Auslandssemester: Vier Agrarstudierende teilen ihre Erfahrungen

Neuseeland, Frankreich, Irland und Spanien – das waren die Länder in denen vier Agrarstudierende ihr Auslandssemester verbrachten. Dort konnten sie nicht nur ihre akademischen Fähigkeiten erweitern, sondern auch vieles über Land und Leute sowie die Landwirtschaft in Regionen außerhalb von Deutschland lernen.

Die Redaktion von top agrar hat nachgefragt:

Auslandssemester: Vier Studierende berichten über ihre Erfahrungen im internationalen Agrarstudium-Agrarstudium & Hochschulen
Auslandssemester: Vier Studierende berichten über ihre Erfahrungen im internationalen Agrarstudium-Agrarstudium & Hochschulen

Auslandssemester: Schweizer Agrarstudent in Neuseeland

Mit vier Freunden aus dem Studium flog Tobias Strahm im Sommer 2023 für fünf Monate zu einem Auslandssemester nach Lincoln, Neuseeland.

Eine fixe Idee zwischen zwei Freunden, eher im Spaß ausgesprochen: So begann die Planung des Auslandsaufenthalts für Tobias Strahm. Sein drittes Semester, von August bis Dezember 2023, hat er gemeinsam mit vier Bekannten aus dem Studium im neuseeländischen Lincoln verbracht. Aktuell besucht der Schweizer die Hochschule für Agrar, Forst und Lebensmittel in Bern, sein Fachgebiet: Agronomie.

Dadurch, dass die Hochschule in Bern kein Abkommen mit der Lincoln University hatte, mussten die Studenten die Organisation komplett selbst übernehmen. So galt es z. B. für jedes Fach abzugleichen, ob die Leistungen angerechnet werden konnten. „Teils war es schwierig, nichts zu vergessen. Wir ­haben uns gegenseitig unterstützt“, sagt er. Hilfe fand das Quartett zudem bei der deutschen Studienberatung ­„GOstralia!-GOmerica!“. Offen blieb schließlich nur die Frage der Finanzierung: „Bei uns gibt es keine Stipendien wie in Deutschland. Die Kosten konnte ich mit meinen Ersparnissen vom Militär und der Unterstützung meiner Eltern stemmen“, sagt der Student.

Den vollständigen Artikel der Autorin Katharina Meusener von top agrar findest du hier.

Einführungswoche im Weinberg

Von September bis Dezember studierte Amelie Möller „Sustainable Luxury“ in Toulouse. Dort lernte sie, dass ihr Schulenglisch auch für Frankreich reicht und was Parfüm mit Landwirtschaft zu tun hat.

Offen zu sein und Neues mitzumachen, ist das Wertvollste, das Landwirtstochter Amelie Möller während ihres Auslandssemesters im französischen Toulouse gelernt hat. „Wenn man den inneren Schweinehund überwindet, dann erlebt man ganz viel Tolles“, sagt die 26-Jährige, die seit Dezember zurück in Deutschland ist.

Spontan hatte sie sich im Januar 2023 für ein Auslandssemester über die Uni beworben. Neben Schweden, Dänemark und Lettland stand Toulouse auf ihrer Liste. Für das Semester im Ausland wünschte sie sich, angelehnt an ihren Master in Agrarwissenschaften in Göttingen, Vorlesungen im Bereich Agribusiness und Ackerbau. „Außerdem wollte ich mein Englisch verbessern, was ich in Frankreich erst einmal nicht erwartet hätte. Aber Toulouse ist so international, dass ich mich überall mit Englisch zurechtgefunden habe“, sagt sie. Einzige Ausnahme: die ausschließlich Französisch sprechende Verwaltung ihres Wohnheims, das ihr über die „Purpan School of Engineering“ vermittelt wurde.

Den vollständigen Artikel der Autorin Katharina Meusener von top agrar findest du hier.

Auslandssemester: Vier Studierende berichten über ihre Erfahrungen im internationalen Agrarstudium-Agrarstudium & Hochschulen
Auslandssemester: Vier Studierende berichten über ihre Erfahrungen im internationalen Agrarstudium-Agrarstudium & Hochschulen

Weihenstephan und Dublin: Raphael Gaisberger studiert in Irland

Raphael Gaisberger tauschte seinen Hörsaal in Weihenstephan für ein Semester gegen den am University College Dublin, Irland. Auf der „grünen Insel“ trifft er Praktiker aus aller Welt.

„Brot, das vermisse ich schon sehr“, sagt Raphael Gaisberger und lacht in die Kamera seines Laptops. Im Hintergrund ist sein kleines Zimmer im Studentenwohnheim zu sehen. Das Fenster zeigt ein Stückchen wolkenverhangenen Himmels. Das Wetter sei durchwachsen, Besserung aber in Sicht. Seit September 2023 ist der 22-Jährige am University College in Dublin (UCD) für „Agribusiness“ eingeschrieben. Abgesehen von seinen unerfüllten kulinarischen Vorlieben, fühlt er sich in Irland pudelwohl.

Ein interessantes Vorlesungsangebot, die Mentalität und viele Möglichkeiten zu reisen zogen ihn auf die grüne Insel. „Hier am UCD ist das Publikum sehr international, das finde ich toll. So lerne ich nicht nur Landwirtschaft und das Studium in Irland kennen, sondern kann mich mit Praktikern aus aller Welt austauschen und erfahren, wie sie wirtschaften und leben – alles auf einem Campus“, erzählt der Oberösterreicher begeistert, der mit Ackerbau und Viehzucht aufgewachsen ist. Seine Eltern kommen ihn in wenigen Wochen besuchen.

Den vollständigen Artikel der Autorin Melanie Suttarp von top agrar findest du hier.

Landwirtschaft in Andalusien: Agrar-Student Jakob erzählt vom Auslandssemester

Jakob Upmeier entschied sich für ein Auslandssemester in Spanien – und lernte nicht nur die dortige Landwirtschaft, sondern eine ganze Sprache neu kennen.

„Einfach toll“, so fasst Jakob Upmeier seine Zeit in Córdoba, Andalusiens drittgrößter Stadt, zusammen. Im Fe­bruar kehrte er von seinem sechsmonatigen Auslandsaufenthalt zurück.

„Der Gedanke, in einem anderen Land zu studieren, kam mir während der Coronapandemie“, sagt der 25-Jährige, der in Göttingen Vorlesungen zum Thema „Agribusiness“ hört. „Ich kannte meine Studienstadt inzwischen gut und wollte einfach mal raus, etwas anderes sehen“, erinnert er sich. Nach Bewerbungen an verschiedenen Universitäten in Europa fiel die Wahl des Masterstudenten auf Córdoba – warum?

„Mir hat das Kursangebot sehr gut gefallen und Erfahrungsberichte aus dem Netz haben mir Mut gemacht“, erzählt Jakob Upmeier.

Auch wenn er Bedenken hatte, wollte er sich komplett auf das Projekt einlassen. Deshalb habe er zwei Kurse auf Englisch gewählt und zwei auf Spanisch. „Dabei habe ich mich mehr auf praktische Fächer aus den Bereichen Präzisionslandwirtschaft und erneuerbare Energien konzentriert, weil ich nicht denselben Stoff wie zu Hause lernen wollte. Heute weiß ich: Das war die richtige Entscheidung“, freut er sich.

Den vollständigen Artikel der Autorin Melanie Suttarp von top agrar findest du hier.

Tipps zur Planung deines Auslandssemesters

An fast jeder Hochschule gibt es passende Infoveranstaltungen für Auslandsaufenthalte. Dort wirst du über mögliche Ziele und auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, wie das Erasmus+ oder den DAAD, informiert. Nimm diese Veranstaltungen am besten schon möglichst früh wahr, denn die Planung eines Auslandssemesters kann Monate in Anspruch nehmen. Auch die Bewerbungsfristen für Förderprogramme enden je nach Land in das du möchtest oft schon Monate vor dem Start deines Auslandsaufenthaltes.

Theoretisch stehen alle möglichen Länder innerhalb und außerhalb der EU zur Auswahl. Von deiner Hochschule wird es Empfehlungen für bestimmte Länder inklusive spezifischer Hochschulen geben. Diese  Empfehlungen beruhen oft auf geprüften Modulkatalogen mit dem Ziel, dass möglichst viele im Auslandssemester abgeschlossene Module und ihre Credits auch an deiner Hochschule in der Heimat angerechnet werden können. Außerdem bietet Erasmus+ nicht für alle Länder dieser Welt organisatorische und finanzielle Unterstützung an. Dafür gibt es aber den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und andere Programme, die weltweite Austauschprogramme fördern. Natürlich ist es der einfachste Weg, aus den vorgeschlagenen Ländern und Hochschulen zu wählen. Andere Hochschulen und Länder sind aber nicht ausgeschlossen und können mit viel Eigeninitiative und gegebenenfalls erhöhtem eigenen finanziellen Aufwand ebenfalls geeignet für dein Auslandssemester sein.

Erasmus+

Erasmus+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union (EU) für Bildung, Jugend und Sport. Es wurde im Jahr 2014 ins Leben gerufen und baut auf früheren EU-Programmen wie dem Erasmus-Programm auf, das 1987 gegründet wurde. Erasmus+ hat das Ziel, die Bildungs- und Berufschancen in Europa zu verbessern, die persönliche und berufliche Entwicklung zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern zu stärken.

Wenn du im Rahmen deines Studiums ein Auslandssemester mit Erasmus+ machen möchtest, gibt es dafür spezifische Fördermöglichkeiten und Programme. Erasmus+ bietet Studierenden die Möglichkeit, einen Teil ihres Studiums im Ausland an einer Partnerhochschule zu absolvieren. Dies kann sowohl für Studienaufenthalte als auch für Praktika in einem anderen europäischen Land gelten. Dafür musst du an einer Hochschule eingeschrieben sein, die am Erasmus+ Programm teilnimmt, in der Regel mindestens im zweiten Jahr deines Bachelorstudiums sein und deine Heimatuniversität und die Gastuniversität müssen eine Erasmus+ Partnerschaft haben. Für Studienaufenthalte zwischen 3 und 12 Monaten sind Förderbeträge zwischen 330 € – 450 € pro Monat möglich. Außerdem musst du keine Studiengebühren an deiner Gastuniversität zahlen, es gibt Zugänge zu Online-Sprachkursen und deine Studienleistungen werden im Rahmen des European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) in der Regel von deiner Heimatuniversität anerkannt.

DAAD

Neben Erasmus+ ist der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) ein wichtiger Anlaufpunkt, gerade wenn die Länderauswahl außerhalb der EU liegt. Diese Organisation fördert den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern weltweit. Er bietet eine Vielzahl von Programmen und Stipendien an, um Studierenden und Forschenden die Möglichkeit zu geben, internationale Erfahrungen zu sammeln.

DAAD-Programme für Auslandsaufenthalte gehen von Studienstipendien, die einen ganzen Studienaufenthalt im Ausland unterstützen, über Jahresstipendien bis hin zum PROMOS-Programm, einem Kurzzeitstipendium von bis zu 6 Monaten. Auch Praktikumsaufenthalte für Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften können bezuschusst werden.

Auf was wartest du noch? Nimm es jetzt selbst in die Hand und beginne die Planung für dein Auslandssemester. Wir von Karrero wünschen dir dabei viel Spaß und freuen uns auf immer mehr zukünftige Agrarabsolventen, die den Blick über den Tellerrand schon im Studium gewagt haben. Auf dich warten in Zukunft tolle Karrieremöglichkeiten und Jobs in einer internationalen Branche.