Gehaltsverhandlung für Berufserfahrene: Verdiene was du wert bist!

Gehaltsverhandlungen sind für viele Berufserfahrene eine echte Herausforderung. Doch sie bieten dir auch die Möglichkeit, das eigene Einkommen nachhaltig zu verbessern und finanzielle Anerkennung für deine geleistete Arbeit zu erhalten. Egal ob du deine aktuelle Position aufwerten oder einen neuen Job annehmen möchtest – mit der richtigen Vorbereitung kannst du sicherstellen, dass du das Gehalt bekommst, was du dir vorstellst.

In jedem Berufsleben kommt irgendwann der Wunsch nach einem höheren Gehalt auf. Die Frage nach mehr Gehalt ist nicht ungewöhnlich oder negativ. Sie zeugt von Selbstbewusstsein und Initiative. Dennoch ist sie eine der gefürchtetsten Fragen unter Mitarbeiter*innen. Kaum ein Arbeitgeber wird jedoch freiwillig mehr Geld bezahlen, daher bist du gezwungen aktiv das Gespräch zu suchen. Bist du bereit das Beste aus deiner Gehaltsverhandlung herauszuholen? Gut vorbereitet zu sein, ist ein wichtiger Schritt, um in Gehaltsverhandlungen souverän auftreten zu können. Wie eine solche Vorbereitung aussehen kann, wie ein erfolgreiches Gespräch verlaufen sollte und weitere Tipps und Tricks haben wir zusammengefasst:

Wie bereite ich mich vor?

1. Recherche ist der Schlüssel

Vor der Verhandlung ist gründliche Recherche unerlässlich. Informiere dich vor dem Gespräch über aktuelle Gehaltstrends in deiner Branche und Region, um dir einen Überblick zu verschaffen und dir ein realistisches Bild deiner Gehaltsvorstellung zu machen. Du solltest zumindest einen Überblick darüber haben, was Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Jobs in ihrem Unternehmen verdienen. Rede daher auch ruhig mit Kollegen, Bekannten und Freunden über Gehaltsfragen. Eine gute Hilfestellung bieten auch Arbeitgeber-Bewertungsplattformen mit Gehaltsvergleichen wie z.B. Kununu.com, auf denen Mitarbeitende anonym verschiedene Aspekte ihres Arbeitgebers bewerten können.

2. Präsentiere deine Erfolge und Leistungen

Argumentiere immer über deine Leistungen, die du idealerweise auch nachweisen oder quantifizieren kannst. Bereite eine Liste deiner beruflichen Erfolge, Projekte und besonderen Leistungen vor. Sei darauf vorbereitet, diese in der Verhandlung vorzubringen und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen darzulegen. Betone auch wie deine Kompetenzen und Erfahrungen zur Erreichung der Unternehmensziele beigetragen haben. Eine klare Darstellung deiner Mehrwerte unterstützt deine Argumentation für eine angemessene Gehaltserhöhung.

3. Übe deine Verhandlungsfähigkeiten

Gehaltsverhandlungen können nervenaufreibend sein, vor allem wenn du selbstbewusst und bestimmt auftreten möchtest. Nimm dir Zeit, um deine Gesprächstaktik zu üben. Spiele die Verhandlungssituation mit einem Freund oder einer Freundin durch oder nutze Selbstreflexion, um mögliche Fragen und Gegenargumente zu antizipieren. Durch regelmäßiges Üben kannst du dein Selbstvertrauen stärken und besser auf unerwartete Situationen reagieren.

Tricks für die erfolgreiche Verhandlung

1. Angenehme Gesprächsatmosphäre schaffen

Am besten gelingt dies über eine offene, aber selbstsichere Körperhaltung, mit einem Lächeln, einem kleinen Kompliment und einem kurzen Small Talk.

2. „Prime“ deinen Boss auf ein „Ja“ in der Gehaltsverhandlung

Verkäufer kennen den Trick schon lange: Man muss sein Gegenüber erst einmal in Zustimmungslaune bringen – und das geht am besten, wenn man ihn oder sie ein paar Mal „Ja“ sagen lässt.

3. Selbstbewusstes Auftreten

Natürlich darfst du dabei nicht unverschämt werden. Aber eben auch nicht zum Bittsteller schrumpfen. Konjunktiv ist in jeder Verhandlung tabu.

4. Spiegeltechnik anwenden

Passe dich im Laufe des Gehaltgesprächs unauffällig in Sachen Sprechtempo, Sprechweise, Wortwahl sowie bei der Körpersprache deinem Vorgesetzten an. Aber bitte in keinem Falle nachäffen!

5. Einstiegsfrage clever wählen

„Wie bewerten Sie eigentlich meine Leistung?“ Diese Antwort liefert entscheidende Hinweise für deine weitere Gesprächsstrategie.

6. Nenne eine krumme Zahl

Wer sein Jahresgehalt in glatten Tausenderzahlen angibt, wird beim anschließenden Feilschen auch in Tausender- oder gar Fünftausenderschritten gedrückt. Wer dagegen eine krumme Zahl nennt (zum Beispiel 48.850 Euro), macht es dem Verhandlungspartner schwerer, den Preis zu drücken. Er wird jetzt tendenziell in Hunderterschritten denken und verhandeln. Probiere es mal aus!

Info: Generell gelten 5% mehr Gehalt als ein gutes Ergebnis!

7. Nicht das erste Angebot akzeptieren

Es ist – logischerweise – nie sein bestes bei einer Gehaltsverhandlung.

8. Entkräfte Gegenargumente

Quantifiziere deine Leistungen und behalte die Unternehmensziele im Blick. Wenn dich dein Gegenüber mit Kritik verunsichern will, gib nicht auf und hake nach: Welche Leistungen blieben beispielsweise konkret unter den Erwartungen?

9. Bleib flexibel

Kommst du in der Gehaltsverhandlung nicht weiter: keinesfalls zurückrudern, sondern ebenso stoisch deine Argumente benennen und wiederholen – und besser auf Alternativen umschwenken: andere Vergünstigungen, die zwar kein Geld, dafür aber Lebenswert bieten: flexiblere Arbeitszeiten oder die Option, öfter im Homeoffice zu arbeiten. Denkbar sind aber auch ein höherer Bonus, Sonderurlaub, Mitarbeiterrabatte oder andere Benefits.

10. Gespräch vertagen

Auch wenn das Gespräch nicht so lief wie erwartet, solltest du trotzdem nicht ganz aufgeben. Zeige dich flexibel was den Zeitpunkt der Gehaltserhöhung angeht: Vertage das Thema auf einen möglichst konkreten späteren Termin.

Beispiele für Rhetorik in der Gehaltsverhandlung

Die richtige Wortwahl:

Frage besser nach einer „Gehaltsanpassung“, und sprich nicht von einer „Gehaltserhöhung“. Das Wort „Anpassung“ impliziert bereits, dass du eine Nachbesserung verdient hast.

Rhetorische Pausen:

Schweigen ist eine enorm unterschätzte Verhandlungstaktik. Sag zum Beispiel: „Ich möchte im kommenden Jahr 5 Prozent mehr verdienen.“ und schweige dann – Diese Taktik unterstreicht deine Entschlossenheit. Halte den Blickkontakt um zu signalisieren, dass du hinter dem stehst, was du gesagt hast.

Tabus in Gehaltsverhandlungen

  1. Vergleiche mit anderen Kollegen oder Arbeitgebern
  2. Ohne Argumente
  3. Falsches Timing
  4. Viele Emotionen
  5. Erpressungsversuch starten
  6. Fehlende Absicherung (schriftl. Bestätigung)
  7. Zu viel verlangen
  8. Unter Wert verkaufen

Gründe für eine Gehaltserhöhung

  • Ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt
  • Beitrag zur Umsatzsteigerung im Unternehmen
  • Neue Produktideen
  • Neue Aufgaben und mehr Verantwortung
  • Vorschläge für Einsparungen, die nachhaltig umgesetzt wurden
  • Neue Großkunden angeworben
  • Schulung von Kollegen
  • Preise oder Auszeichnungen für das Unternehmen erhalten
  • Neue Fachkenntnisse in einem wichtigen Bereich angeeignet

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