Das Reisprojekt

Als ich die ersten Informationen meiner Organisation zu dem Praktikum erhalten habe, hieß es diesbezüglich „interacting with farmers on ricefields“. Auch nach weiterer Rücksprache mit dem zuständigen Department ging ich davon aus, mit einigen Landwirten aus der Umgebung in Kotakt treten zu können und aus erster Hand Praxiserfahrungen aus Kenia sammeln zu können.

Mittlerweile bin ich allerdings im Reisprojekt der Universität eingespannt. Aufgrund der geologischen Bedingungen in den großen Anbaugebieten Kenias spricht man hier vom „upland rice“. Dieser wird ab 1400 m über NN angebaut, und braucht in einer Vegetationsdauer mindestens 1000 mm Niederschlag, wobei vor allem in den ersten Entwicklungsstadien eine kontinuierliche Wasserzufuhr gewährleistet sein muss.

Für das Projekt gibt es an der Universität sowohl Freiland-Parzellen, als auch kleine Felder in Gewächshäusern. Die verwendeten Sorten kommen größtenteils aus Japan, wohin eine starke Kooperation innerhalb des Projektes gepflegt wird, um die Versuche unter folgenden Gesichtspunkten zu bewerten:

1.Mehr Körner pro Pflanze
2.Toleranzsteigerung gegen Krankheiten
3.Weniger Verluste pro Pflanze
4.Weniger Wasserverbrauch
5.Verstärkter Einsatz von organischer Düngung gegenüber Mineraldüngern
6.Weniger Verluste während der Ernte und Steigerung der Stabilität
7.Zusätzliche Gewinnung von Energie in Form von Reis-Briketts
8.Bruchkorn als Zugabe von Brot oder Cookies

Laborarbeit Laborarbeit Vor allem der Wasserverbrauch spielt hier zu Lande eine große Rolle, da es grade in den trockenen Gebieten noch von dem Ackerbau unerschlossene Teile gibt. Hier möchte man weitere Potentiale entdecken und auch der Verwendung von Reststoffen wird eine große Bedeutung zu geschrieben. Beispielsweise wird aktuell untersucht, inwiefern man die Spreu als organischen Dünger bei der Nass-Reis-Produktion verwenden kann.

Für mich persönlich ist es auf der einen Seite interessant zu sehen, welche Gedanken sich die Verantwortlichen im Austausch mit Farmen über die Reisproduktion machen. Jedoch fehlt mir leider weiterhin noch ein vergleichbarer Erfahrungswert.

Auf der anderen Seite besteht meine Arbeit weiterhin aus der Grundlagenforschung, also zählen, sammeln, wiegen, aufschreiben. Mittlerweile wird dies immer eintöniger, aber durch die sozialen Erfahrungen bereitet es mir weiterhin große Freude, hier sein zu können.