrmarke (Gewebeprobe) ihre Rinderbestände auf eine BVD-Infektion zu testen. In Irland wird dies ab dem nächsten Jahr Pflicht und kann dieses Jahr auf freiwilliger Basis durchgeführt werden. Tom war sich zwar sicher, dass er keine BVD-Tiere im Bestand hat, entschied sich aber dennoch den Test bei den Färsen durchzuführen.

So machte ich mich nach dem Melken mit dem Quad zum anderen Ende der Farm auf und trieb die Färsen zur Hauptfarm. Da wir die Färsen in einem Arbeitsschritt auch entwurmen, bereiteten wir alles entsprechend vor und organisierten die verschiedenen Arbeitsschritte. Während der Farmarbeiter die Färsen in den Behandlungsstand trieb und Tom diese zunächst entwurmte, musste ich alles für das Einziehen der neuen BVD-Ohrmarke vorbereiten. Diese kleinen, rundlichen Ohrmarken sind mit einer eigenen, fortlaufenden Nummer versehen und können mit einer speziellen Zange ins Ohr des Rindes eingezogen werden. Dabei wird aus dem Ohr eine Gewebeprobe gestanzt, welche anschließend in einer kleinen Tube laborreif versiegelt wird.

Da bei positivem Befund BVD-infizierte Tiere gemerzt werden müssen, lag die wichtigste Aufgabe in der richtigen Zuordnung der alten Ohrmarken-Nummer (Tieridentifikation) mit der neuen Ohrmarken-Nummer (BVD-Test). Diese Nummernpaare wurden von mir akribisch in einer Liste dokumentiert während Tom einer Färse nach der anderen die neuen Ohrmarken am rechten Ohr einzog. Wie auch die normale Ohrmarke verbleibt diese lebenslang am Tier und garantiert bei negativen Laborergebnis dem Tier einen lebenslangen „unverdächtigen BVD-Status“, sprich diese Tiere müssen nie wieder beprobt werden.

Nachdem wir alle Färsen behandelt hatten, wurden die Gewebeproben in einem verschlossenen Beutel mit allen Dokumenten an das Labor gesendet. Und schon eine Woche später erhielten wir die frohe Botschaft: alle Ergebnisse negativ – zum Glück, denn ein positives Ergebnis würde Merzung bedeuten! Doch unsere Färsen grasen nun für den Rest ihres Lebens glücklich mit ihren 2 Ohrmarken auf den Weiden …