Frauen in der Landwirtschaft: Zahlen, Chancen und Perspektiven

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland arbeiten rund 876.000 Menschen in der Landwirtschaft – davon sind 35 % Frauen (Stand 2023).
  • Der Frauenanteil liegt damit deutlich unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 47 % über alle Berufe.
  • Nur 11 % der landwirtschaftlichen Betriebe werden von Frauen geführt – Deutschland zählt damit zu den Schlusslichtern im EU-Vergleich.
  • In den „grünen Berufen“ sind rund 25 % der Auszubildenden weiblich, im Beruf Landwirt/in etwa 22 %.
  • Weltweit sind etwa 38 % der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft Frauen, aber weniger als 15 % besitzen landwirtschaftliche Fläche.

Warum spielen Frauen in der Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle?

Die Landwirtschaft befindet sich im Wandel, denn Digitalisierung, Nachhaltigkeit und der zunehmende Fachkräftemangel prägen die Branche maßgeblich. Frauen in der Landwirtschaft sind dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor, da sie neue Perspektiven einbringen und gleichzeitig Betriebe strategisch sowie wirtschaftlich zukunftsfähig aufstellen.

Besonders sichtbar wird diese Entwicklung unter anderem durch:

  • die steigende Beteiligung von Frauen an Betriebsleitungen,
  • die wachsende Präsenz in Studium, Ausbildung und agrarwissenschaftlicher Forschung,
  • sowie neue Rollen in Bereichen wie Smart Farming, Klimaschutz und Vermarktung.

Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Führung, Zusammenarbeit und Innovation. Gerade in diesen Bereichen können viele Frauen ihre fachlichen, organisatorischen und kommunikativen Stärken gezielt einbringen und weiter ausbauen.

Wie hoch ist der Anteil von Frauen in der Landwirtschaft?

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, wie stark Frauen in der Landwirtschaft vertreten sind und wo weiterhin große Unterschiede bestehen.

Deutschland (Stand 2023):

  • Insgesamt arbeiten rund 876.000 Menschen in der Landwirtschaft.
  • Davon sind etwa 310.000 Frauen, was einem Anteil von 35 % entspricht.
  • Über alle Berufsgruppen hinweg liegt der Frauenanteil in Deutschland bei 47 % – die Landwirtschaft liegt also deutlich darunter.

Geschlechterverhältnis nach Beschäftigungsform:

  • Familienarbeitskräfte (Voll- & Teilzeit): 32 % Frauen, 68 % Männer
  • Vollbeschäftigte familienfremde Arbeitskräfte: 22 % Frauen, 78 % Männer
  • Nichtständige familienfremde Arbeitskräfte: 44 % Frauen, 55 % Männer

Diese Zahlen vom BZL verdeutlichen: Frauen sind präsent, aber je formeller und dauerhafter das Beschäftigungsverhältnis, desto geringer ist ihr Anteil.

Welche Aufgaben übernehmen Frauen in der Landwirtschaft heute?

Frauen in der Landwirtschaft sind längst nicht mehr nur unterstützend tätig. Sie prägen aktiv Strategie, Technik und Vermarktung landwirtschaftlicher Betriebe.

Zentrale Tätigkeitsfelder sind:

  1. Betriebsmanagement & Leitung – von Finanzen bis Personalführung
  2. Tierhaltung & Pflanzenbau mit Fokus auf Qualität und Tierwohl
  3. Direktvermarktung & Marketing (Hofläden, Social Media, Online-Shops)
  4. Nachhaltigkeit & Klimaschutz (Bio-Landbau, Ressourceneffizienz)
  5. Agrartechnik & Digitalisierung (Precision Farming, Datenanalyse)

Diese Vielfalt macht die Branche besonders attraktiv – vor allem für Studierende und Berufseinsteigerinnen.

Auszubildende im Gewächshaus bei der Gemüseernte

Wie gelingt der Einstieg in die Landwirtschaft?

Ein wichtiger Einstiegspunkt ist die berufliche Ausbildung – hier zeigen die Zahlen einen langsamen, aber positiven Wandel.

Ausbildung in den „grünen Berufen“:

  • Rund 25 % aller Auszubildenden in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei sind weiblich.
  • Im Beruf Landwirt/in lag der Frauenanteil 2023 bei 22 % (1.974 von 9.084 Azubis).
  • Noch 2005 lag dieser Anteil bei unter 9 % – der Zuwachs ist also deutlich.

Besonders hohe Frauenanteile gibt es in folgenden Berufen:

  • Hauswirtschafter/in: 100 %
  • Pferdewirt/in: 85 %
  • Milchwirtschaftliche/r Laborant/in: 75 %
  • Tierwirt/in: 54 %
  • Pflanzentechnolog/in: 54 %

Welche Herausforderungen gibt es für Frauen in der Landwirtschaft?

Besonders deutlich werden die Unterschiede bei Führungspositionen und Eigentumsverhältnissen.

Fakten zur Unterrepräsentanz:

  • Nur 11 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden von Frauen geführt (Agrarstrukturerhebung 2023).
  • Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil weiblicher Betriebsleitungen bei rund 32 %.
  • Spitzenreiter sind Lettland und Litauen mit jeweils 45 %, Schlusslicht sind die Niederlande mit 6 %.

Deutschland gehört damit im europäischen Vergleich zu den Nachzüglern – trotz hoher Qualifikation und wachsendem Interesse junger Frauen an der Branche.

Welche Netzwerke & Förderungen unterstützen Frauen in der Landwirtschaft?

Starke Netzwerke sind ein Schlüssel zum Erfolg:

  • LandFrauen-Verbände (regional & bundesweit)
  • Programme des BMEL zur Frauenförderung
  • Hochschul-Netzwerke für Studentinnen

Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026

Das Jahr 2026 wurde international den Frauen in der Landwirtschaft gewidmet. Ziel ist es, die Leistungen von Frauen sichtbar zu machen, ihre Rechte zu stärken und gleiche Chancen weltweit zu fördern.

Im Fokus stehen dabei:

  • die wirtschaftliche Rolle von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben,
  • Zugang zu Bildung, Land und Ressourcen,
  • Förderung von Innovation und Nachhaltigkeit durch weibliche Fachkräfte (BMLEH).

Für Frauen in der Landwirtschaft bedeutet das Jahr 2026 zusätzliche Aufmerksamkeit, neue Förderprogramme und eine stärkere internationale Vernetzung – auch in Europa und Deutschland.

Quelle: Bundesinformationszentrum für Landwirtschaft

FAQ – Häufige Fragen zu Frauen in der Landwirtschaft

Wie hoch ist der Frauenanteil in der Landwirtschaft?

Etwa ein Drittel der Beschäftigten in der Landwirtschaft sind Frauen. Der Anteil steigt besonders bei jungen Fachkräften und Studierenden.

Ja, es gibt staatliche Programme, Verbände und Netzwerke, die gezielt Frauen in der Landwirtschaft unterstützen – z. B. durch Mentoring oder Weiterbildung.

Nur 11 % der landwirtschaftlichen Betriebe werden von Frauen geführt. Gründe sind u. a. traditionelle Rollenbilder, Eigentumsverhältnisse und geringerer Zugang zu Netzwerken und Kapital.

Der Frauenanteil in den „grünen Berufen“ liegt bei rund 25 %. Besonders hoch ist er in Berufen wie Pferdewirtin, Tierwirtin oder milchwirtschaftliche Laborantin.

2026 soll die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit sichtbarer machen. Studien zeigen, dass gleiche Ressourcen den landwirtschaftlichen Ertrag um bis zu 30 % steigern könnten.

Das interessiert dich sicher auch

Entdecke Unternehmen aus der Agrarbranche

Finde deinen Traumjob in der Agrarbranche

Werde mit deinem Profil sichtbar für Arbeitgeber