Das Sabbatical: Welche Chancen bietet es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?
Der Jahresurlaub bietet Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit zur Auszeit vom Arbeitsalltag. Aber was passiert, wenn ein besonders langer Sonderurlaub angestrebt wird – das sogenannte Sabbatical?
Eine zeitlich befristete Auszeit kann für Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen gleichermaßen Vorteile auf ganz unterschiedlichen Ebenen haben:
Arbeitnehmer*innen
- Kommen gestärkt wieder zurück
- Auslandserfahrungen gesammelt
- Sprachen gelernt
- An Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen
- Neue, motivierende Erfahrungen gesammelt
- Krankheitsprävention (Burn-Out)
- Persönliche Gründe und danach bessere Fokussierung
Arbeitgeber*innen
(Vorraussetzung: Muss vernünftig und rechtzeitig geplant sein):
- In wirtschaftlich oder konjunkturell schwachen Zeiten können Kündigungen vermieden werden.
- Das Sabbatjahr kann für junge, gut qualifizierte Jobsuchende ein gewichtiges Argument für das Unternehmen sein.
- Überstunden auf einen Schlag abbauen: Ein Sabbatical muss nicht über ein ganzes Jahr gehen. Auch kürzere Auszeiten sind möglich.
- Generalprobe für spätere Teilzeit: der Arbeitnehmer plant nach der Auszeit nur noch in Teilzeit zu arbeiten und arbeitet den Kollegen bereits ein? In solchen Fällen ist ein kürzeres Sabbatical eine gute Generalprobe. Bei Ihrer Rückkehr ist klar, wie in Zukunft Aufgaben zu verteilen sind, welche Prozesse noch optimiert werden müssen und an welchen Schrauben noch gedreht werden muss.
Tipps für das Gespräch mit den Vorgesetzten:
- Erarbeite Vorschläge für die Zeit deines Sabbaticals: Überlege vor dem Gespräch, wie eine mögliche Vertretungsregelung während deiner Abwesenheit aussehen könnte. Mach konstruktive Vorschläge für eine Vertretungsregelung und skizziere, wie eine möglichst problemlose Vorbereitung und Durchführung deines Sabbaticals funktionieren könnte. So zeigst du nicht nur Interesse für dein eigenes Projekt, sondern auch am Unternehmen. Bedenken können zerstreut werden.
- Nimm Bedenken, die im Gespräch geäußert werden, ernst und beantworte Fragen. Reagiere – bei aller Leidenschaft für deinen Plan – besonnen, professionell und konstruktiv. Bedenke: Du hast keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Sabbatical. Beide Seiten müssen das Modell gemeinsam entwickeln und vom Nutzen überzeugt sein.