7 Bewerbungsformen im Agrarbereich mit der Extraportion Insiderwissen

Digital, Post oder Telefon? Welche Bewerbungsformen gibt es? Welche eignen sich wann? Erfahre, was du beachten musst, um nicht auf dem Absage-Stapel zu landen und erhalte die Extraportion Insiderwissen, die dich von der Agrar Konkurrenz abhebt.

Jeder kennt sie, die klassische Bewerbung per Post. Aber ist das noch aktuell? Viele Agrarunternehmen setzen heute auf Online-Bewerbungsverfahren. Aber nicht alle Arbeitgeber sind mit Online-Tools vertraut. Gerade landwirtschaftliche Betriebe können auch die klassische Bewerbung auf Papier bevorzugen. Es gilt also abzuwägen, bei wem man sich wie bewirbt und genau hinzuschauen, was zum jeweiligen Agrarunternehmen passt bzw. was gefordert wird. Daher stellen wir dir hier die klassischen Bewerbungsformen vor, erläutern die Unterschiede und erklären dir, wann du welche Bewerbungsform am besten anwendest.

1. Klassische Bewerbung per Post

Der Klassiker unter den Bewerbungen ist die Bewerbung per Post. Diese besteht aus 4 Bausteinen: Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Anhänge (Zeugnisse, Zertifikate, Arbeitszeugnisse). Dabei bist du frei in der Gestaltung und kannst dich beim Design ausleben. Das heißt du hast freie Wahl bei der Farbe der Bewerbungsmappe, kannst entscheiden ob Deckblatt oder nicht oder das Layout des Lebenslaufs bestimmen. Zur vollständigen Bewerbung gehört in Deutschland in jedem Fall auch ein Bewerbungsfoto. Wenn du dich für ein Deckblatt entscheidest, kannst du es hier gut platzieren. Wenn nicht, dann setz es auf den Lebenslauf.

Alle Dokumente druckst du anschließend aus und heftest sie nacheinander in die Mappe. Die Mappe schickst du dann postalisch an das Agrarunternehmen, bei dem du dich bewerben möchtest. Wenn du in der Nähe wohnst, kannst du sie auch direkt einwerfen oder einreichen.

Vorteile: Der Personaler hat direkt etwas in der Hand. Gerade in der heutigen Zeit, wo vieles digital abläuft, kann etwas Haptisches Eindruck machen. Es liest sich einfach leichter auf Papier als am Bildschirm.

Nachteil: Du musst mehr Zeit einplanen (Post) und hast mehr Kosten (Druck) als bei einer Online-Bewerbung. Auch kann es sein, dass du dem Agrarunternehmen mehr Arbeit machst als gewollt. Denn es kann vorkommen, dass deine Unterlagen erst eingescannt und kopiert werden müssen, damit man sie an Kollegen in der Personalabteilung oder Abteilungsleitung weiterleiten kann.

Tipp: Verwende für deine Bewerbungsunterlagen hochwertiges Papier (mindestens 90 g). Auch sollte die Bewerbung knitterfrei ankommen. Dazu empfiehlt es sich, eine gepolsterte Versandtasche zu nehmen.

2. Online-Bewerbung per E-Mail

Heutzutage ist der postalische Klassiker durch die Bewerbung per E-Mail so gut wie abgelöst worden. Sowohl für Arbeitgeber als auch Bewerber ist diese Bewerbungsform einfach praktischer: weniger Zeit & Kosten. Vom Aufbau her entspricht sie der klassischen Bewerbung per Post. Die Dokumente werden nur nicht ausgedruckt, sondern im pdf-Format zusammengefügt und per E-Mail versendet.

Vorteile: Deine Unterlagen liegen dir digitalisiert vor und du kannst sie per Mausklick kurzfristig versenden. Achte dabei darauf, dass du sie jedes Mal aktualisiertest und individuell auf jede Stelle anpasst. Sonst hast du hinterher mehr verloren als gewonnen.

Nachteil: So viele Vorteile die Bewerbung per E-Mail mitbringt, so viele Tücken birgt sie. Deine E-Mail-Adresse sollte zum Beispiel keine dubiosen Spitznamen oder Synonyme enthalten. Das wirkt schnell unprofessionell. Außerdem kann der Effekt des schnellen Versendens dazu verleiten, Massenmailings an viele Agrararbeitgeber zu versenden. Das solltest du dringend unterlassen. Klasse statt Masse ist die Devise!

Tipp: Wie oben angesprochen, verwende bitte eine seriöse E-Mail-Adresse (z.B. vorname.nachname@provider.de). Bezeichne auch deine Bewerbungsunterlagen im Dateinamen mit deinem vollständigen Namen, damit der Personaler deine Bewerbung zuordnen kann. Achte auch auf die Dateigröße, die fünf Megabyte nicht überschreiten sollte. Versende deine Unterlagen nur im pdf-Format. Andernfalls könnten Sie im Spamfilter des Unternehmens landen.

3. Online-Bewerbung über Bewerberportal

Große Agrarunternehmen verwenden diese Form der Online-Bewerbung immer häufiger. Es handelt sich um das firmeninterne Bewerbungsportal. Oftmals gibt es ein standardisiertes Formular oder eine Maske, über welche du dich bewerben kannst.

Vorteil: Das Unternehmen kann alle Bewerber besser miteinander vergleich, da die Bewerbungen standardisiert eingehen.

Nachteil: Du als Bewerber hast nur wenig kreativen Gestaltungsspielraum, da die Felder vorgegeben sind. Außerdem ist die Handhabung dieser Portale sehr unterschiedlich. Manchmal kannst du sogar nur deine Dokumente hochladen und keine Individualität reinbringen.

4. Initiativbewerbung

Einer Initiativbewerbung geht immer großes Interesse seitens des Bewerbers voraus. Du bewirbst dich nicht auf eine ausgeschriebene Agar Stellenanzeige, sondern gehst proaktiv auf das Agrarunternehmen deiner Wahl zu auch wenn es keine Stelle ausgeschrieben hat. Das Ideal wäre, wenn eine neue Stelle für dich geschaffen würde. Vorausgesetzt du überzeugst mit deiner Initiativbewerbung.

Vorteil: Du punktest mit Engagement und Eigeninitiative beim jeweiligen Empfänger deiner Initiativbewerbung. Denn du zeigst Einsatz und wahres Interesse bei deinem Wunscharbeitgeber zu landen, obwohl es keine offene Stelle gibt.

Nachteil: Eine Initiativbewerbung ist deutlich arbeitsintensiver als andere Bewerbungsformen. Leider kann es auch frustrierend sein, eine Absage zu erhalten, weil nicht alle Arbeitgeber extra eine Stelle für dich schaffen können. Es kann auch sein, dass gerade große Agrarunternehmen diese Bewerbungsform nicht mehr zulassen und dich dann nur auf ausgeschriebene Stellen oder ihre Onlineportale verweisen.

Tipp: Da du keine Stellenbeschreibung zur Hand hast, solltest du dich ausgiebig über das Agrarunternehmen informieren, um auf die Details eingehen zu können. Du kannst also nur vage vermuten, welche Anforderungen und Fähigkeiten vom Agrararbeitgeber erwartet werden könnten. Es liegt also an dir, wie gut du dich als Person selbst vermarkten kannst. Du solltest dich nicht in den Himmel loben, sondern realistisch auf deine Qualifikationen eingehen. Bleib bitte authentisch.

5. Interne Bewerbung

Der große Unterschied zu allen anderen Bewerbungsformen ist deine Bekanntheit beim Agrararbeitgeber. Denn du arbeitest bereits im jeweiligen Agrarunternehmen, möchtest dich aber auf eine neue Agrar Stelle bewerben.

Vom Aufbau her entspricht die interne Bewerbung der klassischen Bewerbung (Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf, Anhänge). Auch wenn du bereits der Personalabteilung bekannt bist, solltest du deine Kompetenzen und Fähigkeiten genauso aufführen, wie bei einer externen Bewerbung. Denn es handelt sich letztendlich um einen komplett neuen Agrar Job, bei dem es zu prüfen gilt, ob du der richtige Agrar Kandidat bist.

Vorteil: Du kennst deinen Agrararbeitgeber bereits. Du musst dich also räumlich nicht umstellen und z.B. umziehen. Außerdem bleiben dir deine Kollegen erhalten, auch wenn du durch die neue Agrar Stelle zu ihnen weniger Kontakt haben wirst als vorher.

Nachteil: Die interne Bewerbung innerhalb eines Agrarunternehmens wird manchmal auf die leichte Schulter genommen. Mach nicht den Fehler und unterschätze deine Konkurrenz. Du solltest deinen „Heimvorteil“ nicht überschätzen.

Tipp: Wenn du verhindern möchtest, dass deine Kollegen oder Vorgesetzte von deiner internen Bewerbung erfahren, so weise den Empfänger darauf hin, deine Bewerbung mit höchster Diskretion zu behandeln.

6. Bewerbung per Telefon

Hierbei gibt es 2 Arten zu unterscheiden:

  • Fall 1: Du rufst zu einer ausgeschriebenen Stelle ohne schriftliche Vorankündigung an.
  • Fall 2: Du hast vorweg eine Bewerbung eingereicht, auf die du dich im Tiefeninterview beziehst.

In beiden Fällen solltest du sehr gut vorbereitet sein. Denn die Telefonbewerbung kann schon als erstes Vorstellungsgespräch angesehen werden. In Fall 1 ist es ein Kennenlernen, wonach deine schriftliche Bewerbung folgen sollte. In Fall 2 könnte es bereits dein eigentliches Vorstellungsgespräch sein. Denn ein telefonisches Bewerbungsgespräch spart dem Unternehmen enorm viel Zeit.

Vorteil: Agrarkandidat und Agrarunternehmen können sich bereits am Telefon etwas persönlicher kennenlernen, da über die Stimme bereits Sympathie oder Antipathie vermittelt wird. Du kannst schon mal Informationen vorab abgreifen. Oder wie in Fall 2, du sparst du dir Reisekosten zum Vorstellungsgespräch vor Ort.

Nachteil: Wenn du schlecht vorbereitet bist, kann dieser Schuss (Fall 1) schnell nach hinten losgehen. Das Agrar Unternehmen könnte deine Unachtsamkeit spüren und dir absagen, bevor du deine Unterlagen eingereicht hast.

Tipp: Deine Qualifikationen und deinen Lebenslauf solltest du parat haben und mühelos aufsagen können. Übe zuvor deine Formulierungen. Überlege dir Fragen, die zur Stelle passen. Frage ab, wie du deine Bewerbung am besten einreichen sollst oder wie der Bewerbungsprozess ablaufen wird.

7. Bewerbung per Online-Jobprofil

Passiv einen Job finden? Das klingt nach einer Wunschvorstellung. Ist es aber nicht. Denn du hast heutzutage die Chance, dich in einigen Netzwerkportalen wie Xing, LinkedIn oder in unserem AgriTalent Pool mit einem Online-Jobprofil darzustellen. Dazu erstellst du deinen Lebenslauf und individualisiert dein Profil mit einem Bewerbungsfoto sowie zusätzlichen Informationen über dich. Dadurch können dich Agrar Arbeitgeber finden, kontaktieren und dir Jobangebote bzw. interessante Agrar Stellenanzeigen zukommen lassen.

Vorteil: Diese Bewerbungsform eignet sich für viele Zwecke: Ob du auf Jobsuche bist, dich mit Berufskollegen vernetzten oder dich von Personalern finden lassen möchtest, um zu schauen, was dir angeboten wird.

Nachteil: Zunächst ist es etwas zeitaufwendig, ein Profil zu erstellen, aber hinterher hat man wenig damit zu tun, da es kostenlos ist und auf unbestimmte Zeit online bleibt – solange bis du es löschst.

Tipp: Du solltest dein Job-Profil immer auf dem aktuellen Stand halten. Nur so können dir Personaler die passenden Agrar Jobangebote zukommen lassen.