Erdnussanbau im rotem Sand von Down Under

Die Erdnusssaat geht weiter. Während wir die Vögel von dem einen Feld verscheuchen, bereiten die Farmer das nächste Feld für die Aussaat vor.
Dazu wird der Acker in der Regel gegrubbert. Gepflügt wird hier nur sehr selten, da die Flächen zu groß sind und die Erdnüsse auch nicht unbedingt eine tiefe Lockerung benötigen. Bevor die Bauern hier grubbern oder pflügen können, muss der Acker in der Regel erst einmal 24 Stunden bewässert werden, damit der Boden nicht zu hart ist.

Nach dem Grubbern ist hier nicht Steine, sondern Stöcker sammeln angesagt. Durch die starken Stürme (Zyklone) die hier oft über das Land fegen, liegen nicht selten halbe Baumstämme auf und in dem Boden. Diese müssen natürlich abgesammelt werden, bevor Dünger und Saatgut ausgebracht werden können.

Vor der Saat wird der Boden dann noch gekalkt und Flüssigdünger ausgebracht. Nach 2 Tagen Ruhzeit wird der Boden dann nochmals frisch gegrubbert und direkt hinterher gesät. Unsere ehrenvolle Aufgabe war es, die 25 kg Säcke mit dem gebeizten Saatgut zu öffnen und die Legemaschine neu zu befüllen. Dies war etwa alle halbe Stunde der Fall. Eine sehr mühselige Arbeit, wenn man um die 35° im Schatten hat und in der prallen Sonne steht. Und das ein 25 kg Sack für eine kleine 50 kg schwere Frau etwas schwer sein könnte, darüber denken die Farmer hier gar nicht nach.

Hier ist es selbstverständlich, dass jeder gut anpacken kann. Selbst die kleinen Kinder haben die Säcke schon durch die Gegend getragen, als wenn sie kaum etwas wiegen. Da fühlt man sich selber echt schwach, wenn ein kleines 12 jähriges Mädchen mit einem 25 kg Sack über der Schulter an einem vorbei spaziert, als wäre dieser leicht wie eine Feder.

Der rote Sand und die blaue Farbe der Beize hat sich überall rein gesetzt. Die Beize ist so stark, das viele Backpacker davon Hautreizungen und Augenprobleme kriegen. Denn eine wirkliche Arbeitsschutzbekleidung gibt es hier nicht. Die Farmer achten nur darauf, dass jeder festes, knöchelhohes Schuhwerk (wegen den Schlangen) einen Hut, Sonnenbrille und lange Kleidung anhat. Arbeitsschutzbekleidung hier heißt, schütze dich vor der Sonne, der Rest ist nur halb so schlimm.

Die Arbeitssachen musste man jeden Tag einmal durchspülen, um überhaupt eine Chance zu haben, den roten Sand wieder aus den Sachen zu kriegen. Einige der Arbeitssachen konnten wir nach ein paar Wochen Arbeit nur noch wegschmeißen. Die Legemaschine ist auch mit einem Flüssigtank ausgestattet, welcher spezielle Nährstoffe für Leguminosen enthält. Diese werden zuvor in einem extra Tank angemischt. Ich konnte leider nicht rauskriegen welche Nährstoffe genau darin enthalten waren, aber es roch sehr süßlich.

Nachdem die Aussaat beendet ist, folgt dann noch einmal eine Düngung mit Stickstoff und anschließend wird wieder sofort bewässert, damit die Erdnüsse auch anfangen zu keimen. Nach etwa 3 – 4 Tagen sprießen die Pflanzen zusammen mit den Keimling aus der Erde. Das heißt für uns die Vogelscheuchen wieder mehr Arbeit, da die Vögel sich wieder die Nüsse klauen wollen.