Agrarwissenschaften (Bachelor/Master)

Voraussetzungen

Bachelor: Du benötigst in der Regel an Fachhochschulen die Fachhochschulreife und an Universitäten die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Die Hochschulen wählen auch nach eigenen Zulassungsvoraussetzungen, wie z. B. einem Pflichtpraktikum, Wartezeit, Schulnoten oder einer Hochschulzugangsprüfung aus.
Master: Voraussetzung ist ein Bachelor-Abschluss, Magister oder Diplom. Viele Masterstudiengänge sind zulassungsbeschränkt. Neben dem Bachelor-Abschluss in Agrarwissenschaften bzw. Landwirtschaft sind häufig auch verwandte Studiengänge zugelassen. Verschiedene Hochschulen verlangen auch eine bestimmte Abschlussnote für die Zulassung zum Studium. Genaue Voraussetzungen der Hochschulen erfährst Du in unserer Übersicht.

Dauer

Bachelor: Regelstudienzeit 6 Semester.
Master: Regelstudienzeit 4 Semester nach Abschluss des Bachelorstudiums.
Das A und O sind Interesse und Spaß an der Landwirtschaft. Wenn Du nicht von einem Betrieb stammst, solltest Du unbedingt vor Studienbeginn praktische Erfahrungen sammeln, z. B. ein mehrmonatiges Praktikum oder eine Ausbildung zum Landwirt machen. Dafür solltest Du auch ein bisschen handwerkliches Geschick mitbringen. Gerne gesehen sind auch Praktika im Ausland. Die Fachkenntnisse lernst Du im Studium, trotzdem sind ökonomische und naturwissenschaftliche Grundkenntnisse, vor allem in Mathe und Chemie wichtig.
Deine sozialen Kompetenzen spielen auch eine wichtige Rolle! Hier ein paar Einstellungen und Kenntnisse, die für das Studium und die spätere Berufspraxis eine große Bedeutung haben: Neugierde und vielfältige Interessen, da das Studium breit gefächert ist, von Bienenkunde über Landtechnik bis VWL. Sei flexibel und offen für Veränderungen und Neues. Die Zeiten mit „Das haben wir schon immer so gemacht“ sind vorbei.

Inhalte/Themen (Auswahl)

Chemie, Biologie, Mathematik, Bodenkunde, Tierernährung und Futtermittelkunde, Pflanzenernährung und Düngung, Pflanzenbau, Nutztierhaltung, Nutztierzucht, Tierschutz, Sozialwissenschaften des Landbaus, Agrartechnik, Agrarpolitik, landwirtschaftliche Betriebslehre, Volkswirtschaftslehre.

Perspektiven nach dem Studium (Beispiele)

Landwirtschaftliche Betriebe

  • Betriebsleiter/in (Ausbilder/in)
  • Herdenmanager/in: Übernimmt in großen Milchviehbetrieben die Organisation im Stall, Einweisung der Mitarbeiter, Planung der Arbeitsprozesse (Füttern, Melken, Fruchtbarkeitsmanagement)
  • Bestandsmanager/in in einer Sauen- oder Mastanlage: Betreuung der Tiere, Fruchtbarkeitsmanagement, eigenverantwortliche Behandlungen und Dokumentation
  • Leiter/in Pflanzenproduktion: Verantwortlich für den Pflanzenbau auf großen Ackerbaubetrieben, d.h. Koordination des Anbaus und der Arbeit.

Landwirtschaftliche Verbände und Genossenschaften

  • Führungspositionen, z. B. Kreisgeschäftsführer/in, Vorstandsmitglied oder Leiter/in bei Verbänden, Genossenschaften und Non-Profit-Organisationen, wie dem Bauernverband oder dem Raiffeisen Verband.
  • Referent/in für verschiedenste Bereiche, z. B. Landjugend
  • Zuchtleiter/in: Entscheidet über die züchterischen Ausrichtungen eines Zuchtverbandes, z. B. Definieren der Zuchtziele der nächsten Jungsauen- und Ebergenerationen, Überwachen der Zuchtarbeit und Bewerten des Zuchtfortschritts.

Agrarverwaltungen (Landwirtschaftskammern, -ämter usw.)

  • Beratung für Ausbildung, Energie, Bau, Betriebsleitung, Existenzgründung, Hofübernahme etc.
  • Kontrolleur/in für Lebensmittel, Futtermittel, Hygiene
  • Betriebsleiter/in von Forschungsstationen

Beratung (Futtermittel, Pflanzenschutz usw.)

  • Berater/in für Futtermittel: Analyse der Silage/Futtermittel auf dem Betrieb, spricht Empfehlungen aus, gibt Rat bei Problemen und berät den Betrieb hinsichtlich der Wahl der Futtermittel.
  • Berater/in für Melktechnik: Managementberatung und Softwareschulung der Betriebsleiter, die mit einem Roboter arbeiten; Fortbildung von Betriebshelfern am Roboter
  • Berater/in für Biogasanlagen: Informiert Landwirte, die vor der Entscheidung stehen, eine Biogasanlage zu bauen bzw. betreiben, z. B. durch betriebswirtschaftliche Kalkulationen.

Industrie (Futter- und Lebensmittel, Landmaschinentechnik, Elektronik, Chemieindustrie usw.)

  • Produktmanager/in: Verantwortlich für ein Produkt oder Produktgruppe, z. B. Schweinefutter, Nutztiermedikamente, Landtechnik oder Biogasanlagen im Unternehmen, Erstellung von Wettbewerbsvergleichen, Präsentation auf Messen, Organisation der Produkteinführung, Koordination zwischen Entwicklung, Vertrieb und Marketing sowie Korrespondenz mit dem Ausland.
  • Positionen im Vertrieb, Marketing und Forschung/Entwicklung

Handel, Banken, Versicherungen

  • Finanzexperte für Großbetriebe: Liquiditätsfragen klären, umschulden etc.
  • Sachverständiger: Gutachten in Versicherungs- und juristischen Streitfällen erstellen.
  • Globale Marktexpert/in: Marktanalysen, z. B. Getreide

Verlage, Redaktionen, Medien

  • Fachredakteur/in (Print/Online)
  • Kundenberater/in bei einer Werbeagentur: Agrar-Großkunden beraten
  • Öffentlichkeitsarbeit

Wissenschaft (Promotion, Professur) und Lehre

  • Professor/in in der Forschung und Lehre an einer Hochschule
  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in an einer Hochschule: Unterstützung der Professoren in der Forschung und Lehre
  • Lehrer/in an Fachschulen, Berufsschulen, Bildungszentrum etc.: Fortbildung von landwirtschaftlichen Azubis und Gartenbau-Azubis, Lehrgänge für Landwirte und Forstwirte, Fortbildung von Mitarbeiter von Landtechnik-Werkstätten etc.
  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in in einem Institut für Pflanzenzucht: Entwicklung und Betreuung von neuen, besseren Sorten für verschiedene Anbaugebiete, Präsentation der Ergebnisse weltweit in Fachblättern und Kongressen

Weiterbildung

  • Trainee, z. B. bei der DLG, den Landwirtschaftskammern
  • Volontariat in einer Redaktion oder einem Verlag

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