Pferdewirt/-in

Ob im Galopp über grüne Wiesen, beim Training in der Reithalle oder bei der Arbeit im Stall: Der Beruf Pferdewirt verbindet die Leidenschaft für Pferde mit verantwortungsvoller Arbeit. Pferdewirte kümmern sich täglich um das Wohl der Tiere, bilden sie aus, pflegen sie und sorgen dafür, dass sie gesund und leistungsfähig bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pferdewirte kümmern sich um Haltung, Pflege, Ausbildung und Gesundheit von Pferden.
  • Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre im dualen System.
  • Es gibt fünf Fachrichtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
  • Arbeitgeber sind unter anderem Gestüte, Reitschulen, Rennställe und Pferdepensionsbetriebe.
  • Nach der Ausbildung bestehen vielfältige Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.
Grüne Berufe – Pferdewirt
Reitkenntnisse sind von Vorteil, gerade in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung solltest Du auf A-Niveau reiten können.

Welche Aufgaben haben Pferdewirte?

Pferdewirte übernehmen vielfältige Aufgaben rund um die Betreuung, Ausbildung und Haltung von Pferden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Füttern, Tränken und Pflegen der Pferde
  • Beobachtung von Gesundheit und Verhalten
  • Training und Ausbildung von Pferden
  • Stall- und Weidemanagement
  • Organisation von Transporten
  • Beratung von Kunden und Pferdehaltern
  • Vorbereitung von Pferden für Sport, Zucht oder Verkauf

Je nach Fachrichtung unterscheiden sich die Aufgabenbereiche deutlich.

Wie läuft die Ausbildung zum Pferdewirt ab?

Während der Ausbildung lernst du, wie Pferde artgerecht gehalten, versorgt und trainiert werden. Außerdem erhältst du Kenntnisse in Bereichen wie Pferdegesundheit, Fütterung, Weidemanagement und Trainingslehre.

Die Ausbildung findet im dualen System statt. Das bedeutet, dass du praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb sammelst und parallel die Berufsschule besuchst.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Pferdewirt?

Die Ausbildung dauert bundesweit drei Jahre.

Unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise mit Fachhochschulreife oder einer vorherigen Ausbildung, kann die Ausbildungsdauer verkürzt werden.

Besonders interessant: Wer bereits eine Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen hat, kann innerhalb eines weiteren Jahres eine zusätzliche Fachrichtung erwerben.

Welche Fachrichtungen gibt es im Beruf Pferdewirt?

Fachrichtung Klassische Reitausbildung

In dieser Fachrichtung bildest du Pferde sowie Reiterinnen und Reiter aus. Du trainierst Pferde für den Breiten- und Leistungssport und achtest auf deren Gesundheit und Wohlbefinden.

Typische Arbeitgeber sind:

  • Reitschulen
  • Reitvereine
  • Pferdeausbildungsbetriebe
  • Pferdepensionsbetriebe

Fachrichtung Pferdehaltung und Service

Hier stehen Haltung, Versorgung und Betreuung der Pferde im Mittelpunkt. Zudem berätst du Kunden zu allen Fragen rund um die Pferdehaltung.

Typische Arbeitgeber sind:

  • Gestüte
  • Reitschulen
  • Reiterhöfe
  • Pferdepensionsbetriebe

Fachrichtung Pferderennen

Pferdewirte dieser Fachrichtung trainieren und versorgen Rennpferde. Als Jockey oder Trabrennfahrer kannst du außerdem selbst an Rennen teilnehmen.

Typische Arbeitgeber sind:

  • Rennställe
  • Trainingsbetriebe
  • Rennvereine
  • Rehabilitationszentren für Sportpferde

Fachrichtung Pferdezucht

In der Pferdezucht betreust du Zuchtstuten und Fohlen, begleitest Besamungen und Geburten und präsentierst Pferde auf Schauen und Veranstaltungen.

Typische Arbeitgeber sind:

  • Gestüte
  • Deckstationen
  • Hengstdepots
  • Aufzuchtbetriebe

Fachrichtung Spezialreitweisen

Hier spezialisierst du dich beispielsweise auf Westernreiten oder Gangpferdereiten. Du trainierst Pferde und Reiter für spezielle Disziplinen und Wettbewerbe.

Typische Arbeitgeber sind:

  • Reitschulen
  • Pferdeausbildungsbetriebe
  • Reitvereine
  • Pferdepensionsbetriebe
Pferdeweide

Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Ausbildungsbetriebe bevorzugen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss.

Hilfreich sind außerdem:

  • Reitkenntnisse
  • Interesse an Pferden und Tierhaltung
  • Körperliche Fitness
  • Belastbarkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Bereitschaft zur Wochenend- und Feiertagsarbeit

Für die Fachrichtung Klassische Reitausbildung werden häufig Reitkenntnisse auf A-Niveau erwartet.

Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Nach der Ausbildung stehen dir verschiedene Wege offen:

  • Pferdewirtschaftsmeister
  • Fachagrarwirt
  • Jockey oder Trabrennfahrer
  • Studium in Agrarwissenschaften
  • Studium der Veterinärmedizin
  • Studium der Pferdewissenschaften

Mit entsprechender Qualifikation sind auch Führungsaufgaben in Gestüten, Ausbildungsbetrieben oder Verbänden möglich.

Wie viel verdient man als Pferdewirt?

Das Gehalt von Pferdewirten hängt von der Fachrichtung, dem Arbeitgeber, der Region und der Berufserfahrung ab. Zum Berufseinstieg liegt das Gehalt meist zwischen 2.000 und 2.800 Euro brutto pro Monat.

Mit zunehmender Berufserfahrung, zusätzlichen Qualifikationen oder einer Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister können die Verdienstmöglichkeiten steigen. Auch in spezialisierten Bereichen wie dem Turnier- oder Rennsport sind höhere Gehälter möglich.

Ausbildungsvergütung

Während der Ausbildung können angehende Pferdewirte je nach Betrieb und Region mit folgender Vergütung rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 680 – 800 Euro brutto/Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 760 – 900 Euro brutto/Monat
  • 3. Ausbildungsjahr: 850 – 1.000 Euro brutto/Monat

Die tatsächliche Höhe der Vergütung kann je nach Bundesland, Ausbildungsbetrieb und Tarifvertrag variieren.

Wo finden Pferdewirte Jobs?

Pferdewirte arbeiten unter anderem in:

  • Reitschulen
  • Gestüten
  • Pferdepensionsbetrieben
  • Rennställen
  • Pferdekliniken
  • Reitvereinen
  • Pferdeausbildungsbetrieben

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von der Freizeitreiterei bis zum professionellen Pferdesport.

Du hast Interesse? Dann schau dir die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Berufsausbildung Pferdewirt an. Für weitere Infos zum Ausbildungsberuf besuche gerne die Seite der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Du bist dir noch unsicher? Deine Neigungen und Interessen könnten auch an anderer Stelle gefragt sein: Pferdewirte verfügen oft über vielseitige Fähigkeiten, die auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen gefragt sind, wie beispielsweise in der Rinderhaltung und Milchviehhaltung.

Der Beruf des Pferdewirts ist eine von vielen spannenden Optionen in der Landwirtschaft. Weitere berufliche Möglichkeiten findest Du im Fachbereich Landwirtschaft.

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FAQ – Häufige Fragen zum Beruf Pferdewirt

Was macht ein Pferdewirt?

Pferdewirte kümmern sich um die Haltung, Pflege, Ausbildung und Gesundheit von Pferden.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet im dualen System statt.

Es gibt die Fachrichtungen Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferderennen, Pferdezucht sowie Spezialreitweisen.

Reitkenntnisse sind nicht immer vorgeschrieben, aber in vielen Fachrichtungen von Vorteil. Für die Klassische Reitausbildung werden sie häufig erwartet.

Pferdewirte arbeiten beispielsweise in Gestüten, Reitschulen, Pferdepensionsbetrieben, Rennställen oder Pferdekliniken.

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