Was macht ein Revierjäger?
Der Beruf des Revierjägers, oder auch Berufsjäger genannt, ist ideal für alle, die Naturverbundenheit mit Verantwortung für Wild und Wald verbinden möchten. Revierjäger spielen eine zentrale Rolle beim Erhalt des Gleichgewichts zwischen Wildbestand und Natur. Sie pflegen Jagdreviere, gestalten Lebensräume und achten auf die Einhaltung von Jagdvorschriften. Auch Tier-, Natur- und Artenschutz sind feste Bestandteile ihres Berufsalltags. Darüber hinaus sind Revierjäger nicht nur für das Wild zuständig, sondern übernehmen auch eine wichtige Rolle als Ansprechpartner für Landwirte, Waldbesitzer und die Öffentlichkeit. Damit tragen sie maßgeblich dazu bei, dass ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch, Tier und Natur gelingt.
Das Wichtigste in Kürze
Revierjäger verbinden Jagd, Naturschutz und Verantwortung für Wild und Wald. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Pflege von Revieren, die Leitung von Jagden sowie die Versorgung und Vermarktung des erlegten Wildes. Arbeitsorte finden sich sowohl in Forstbetrieben als auch in Schutzgebieten, Jagdschulen oder Wildparks. Die Ausbildung dauert drei Jahre und kombiniert praktische Erfahrungen im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Danach bestehen vielfältige Perspektiven: von der Weiterbildung zum Revierjagdmeister über die Ernennung zum Oberjäger oder Wildmeister bis hin zu einem anschließenden Studium, etwa in Forstwirtschaft oder Biologie.
Welche Aufgaben übernehmen Revierjäger?
Die Aufgaben von Revierjäger sind vielseitig und gehen weit über das reine Jagen hinaus. Sie sorgen dafür, dass die Wildbestände gesund bleiben, und schützen gleichzeitig die Lebensräume der Tiere. Dazu gehört die Pflege und Hege der Reviere, die Anpflanzung von Wildäckern, das Anlegen von Ruhezonen oder die Regulierung von Beständen, wenn diese aus dem Gleichgewicht geraten.
Darüber hinaus organisieren Revierjäger Jagden, führen Gäste sicher durch das Revier und müssen jederzeit den verantwortungsvollen Umgang mit Waffen und Jagdgeräten beherrschen. Nach einer Jagd kümmern sie sich um die sachgerechte Beurteilung und Versorgung des Wildes. Dazu gehört auch die Vermarktung – vom Verkauf an Wildhändler bis hin zur Direktvermarktung in regionalen Strukturen.
Neben der praktischen Arbeit ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Bestandteil des Berufs. Revierjäger informieren die Bevölkerung über jagdliche Themen, Naturschutzmaßnahmen oder den Umgang mit Wildtieren. Sie engagieren sich in der Umweltbildung, halten Vorträge an Schulen oder begleiten Exkursionen. Außerdem übernehmen sie oft die Ausbildung von Jägern und tragen so dazu bei, dass neue Generationen den Jagdschein erwerben können und die Jagd mit Respekt und Fachwissen ausgeübt wird.
Wo arbeiten Revierjäger?
Revierjäger finden Beschäftigung in ganz unterschiedlichen Bereichen: private Jagd- und Forstbetriebe, kommunale und staatliche Forstbetriebe, Schutzgebiete, Jagdschulen, Hegegemeinschaften und Rotwildringe, Landesforsten, Naturschutzorganisationen, Wildparks und Wildgehege, Agrarbetriebe, Tourismusprojekte sowie wissenschaftliche Institutionen.
Die Vielfalt der Arbeitsorte zeigt, dass Revierjäger nicht nur in klassischen Jagdbetrieben gebraucht werden. Auch im Bereich Naturtourismus, bei Forschungsprojekten oder in Wildparks sind ihre Kenntnisse gefragt. Damit steht dieser Beruf für eine abwechslungsreiche Tätigkeit, die je nach Schwerpunkt sehr unterschiedliche Arbeitsfelder abdecken kann.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Berufsjäger?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und verbindet Praxis im Ausbildungsbetrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Sie startet jedes Jahr am 1. August. Im ersten Ausbildungsjahr besuchen die Auszubildenden von August bis Dezember die Berufsschule in Northeim in Niedersachsen. Dieser Block vermittelt die Grundlagen, bevor ein Praktikum und weitere Unterrichtsphasen im Frühjahr folgen.
Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr rückt der Ausbildungsbetrieb in den Vordergrund. Dort sammeln die Auszubildenden wertvolle praktische Erfahrungen im Revieralltag. Ergänzend gibt es Blockunterricht, um das theoretische Wissen weiter zu vertiefen.
In Bayern unterscheidet sich die Struktur etwas. Dort findet der theoretische Teil an der Staatlichen Berufsschule in Traunstein statt. Da die Ausbildungsgänge im Zweijahresrhythmus starten, wird die Dauer häufig auf zwei Jahre verkürzt, wobei das Berufsfachschuljahr entfällt. Dadurch sind die Anforderungen intensiver, bieten aber auch einen schnelleren Berufseinstieg.
Welche Voraussetzungen brauchst du für die Ausbildung?
Um Revierjäger zu werden, musst du mindestens 18 Jahre alt sein und sowohl den Jagdschein als auch einen Führerschein besitzen. Freude an der Arbeit in der Natur ist unverzichtbar, ebenso körperliche Fitness und Belastbarkeit, denn die Arbeit kann körperlich anspruchsvoll sein und lange Arbeitstage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit sich bringen.
Verantwortungsbewusstsein ist eine zentrale Eigenschaft, da Revierjäger sowohl für Tiere als auch für Menschen Verantwortung tragen. Bei geführten Jagden oder im Umgang mit Gästen ist es wichtig, sicher und souverän aufzutreten. Kenntnisse oder Erfahrungen in Forst- oder Landwirtschaft sind ein Vorteil, da sie den Einstieg erleichtern.
In Bayern werden Bewerber*innen zwischen 20 und 30 Jahren bevorzugt, vor allem wenn sie bereits eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium vorweisen können. Dort ist die Ausbildung verkürzt, was ein höheres Maß an Vorwissen erfordert.
Welche Perspektiven gibt es?
Die Karrierechancen sind vielfältig. Direkt nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, die Prüfung zum/zur Revierjagdmeister abzulegen. Für die Meisterprüfung bietet der deutsche Jagdverband Vorbereitungslehrgänge an. Mit fünf Jahren Berufserfahrung können Revierjäger zum Revieroberjäger aufsteigen, weitere fünf Jahre später ist die Ernennung zum Wildmeister möglich. Wer über Abitur oder Fachhochschulreife verfügt, kann zudem ein Studium in Bereichen wie Forstwirtschaft, Biologie oder Landschaftsökologie/Naturschutz aufnehmen. Dadurch eröffnen sich zusätzliche Karrierewege, zum Beispiel in leitenden Positionen oder in wissenschaftlichen Projekten.
Wie viel verdient man als Berufsjäger?
Auch beim Gehalt gibt es Entwicklungsspielraum. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt zwischen 2.000 und 3.000 Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung, zusätzlichen Qualifikationen und speziellen Aufgaben, z.B. in größeren Forstbetrieben oder im Bereich Naturschutz, kann das Einkommen höher ausfallen. Zulagen für Wochenend- und Nachtarbeit sind ebenfalls üblich und erhöhen die Verdienstmöglichkeiten.
Während der Ausbildung verdienen angehende Revierjäger je nach Betrieb und Region zwischen 600 und 800 Euro brutto im ersten Jahr, 700 bis 900 Euro im zweiten Jahr und 800 bis 1.000 Euro im dritten Jahr. Unterschiede können sich durch Tarifverträge oder individuelle Vereinbarungen ergeben.
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