Revierjäger/in

Grüne Berufe – Revierjäger
Revierjäger/innen arbeiten hauptsächlich in privaten, kommunalen und staatlichen Jagd- und Forstbetrieben.

Hauptaufgaben

Revierjäger/innen bejagen tierschutzgerecht Wild und beurteilen die Verwertbarkeit und Verwertung von Wild. Seit der am 1. August 2010 in Kraft getretenen neuen Verordnung zum Ausbildungsberuf „Revierjäger/in“ gehören das nachhaltige Management von Wildbeständen und die Vermeidung von Wildschäden sowie Öffentlichkeitsarbeit und Naturpädagogik zu den Tätigkeiten. Ein Auszubildender berichtet, dass er die Äsungsflächen für das Wild bewirtschaftet: Er düngt, schleppt und walzt die Flächen. Dazu gehört auch das Freimähen der Zäune. Regelmäßig verteilt er Lecksteine für das Wild, baut und reinigt Fütterungen.

Arbeitsorte

Revierjäger/innen arbeiten in privaten, kommunalen und staatlichen Jagd- und Forstbetrieben, darüber hinaus auch in Schutzgebieten. Sie sind zunehmend im Bereich Jagdschulen als Ausbilder tätig oder betreiben die Schulen sogar selbst. Zukünftig wird es vermehrt Aufgaben im Bereich Jagdmanagement, beispielsweise bei zu größeren Einheiten zusammengeschlossenen Jagdrevieren wie Hegegemeinschaften oder Rotwildringen geben. Teilweise sind Revierjäger sogar schon im Landesforst tätig. Die Betätigungsfelder im Kommunalbereich werden zunehmend größer.
Hier geht es zum Video „Beruf Revierjäger/in“

Die Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Sie startet zum 1. August und nicht mehr – wie es früher der Fall war – zu Beginn des Jagdjahres am 1. April. Die Ausbildung beginnt mit einem Berufsfachschuljahr. Von August bis Ende Dezember findet der Berufsschulunterricht in einer Bundesfachklasse in Northeim in Niedersachsen statt. Darauf folgt ein Praktikum sowie weiterer Blockunterricht in den Monaten April und Mai. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr ist der zentrale Lernort der Ausbildungsbetrieb. Für die bayerischen Auszubildenden findet das zweite und dritte Ausbildungsjahr an der Staatlichen Berufsschule III Traunstein statt.
In Bayern beginnen die Ausbildungsjahrgänge alle zwei Jahre: 2010 begannen insgesamt 12 Männer ihre Ausbildung. Im August 2012 beginnen 15 Männer und eine Frau ihre Ausbildung zum/zur Revierjäger/in. In den übrigen Bundesländern begannen 2011 und 2012 jeweils ca. 20 Azubis. Davon waren es im Jahr 2011 4 Frauen und im Jahr 2012 2 Frauen.
Die Vermittlung der Ausbildungsstellen wird zentral organisiert. Bei Interesse an einer Ausbildungsstelle bitte melden bei: Wildmeister Hermann Wolff vom Bundesverband Deutscher Berufsjäger, Hindemithstr. 26, 46282 Dorsten, info.bdb@gmx.de, 0170/6340126.
Für eine Ausbildung in Bayern bitte melden bei: Franz Gabriel, AELF Rosenheim – Bereich Forst, Bahnhofstr.10, 83022 Rosenheim, franz.gabriel@aelf-ro.bayern.de, 08031/ 35647–52 (Mo. + Fr.), 08052/ 957809 (Di .+ Do.).

Voraussetzungen

Als angehende/-r Berufsjägerin oder Berufsjäger solltest Du über 18 Jahre alt sein und über einen Jagd- und einen Führerschein verfügen. Bringe bitte Spaß an der Arbeit in der Natur und im Freien mit und sei körperlich fit. Außerdem solltest Du für Mensch und Tier Verantwortung tragen können. Stell Dich bitte auf lange Arbeitszeiten von teilweise Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ein. Die meisten Auszubildenden haben schon eine Ausbildung abgeschlossen, z. B. als Forstwirt/in oder Landwirt/in.
In Bayern werden bevorzugt Bewerber zwischen 20 und 30 Jahren mit guten Noten und/oder einer abgeschlossenen Ausbildung bzw. Studium eingestellt. In der Regel wird die Ausbildung in Bayern auf zwei Jahre verkürzt. Das Berufsfachschuljahr entfällt in diesem Fall.

Perspektiven

Die Prüfung zum/r „Revierjagdmeister/in“ kann direkt an die Ausbildung anschließen. Nach mindestens weiteren fünf Jahren ist die Ernennung zum Revieroberjäger und wiederum fünf Jahre später zum Wildmeister möglich. Mit der Zugangsvoraussetzung Abitur oder Fachhochschulreife kann auch ein Hochschulstudium, z. B. Forstwirtschaft, Biologie, Landschaftsökologie/Naturschutz folgen.

Verdienst

Das Einkommen schwankt je nach Bundesland. Auszubildende erhalten eine Ausbildungsvergütung zwischen 500 und 600 € brutto, ein ausgebildeter Revierjäger in den ersten Berufsjahren rund 2200 € brutto.
Fängt der Azubi in Bayern im öffentlichen Dienst seine Ausbildung an verdient er bei verkürzter Ausbildung im zweiten Jahr 754 € brutto und im dritten Jahr 805 € brutto. In privaten bayrischen Betrieben verdient der Azubi nach Tarif in den ersten sechs Monaten 550 € brutto, vom siebten bis zwölften Monat 610 € brutto und ab dem 13. Monat 670 Euro. In seltenen Fällen zahlen die privaten Betriebe nicht nach dem Tarif. Dann muss das Gehalt aber angemessen sein, d. h. max. 20 % unter dem Tarifgehalt.
Mehr Informationen
www.revierjaeger.de/
Mehr Informationen für die Ausbildung in Bayern
www.stmelf.bayern.de/berufsbildung/berufe
www.bs3-traunstein.de/de/berufe/revierjagd
Quellen: Wochenblatt Westfalen-Lippe, Hermann Wolff vom Bundesverband Deutscher Berufsjäger und Franz Gabriel vom stmelf.

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