Wir bilden kritische Mitarbeiter aus

PHW Gruppe Logo

Wir bilden kritische Mitarbeiter aus

Mitarbeiter sollten kritisch sein

Das Unternehmen kommt nicht weiter, wenn wir die Abläufe nicht regelmäßig diskutieren und verbessern.

PHW-Gruppe Stefan Arlinghaus und Felix Wesjohann
Stefan Arlinghaus und Felix Wesjohann (v.l.)
PHW-GRUPPE

Interesse an Geflügel von Kindheit an

Stefan Arlinghaus arbeitet als Außendienstmitarbeiter für die BWE-Brüterei Weser-Ems, die zu der Paul-Heinz Wesjohann (PHW) Gruppe gehört. Obwohl er auf einem Hof mit Milchkühen und Mastschweinen aufgewachsen ist, hat er sich immer für die Geflügelaufzucht interessiert. „Schon als Kind habe ich immer Hühner gehalten“, erzählt er. Daher hat er den Tierwirt mit dem Schwerpunkt Geflügel absolviert und danach in Hohenheim Landwirtschaft studiert. 2013 lernte er über ein Praktikum in den Semesterferien die BWE Brüterei Weser-Ems in Rechterfeld in Niedersachsen kennen.

Dem Mitarbeiter Zeit geben, sich zurechtzufinden

Felix Wesjohann ist Geschäftsführer der Brüterei und für das Personal zuständig. Die Einarbeitung für die Berater im Außendienst hat Wesjohann stark überarbeitet. Ihm ist es wichtig, dass seine Mitarbeiter kritisch sind, auch gegenüber etablierten Strukturen. „Das Unternehmen kommt nicht weiter, wenn wir die Abläufe nicht regelmäßig diskutieren und verbessern“, ist er überzeugt. Damit die Mitarbeiter so weit sind, brauchen sie Zeit, denn die PHW-Gruppe ist breit aufgestellt: von der Tierernährung und Tiergesundheit über die Produktion bis zur Vermarktung von Geflügel. Die Beratung ist daher sehr umfassend. „Die Neueinsteiger sollen wissen, wie die verschiedenen Bereiche zusammenarbeiten und wer dort als Ansprechpartner zuständig ist“, so Wesjohann.

Auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern

In der Brüterei stellt Wesjohann zwei bis drei neue Mitarbeiter im Jahr ein, insgesamt sind dort 180 Personen angestellt. Den Grund für diese geringe Fluktuation sieht er zum einen darin, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Für die Außendienstmitarbeiter gibt es Dienstwagen, freie Getränke im Büro oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement sind einige Beispiele. Zum anderen begegnet er den Mitarbeitern auf Augenhöhe und nimmt ihre Meinung ernst. Daher haben diese viele Freiheiten. Das schätzt Stefan Arlinghaus. „Wenn ich auf einem Betrieb ein Problem in der Futterration feststelle, rufe ich meine Kollegen im Mischfutterwerk an. Diese können die Rezeptur auf kurzem Dienstweg ändern, weil mein Chef mir vertraut“, nennt er ein Beispiel. Damit diese Zusammenarbeit klappt, ist es Wesjohann bei jedem neuen Mitarbeiter sehr wichtig, dass dieser gut ins Team passt. „Wenn ein Bewerber noch fachliche Defizite hat, können wir das in der ersten Zeit nachholen. Passt es menschlich nicht, ist das schwieriger“, erklärt er.

Ausbildungsberufe oft unbekannt - Marketing vor Ort

Sein Ziel bei der Suche nach Nachwuchskräften ist vor allem, dass potentielle Bewerber die PHW-Gruppe besser wahrnehmen. Außerdem sucht er regelmäßig Leute für die täglichen Routinearbeiten in der Landwirtschaft wie die Tierbetreuung. Das Problem ist, dass Ausbildungsberufe wie Brütereimeister oder der Tierwirt Geflügel aussterben, weil es zu wenig Zulauf gibt. Hier geht er in die Schulen vor Ort und stellt sein Unternehmen vor. Für die Zukunft plant er in dieser Sparte neue Flyer, die besser über die Berufe informieren.

Selbst aktiv zu werden hat sich gelohnt

Auch Studienabsolventen, die später als Berater wie Stefan Arlinghaus bei der PHW-Gruppe arbeiten, sucht Wesjohann regelmäßig. „Wir sind eine Nische. Daher wird das Thema Geflügel kaum an den Universitäten behandelt“, spricht er aus Erfahrung. Deshalb ist die Branche selber aktiv geworden. Beispielsweise hat er sich mit anderen Unternehmen dafür eingesetzt, dass die Hochschule Osnabrück den Studiengang Geflügelwirtschaft vor ein paar Jahren ins Leben gerufen hat. Das Konzept war erfolgreich, in diesem Bereich herrscht aktuell kein akuter Fachkräftemangel. Darauf will er sich aber nicht ausruhen, denn gutes Personal ist heiß begehrt. „Die Geflügelbranche ist sehr klein. Wenn hier jemand gut ist, spricht sich das schnell herum“, weiß er. Daher ist er weiter im ständigen Kontakt mit den Hochschulen z. B. auf Agrarkarrieretagen oder er hält Fachvorträge.