Staatlich verordneter Erntestopp wegen Brandgefahr

Hallo Leute und willkommen zur vierten Ausgabe meines Auslandstagebuchs.

Wie ich schon beim letzten mal erwähnt habe, befinden wir uns hier gerade mitten in der Getreideernte. Diese Woche haben wir die Ernte der Gerste abgeschlossen, mit rund 700 Hektar der größte Teil. Der durchschnittliche Ertrag dieses Jahr lag auf unserer Farm bei ca. 2 Tonnen pro Hektar, was für die Lage hier eher moderat ist. Es verbleiben somit jetzt noch ca. 100 von 300 Hektar Süßlupinen und ca. 450 Hektar Weizen.

Ein weitere eher unerfreuliches Ereignis ereilte uns am Ende der Letzten Woche:
Als wir auf dem Rückweg von der Zweigstelle der Farm zurück zum Feedlot waren, da wir an diesem Tag nicht Ernten durften, konnten wir von weitem eine riesige Rauchsäule erkennen. Aufgrund der Farbe und der Entfernug vermutete mein Chef einen Brand auf einer Nachbarfarm. Als wir dort ankamen sahen wir, dass ca 40 ha von Grasland in Flammen standen und ein Streifen von Buschland.
Da es in Australien in dieser Zeit recht üblich ist, dass es aufgrund von Blitzeinschlägen und anderen Gründen zu Bränden kommt ist auf mindestens einem der Pickups ein Tank mit Löschwasser für diese Fälle montiert.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich die Farmer in der Region, falls es zu einem Brand kommt, sofort gegenseitig zur Hilfe eilen. So kam es, dass sich innerhalb von 20 Minuten einige weitere Pickups zu uns gesellten und und halfen das Feuer zu bekämpfen.

Später, als lediglich noch der Streifen mit Buschland brannte wurde beschlossen den ganzen Streifen aus Sicherheitsgründen abzubrennen, da es nahezu unmöglich sei ihn sicher zu löschen.

Reparatur am MähdrescherSpäter auf dem Heimweg erklärte mir mein Chef, dass an diesem Tag einen sogenannten Harvestbann, also ein staatlicher Erntestopp verhängt wurde. Dieser Harvestbann wird anhand eines Index verhängt, der sich aus der Luftfeuchte, Temperatur und Windgeschwindigkeit zusammensetzt. Er dient zum einen dazu die Gefahr von Feuern durch Erntemaschinen einzudämmen, zum anderen stellt man dadurch sicher, dass die Farmer im Falle eines Brandes durch Blitzeinschlag schnellst möglich vor Ort sind.

Nach diesem Ereignisreichen Tag hatten wir diese Woche noch einen Schaden an unserem Mähdrescher, die Halterung der unteren Siebe waren gebrochen und wir somit fast zwei Tage lang lahm gelegt. Hier kommt allerdings eher selten der nette Servicetechniker vorbei und kümmert sich darum, und es ist zu Zeitaufwendig den Mähdrescher zurück zur Farm in die Werkstatt zu bringen, also hat mein Chef die Siebe samt Halterungen kurzerhand mitten auf dem Acker geschweißt.
Wieder mal eine Erfahrung mehr: Schweißen mit einem Stromgenerator, mitten im Nirgendwo auf einem staubtrockenen Acker. Zu meiner Beruhigung war der Pickup mit dem Löschwasser gleich daneben.

Damit verabschiede ich mich heute von euch.

Bis Bald
Maximilian