Arbeitsmarkt Landwirtschaft – welche Jobs sind gefragt, wo fehlen Fachkräfte?
Das Wichtigste in Kürze
- In der Landwirtschaft arbeiten in Deutschland rund 876.000 Menschen, jedoch mit rückläufigem Trend (–7 % seit 2020)
- Besonders stark sinken Familien- und Saisonarbeitskräfte, während nur die festen Angestellten leicht wachsen
- Über 54 % der Betriebe sichern sich bereits zusätzliche Einkommensquellen (z. B. Energie, Direktvermarktung)
- Der Fachkräftemangel in der Landwirtschaft nimmt deutlich zu (LWK Niedersachsen, DLG-Analysen)
- Besonders gefragt sind: Agrartechnik, Tierhaltung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Betriebsmanagement
Wie ist die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Landwirtschaft?
Der Landwirtschaft Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich im Wandel. Während die Branche weiterhin eine wichtige Säule der Versorgungssicherheit ist, verändert sich die Beschäftigungsstruktur deutlich.
Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiteten im Zeitraum 2022/2023 rund 876.000 Menschen in der Landwirtschaft – das sind etwa 62.000 weniger als 2020. Der Rückgang entspricht rund 7 % .
Beschäftigungsstruktur im Überblick:
- 45 % Familienarbeitskräfte (398.000 Personen)
- 27 % feste Angestellte (235.000 Personen)
- 28 % Saisonarbeitskräfte (243.000 Personen)
Besonders auffällig:
- Familienarbeitskräfte sinken stark (–8 %)
- Saisonkräfte gehen ebenfalls deutlich zurück (–12 %)
- Nur fest angestellte Arbeitskräfte steigen leicht (+3 %)
Welche Jobs sind im Arbeitsmarkt Landwirtschaft gefragt?
Der moderne Arbeitsmarkt in der Landwirtschaft ist längst mehr als klassische Feldarbeit. Durch Digitalisierung, Klimawandel und Strukturwandel entstehen neue Berufsbilder. Gefragte Berufsfelder sind:
Landwirtschaftliche Fachkräfte
- Tierwirt (Rinder, Schweine, Geflügel)
- Landwirt mit Spezialisierung Ackerbau
- Landmaschinentechniker
- Hof- und Herdenmanager
Agrartechnik & Digitalisierung
- Agrartechniker
- Spezialist für Smart Farming
- Datenanalyst für Landwirtschaftssysteme
Nachhaltigkeit & Umweltmanagement
- Umweltberater
- Fachkraft für erneuerbare Energien im Agrarsektor
- Nachhaltigkeitsmanager für Agrarbetriebe
Vertrieb & Direktvermarktung
- Hofladen-Manager
- Marketing für regionale Lebensmittel
- E-Commerce im Agrarbereich
Wo fehlen im Arbeitsmarkt Landwirtschaft Fachkräfte?
Der Fachkräftemangel ist kein Zukunftsszenario – er ist bereits Realität.
Besonders betroffene Bereiche:
- Saisonarbeitskräfte (Ernte, Pflanzung)
- Tierhaltung (Milchvieh, Schwein, Geflügel)
- Technisch qualifizierte Fachkräfte
- Betriebsleiter mit Managementkompetenz
Rund 45 % der landwirtschaftlichen Betriebe erwarten Auswirkungen durch den Fachkräftemangel, besonders größere Betriebe stärker als kleine Familienbetriebe (DLG 2025).
Auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen warnt:
Der grüne Arbeitsmarkt werde in Zukunft noch stärker unter Druck geraten, da der demografische Wandel die Zahl der Erwerbstätigen reduziert und gleichzeitig die Anforderungen steigen.
Warum entsteht der Fachkräftemangel in der Landwirtschaft?
Die Ursachen für den Arbeitsmarkt Landwirtschaft sind vielfältig:
- Demografischer Wandel: Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für landwirtschaftliche Berufe.
- Strukturwandel: Die Landwirtschaft entwickelt sich hin zu weniger, aber größeren Betrieben. Gleichzeitig steigt der Spezialisierungsgrad, wodurch Betriebe zunehmend effizienter, technischer und stärker auf einzelne Produktionsbereiche ausgerichtet sind.
- Konkurrenz durch andere Branchen: Industrie und Technik bieten oft höhere Löhne, planbarere Arbeitszeiten, weniger saisonale Belastung
- Imageproblem: Viele unterschätzen die Landwirtschaft als modernen Arbeitsbereich. Dabei prägen heute fortschrittliche Technologien den Alltag, und auch die Karrierechancen im Agrarsektor sind deutlich vielfältiger und attraktiver, als oft angenommen wird.
Welche Chancen bietet der Arbeitsmarkt Landwirtschaft?
Der Arbeitsmarkt Landwirtschaft bietet trotz Herausforderungen vielfältige Chancen. Besonders die Digitalisierung schafft neue Berufsfelder, etwa durch Smart Farming, Robotik in Stall und Feld sowie datenbasierte Entscheidungsmodelle.
Auch Nachhaltigkeit treibt die Entwicklung voran: Viele Betriebe erschließen zusätzliche Einkommensquellen wie erneuerbare Energien, Forstwirtschaft oder Direktvermarktung und schaffen damit neue Jobs.
Zudem verändern sich die Arbeitsmodelle. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmöglichkeiten und ein erleichterter Quereinstieg machen die Branche moderner und zugänglicher.
Wie reagieren Betriebe auf den Fachkräftemangel?
Analysen zeigen klare Strategien (DLG, LWK Niedersachsen):
- Ausbildung stärken
- bessere Löhne und Benefits
- flexible Arbeitszeiten
- Automatisierung und Technik
- Mitarbeiterbindung durch Weiterbildung
FAQ – Häufige Fragen zum Arbeitsmarkt Landwirtschaft
Welche Jobs sind in der Landwirtschaft am gefragtesten?
Besonders gefragt sind Fachkräfte in Tierhaltung, Agrartechnik, Digitalisierung und Betriebsmanagement. Auch Nachhaltigkeits- und Energie-Jobs gewinnen an Bedeutung.
Gibt es einen Fachkräftemangel in der Landwirtschaft?
Ja, viele landwirtschaftliche Betriebe berichten bereits heute von Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Besonders betroffen sind Fachkräfte in der Tierhaltung, Agrartechnik und Saisonarbeit.
Warum fehlen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft?
Gründe sind unter anderem der demografische Wandel, die Konkurrenz zu anderen Branchen, strukturelle Veränderungen sowie ein oft unterschätztes modernes Berufsbild der Landwirtschaft.
Kann man ohne Ausbildung in der Landwirtschaft arbeiten?
Ja, besonders im Bereich Saisonarbeit oder als Quereinsteiger gibt es Einstiegsmöglichkeiten. Langfristig sind jedoch Qualifikationen und Weiterbildungen von Vorteil.
Wie hoch ist das Gehalt in der Landwirtschaft?
Die Gehälter variieren je nach Qualifikation und Tätigkeit. Ein ausgebildeter Landwirt verdient durchschnittlich etwa 2.769 € brutto pro Monat. Je nach Region und Spezialisierung können die Einkommen variieren – Fachkräfte im Gartenbau oder mit Zusatzqualifikationen verdienen teilweise mehr.