Landwirt/-in

Der Beruf Landwirt oder Landwirtin: Eine Ausbildung in der grünen Branche

Die Landwirtschaft zählt zu den vielseitigsten Berufsfeldern überhaupt. Wer Landwirt oder Landwirtin wird, verbindet Natur, Tiere, Pflanzen und moderne Technik. Kaum ein anderes Berufsbild vereint so viele Aufgabenbereiche. In diesem Beitrag erfährst du, was den Alltag auf dem Hof prägt, wie die Ausbildung abläuft, welche Voraussetzungen du mitbringen solltest, welche Perspektiven sich eröffnen und ob man auch ohne Ausbildung Landwirt werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

Der Beruf Landwirt verbindet Pflanzenbau, Tierhaltung und Betriebsführung in einem abwechslungsreichen Alltag. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und kann mit Abitur sogar auf zwei Jahre verkürzt werden. Ein Haupt- oder Realschulabschluss genügt, doch mit Abitur sind Weiterbildungen und ein Studium leichter erreichbar. Nach dem Abschluss stehen viele Wege offen, von der Hofübernahme über Spezialisierungen bis hin zu einem Agrarstudium. Aber du kannst auch ohne Ausbildung den Weg in die Landwirtschaft einschlagen. Finde jetzt Stellenangebote für Landwirte!

Was macht ein Landwirt?

Landwirte sind Allrounder, die sich täglich mit den verschiedensten Aufgaben befassen. Sie bauen Nutzpflanzen an, halten Tiere und kümmern sich gleichzeitig um die Vermarktung der Produkte. Dabei setzen sie moderne Produktionstechniken ein, planen Arbeitsabläufe sehr genau und behalten zusätzlich die Finanzen im Blick. Das bedeutet, dass sich ein Teil des Berufs zwar draußen auf dem Feld oder im Stall abspielt, jedoch auch ein erheblicher Teil im Büro erledigt werden muss.

Viele Landwirte arbeiten entweder auf dem eigenen Hof oder sind in einem anderen landwirtschaftlichen Betrieb angestellt. Manche sind wiederum bei Lohnunternehmen beschäftigt, die bestimmte Arbeiten für andere Höfe übernehmen. Besonders auf familiengeführten Betrieben tragen junge Landwirte von Anfang an eine große Verantwortung, da sie oft die wichtigste Unterstützung des Betriebsleiters sind und sowohl praktische Aufgaben als auch betriebswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen.

Welche Schwerpunkte gibt es im Beruf Landwirt?

Die Schwerpunkte in der Landwirtschaft sind breit gefächert und hängen stark von der Ausrichtung des jeweiligen Betriebes ab. Klassisch gehören Ackerbau, Rinder- und Milchviehhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung oder Futterbau dazu. Da diese Bereiche sich jedoch oft sinnvoll ergänzen, kombinieren viele Höfe mehrere Zweige miteinander. So kann etwa der Mais aus dem Ackerbau als Futter für die Kühe dienen oder als Substrat in einer Biogasanlage genutzt werden.

Darüber hinaus entwickeln zahlreiche Betriebe neue Standbeine. Besonders beliebt sind Angebote im Bereich Urlaub auf dem Bauernhof, Bauernhofcafés oder Hofläden, in denen Produkte direkt an die Kunden verkauft werden. Manche Betriebe spezialisieren sich auch auf Sonderkulturen wie Obst oder Beeren. Gleichzeitig spielt die Frage, ob ein Betrieb konventionell oder biologisch wirtschaftet, eine immer größere Rolle, insbesondere für junge Menschen, die sich für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft  interessieren.

Was macht man im Pflanzenbau?

Im Pflanzenbau bist du dafür verantwortlich, hochwertige Lebensmittel und Futtermittel zu produzieren. Du bereitest den Boden vor, säst die Pflanzen aus, düngst sie und schützt sie vor Krankheiten. Dabei kommen moderne Landmaschinen zum Einsatz, die dir die Arbeit erleichtern. Wenn du die Pflanzen richtig versorgst, erkennst du Krankheiten frühzeitig und kannst gegensteuern.

Nach der Ernte ist deine Aufgabe jedoch nicht beendet, da die Produkte entweder verkauft oder direkt weiterverarbeitet werden. So entsteht aus Getreide Tierfutter, aus Mais Silage oder Substrat für eine Biogasanlage. Auf diese Weise leistet der Pflanzenbau nicht nur einen Beitrag zur Ernährung, sondern auch zur Energiegewinnung. Falls dich der Pflanzenbau besonders begeistert, könnte die Ausbildung zum Pflanzentechnologen spannend für dich sein. Passende Jobs im Pflanzenbau findest du außerdem auf Karrero.

Landwirt Pflanzenbau
Durch die Erzeugung pflanzlicher Produkte versorgst du Menschen mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln und Tiere mit Futtermitteln.

Was macht man in der Tierhaltung?

In der Tierhaltung kümmerst du dich vor allem um Rinder, Schweine oder Geflügel. Sie müssen täglich gefüttert und regelmäßig kontrolliert werden, damit Krankheiten rechtzeitig erkannt werden. Auf Milchviehbetrieben gehört zudem das Melken zu den wichtigsten Aufgaben. Darüber hinaus überwachst du Trächtigkeiten, hilfst bei Geburten und versorgst die neugeborenen Tiere. Auch Impfungen, die richtige Fütterung und die Aufzucht spielen eine große Rolle, damit sich Kälber oder Ferkel gesund entwickeln. Zusätzlich kümmerst du dich um die Vermarktung: Masttiere werden verkauft und die Milch geht an Molkereien, wo sie zu Käse, Joghurt oder Milchpulver weiterverarbeitet wird. Nicht zuletzt reinigst und desinfizierst du regelmäßig die Ställe. Gerade in der Rinderhaltung entstehen spannende Spezialisierungen, etwa die Tätigkeit als Herdenmanager. Hier findest du passende Jobs im Bereich Rinder- und Milchviehhaltung.

Landwirt Rinderhaltung
Das tägliche Füttern und die Überwachung der Tiergesundheit stehen an erster Stelle.

Wie werde ich Landwirt ? 

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und kombiniert die praktische Arbeit im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Wenn du Abitur hast oder sehr gute Leistungen erbringst, kannst du die Ausbildung auch auf zwei Jahre verkürzen.

Während deiner Ausbildungszeit lernst du nicht nur den Pflanzenbau und die Tierhaltung kennen, sondern auch, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb wirtschaftlich geführt wird. Dazu gehören Betriebsplanung, Buchhaltung und die Vermarktung der Produkte. Auf der Webseite der Landwirtschaftskammern NRW findest du eine Liste der anerkannten Ausbildungsbetriebe vor Ort. 

Was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Landwirt?

Wenn du Freude an Natur, Tieren und Technik hast, bist du bereits auf dem richtigen Weg. Hinzu kommen handwerkliches Geschick, Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein. Flexibilität ist ebenfalls wichtig, da Landwirte oft früh morgens beginnen und auch an Wochenenden arbeiten müssen.

Ein Haupt- oder Realschulabschluss reicht für die Ausbildung in der Regel aus, doch mit Abitur stehen dir mehr Wege offen – z.B. Weiterbildungen oder ein Studium. Viele Betriebe erwarten außerdem, dass du einen Führerschein der Klasse T oder L besitzt.

Was erwartet dich bei der Ausbildung zum Landwirt?

Die duale Ausbildung bringt Abwechslung, da du sowohl praktisch im Betrieb arbeitest als auch theoretisch in der Berufsschule lernst. Viele Auszubildende wechseln jedes Jahr den Betrieb, um verschiedene Schwerpunkte kennenzulernen. Damit du den Überblick behältst, führst du ein Ausbildungsheft, in dem du alle Inhalte dokumentierst. So kannst du deine Fortschritte verfolgen und sicherstellen, dass alle erforderlichen Themen abgedeckt sind. Diese Struktur hilft dir dabei, das Gelernte effektiv zu verknüpfen und dich optimal auf Prüfungen vorzubereiten.

Landwirt Ausbildung

Was verdient man während der Ausbildung zum Landwirt?

Bei aller Leidenschaft für die Arbeit, natürlich möchtest du auch Geld verdienen. Die Vergütung variiert von Bundesland zu Bundesland und ist zusätzlich davon abhängig in welchem Ausbildungsjahr du dich befindest.

Ab dem 01.08.2025 gilt in NRW:

  1. Ausbildungsjahr: 855,00 €
  2. Ausbildungsjahr: 920,00 €
  3. Ausbildungsjahr: 990,00 €

Wenn du in deinem letzten Zwischen- oder Abschlusszeugnis einen Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 2,5 erreichst, bekommst du eine Leistungszulage (Quelle: LWK NRW).

Kann man ohne Ausbildung Landwirt werden?

Grundsätzlich ist es möglich, auch ohne abgeschlossene Ausbildung in der Landwirtschaft zu arbeiten. Viele kleine Familienbetriebe setzen traditionell auf Mitarbeit innerhalb der Familie, wodurch auch Quereinsteiger Aufgaben übernehmen. Wer jedoch langfristig einen eigenen Betrieb führen oder in der Branche Karriere machen möchte, kommt an einer fundierten Ausbildung nicht vorbei. Denn nur mit einem anerkannten Abschluss erhältst du Zugang zu Förderprogrammen, Weiterbildungsmöglichkeiten und offiziellen Qualifikationen wie dem Meistertitel.

Wenn du also überlegst, ohne Ausbildung einzusteigen, ist es empfehlenswert, zumindest ein längeres Praktikum in der Landwirtschaft zu absolvieren. So kannst du herausfinden, ob der Beruf zu dir passt. Viele Quereinsteiger entscheiden sich anschließend doch für eine Ausbildung oder ein Agrarstudium, um bessere Perspektiven zu haben.

Welche Perspektiven eröffnen sich nach der Ausbildung zum Landwirt?

Nach der Ausbildung kannst du in vielen Bereichen arbeiten. Einige übernehmen den elterlichen Hof, andere wechseln in den Landhandel oder zu Herstellern von Futtermitteln und Landtechnik. Auch Lohnunternehmen, Versicherungen und Beratungen bieten spannende Jobs.

Wer aufsteigen möchte, kann die Meisterprüfung ablegen oder sich zum Agrarbetriebswirt weiterbilden. Beide Wege vermitteln wichtiges Wissen in Betriebs- und Mitarbeiterführung. Mit Fachhochschulreife oder Meisterprüfung steht dir außerdem ein Studium offen. An Universitäten und Fachhochschulen kannst du dich auf Tierwissenschaften, Pflanzenproduktion oder Agribusiness spezialisieren.

Welche weiteren Berufe gibt es in der Landwirtschaft?

Die grüne Branche ist noch vielfältiger, als es der klassische Landwirt vermuten lässt. Auch Gärtner, Winzer oder Fachkräfte für Sonderkulturen gehören dazu. Ebenso spielen Berufe in Laboren, in der Beratung oder im Dienstleistungssektor eine wichtige Rolle. Einen Überblick über diese Vielfalt findest du im Bereich Grüne Berufe.

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