Landwirt/-in

Das Wichtigste in Kürze

  • Landwirte kümmern sich um Pflanzenbau, Tierhaltung und die wirtschaftliche Führung eines Betriebs.
  • Die Ausbildung zum Landwirt dauert in der Regel drei Jahre und erfolgt im dualen System.
  • Bereits mit einem Haupt- oder Realschulabschluss kannst du die Ausbildung beginnen.
  • Nach der Ausbildung stehen dir zahlreiche Karrierewege offen – vom eigenen Hof bis zum Agrarstudium.
  • Auch Quereinsteiger können in der Landwirtschaft arbeiten, langfristig bietet eine Ausbildung jedoch die besten Perspektiven.

Was macht ein Landwirt?

Landwirte sind echte Allrounder. Sie bauen Nutzpflanzen an, versorgen Tiere und kümmern sich gleichzeitig um die Vermarktung ihrer Produkte. Dabei nutzen sie moderne Landmaschinen, digitale Technologien und innovative Produktionsverfahren.

Zum Berufsalltag gehören unter anderem:

  • Aussaat, Pflege und Ernte von Nutzpflanzen
  • Versorgung und Betreuung von Nutztieren
  • Bedienung moderner Landmaschinen
  • Planung von Arbeitsabläufen
  • Dokumentation und Büroarbeit
  • Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse

Ein großer Teil der Arbeit findet auf dem Feld oder im Stall statt. Gleichzeitig gewinnen organisatorische und betriebswirtschaftliche Aufgaben zunehmend an Bedeutung.

Welche Schwerpunkte gibt es im Beruf Landwirt?

Die Landwirtschaft bietet zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten. Welche Aufgaben im Mittelpunkt stehen, hängt von der Ausrichtung des jeweiligen Betriebs ab.

Zu den wichtigsten Bereichen gehören:

Viele Betriebe kombinieren mehrere Betriebszweige miteinander. So kann beispielsweise Mais aus dem Ackerbau als Futtermittel dienen oder in einer Biogasanlage zur Energiegewinnung genutzt werden.

Darüber hinaus erschließen viele Höfe zusätzliche Einkommensquellen. Dazu zählen unter anderem Hofläden, Bauernhofcafés oder Urlaub auf dem Bauernhof. Gleichzeitig gewinnt die nachhaltige und ökologische Landwirtschaft immer stärker an Bedeutung.

Was macht man im Pflanzenbau?

Im Pflanzenbau produzierst du hochwertige Lebensmittel und Futtermittel. Dabei begleitest du die Pflanzen während ihres gesamten Wachstums.

Zu deinen Aufgaben gehören:

  • Bodenbearbeitung
  • Aussaat
  • Düngung
  • Pflanzenschutz
  • Überwachung des Pflanzenwachstums
  • Ernte und Lagerung

Moderne Landmaschinen unterstützen dich bei vielen Arbeitsschritten. Gleichzeitig ist Fachwissen gefragt, um Krankheiten oder Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Nach der Ernte werden die Produkte verkauft oder weiterverarbeitet. Getreide dient beispielsweise als Lebensmittel oder Futtermittel, während Mais auch für die Energieerzeugung genutzt werden kann. Passende Jobs im Pflanzenbau findest du auf Karrero.

Landwirt Pflanzenbau
Durch die Erzeugung pflanzlicher Produkte versorgst du Menschen mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln und Tiere mit Futtermitteln.

Was macht man in der Tierhaltung?

Die Tierhaltung ist ein zentraler Bestandteil vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Hier kümmerst du dich um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere.

Typische Aufgaben sind:

  • Fütterung und Versorgung der Tiere
  • Gesundheitskontrollen
  • Überwachung von Trächtigkeiten
  • Unterstützung bei Geburten
  • Aufzucht von Jungtieren
  • Stallpflege und Hygiene
  • Dokumentation und Tierbestandsmanagement

Gerade in der Rinderhaltung entstehen spannende Spezialisierungen, etwa die Tätigkeit als Herdenmanager. Hier findest du passende Jobs im Bereich Rinder- und Milchviehhaltung.

Landwirt Rinderhaltung
Das tägliche Füttern und die Überwachung der Tiergesundheit stehen an erster Stelle.

Wie wird man Landwirt?

Der klassische Weg in den Beruf führt über die Ausbildung zum Landwirt. Diese dauert in der Regel drei Jahre und findet im dualen System statt.

Das bedeutet, dass du:

  • praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb sammelst,
  • die Berufsschule besuchst,
  • und theoretisches Wissen direkt in der Praxis anwendest.

Mit Abitur oder besonders guten Leistungen kann die Ausbildungsdauer häufig auf zwei Jahre verkürzt werden.

Während der Ausbildung lernst du:

Auf der Webseite der Landwirtschaftskammern NRW findest du eine Liste der anerkannten Ausbildungsbetriebe vor Ort. 

Was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Landwirt?

Wenn du Freude an Natur, Tieren und Technik hast, bist du bereits auf dem richtigen Weg. Hinzu kommen handwerkliches Geschick, Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein. Flexibilität ist ebenfalls wichtig, da Landwirte oft früh morgens beginnen und auch an Wochenenden arbeiten müssen.

Ein Haupt- oder Realschulabschluss reicht für die Ausbildung in der Regel aus, doch mit Abitur stehen dir mehr Wege offen – z.B. Weiterbildungen oder ein Studium. Viele Betriebe erwarten außerdem, dass du einen Führerschein der Klasse T oder L besitzt.

Was erwartet dich während der Ausbildung zum Landwirt?

Die Ausbildung ist besonders abwechslungsreich, weil Theorie und Praxis eng miteinander verbunden werden.

Während deiner Ausbildungszeit:

  • arbeitest du aktiv im Betrieb mit,
  • lernst verschiedene Produktionsverfahren kennen,
  • besuchst die Berufsschule,
  • und dokumentierst deine Fortschritte im Ausbildungsnachweis.

Viele Auszubildende wechseln während der Ausbildung den Betrieb, um unterschiedliche Betriebsformen und Schwerpunkte kennenzulernen.

Landwirt Ausbildung

Was verdient man während der Ausbildung zum Landwirt?

Bei aller Leidenschaft für die Arbeit, natürlich möchtest du auch Geld verdienen. Die Vergütung variiert von Bundesland zu Bundesland und ist zusätzlich davon abhängig in welchem Ausbildungsjahr du dich befindest.

Ab dem 01.08.2025 gilt in NRW:

  1. Ausbildungsjahr: 855,00 €
  2. Ausbildungsjahr: 920,00 €
  3. Ausbildungsjahr: 990,00 €

Wenn du in deinem letzten Zwischen- oder Abschlusszeugnis einen Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 2,5 erreichst, bekommst du eine Leistungszulage (Quelle: LWK NRW).

Kann man ohne Ausbildung Landwirt werden?

Grundsätzlich ist es möglich, auch ohne abgeschlossene Ausbildung in der Landwirtschaft zu arbeiten. Viele kleine Familienbetriebe setzen traditionell auf Mitarbeit innerhalb der Familie, wodurch auch Quereinsteiger Aufgaben übernehmen. Wer jedoch langfristig einen eigenen Betrieb führen oder in der Branche Karriere machen möchte, kommt an einer fundierten Ausbildung nicht vorbei. Denn nur mit einem anerkannten Abschluss erhältst du Zugang zu Förderprogrammen, Weiterbildungsmöglichkeiten und offiziellen Qualifikationen wie dem Meistertitel.

Wenn du also überlegst, ohne Ausbildung einzusteigen, ist es empfehlenswert, zumindest ein längeres Praktikum in der Landwirtschaft zu absolvieren. So kannst du herausfinden, ob der Beruf zu dir passt. Viele Quereinsteiger entscheiden sich anschließend doch für eine Ausbildung oder ein Agrarstudium, um bessere Perspektiven zu haben.

Welche Perspektiven eröffnen sich nach der Ausbildung zum Landwirt?

Nach der Ausbildung kannst du in vielen Bereichen arbeiten. Einige übernehmen den elterlichen Hof, andere wechseln in den Landhandel oder zu Herstellern von Futtermitteln und Landtechnik. Auch Lohnunternehmen, Versicherungen und Beratungen bieten spannende Jobs.

Wer aufsteigen möchte, kann die Meisterprüfung ablegen oder sich zum Agrarbetriebswirt weiterbilden. Beide Wege vermitteln wichtiges Wissen in Betriebs- und Mitarbeiterführung. Mit Fachhochschulreife oder Meisterprüfung steht dir außerdem ein Studium offen. An Universitäten und Fachhochschulen kannst du dich auf Tierwissenschaften, Pflanzenproduktion oder Agribusiness spezialisieren.

Welche weiteren Berufe gibt es in der Landwirtschaft?

Die grüne Branche ist noch vielfältiger, als es der klassische Landwirt vermuten lässt. Auch Gärtner, Winzer oder Fachkräfte für Sonderkulturen gehören dazu. Ebenso spielen Berufe in Laboren, in der Beratung oder im Dienstleistungssektor eine wichtige Rolle. Einen Überblick über diese Vielfalt findest du im Bereich Grüne Berufe.

Bei dieser Vielfalt ist doch bestimmt auch für dich etwas dabei! Du willst die Herausforderung annehmen und in der Landwirtschaft tätig werden? Dann schau dir jetzt unsere aktuellen agrar Jobs Landwirt an und werde auch in anderen Regionen fündig:


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FAQ – Häufige Fragen zum Beruf Landwirt

Was macht ein Landwirt?

Ein Landwirt produziert Lebensmittel und Rohstoffe durch Pflanzenbau und Tierhaltung. Zusätzlich kümmert er sich um Betriebsorganisation, Landtechnik und Vermarktung.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Mit Abitur oder sehr guten Leistungen ist häufig eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich.

Meist reicht ein Haupt- oder Realschulabschluss aus. Viele Betriebe freuen sich jedoch auch über Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur.

Die Ausbildungsvergütung liegt je nach Bundesland und Tarifvertrag meist zwischen 850 und 1.000 Euro monatlich.

Ja, praktische Tätigkeiten sind auch ohne Ausbildung möglich. Für langfristige Karrierechancen und die Führung eines Betriebs ist eine Ausbildung jedoch empfehlenswert.

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